Königreich Ägypten 2200 BC: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Kartusche Nemtiemsaef II.jpg|thumb|150px|Der Name Nemtiemsaef II.]] Nach Pepi besteigt zunächst sein Sohn Nemtiemsaef II., dessen Mutter Neith ist, den Thron. Der neue König kann den Verfall des ägyptischen Zentralstaates nicht aufhalten, deren Ursachen sicherlich in Pepis Herrschaftszeit zu suchen ist. Pepi II. dezentralisierte weitestgehend die Verwaltung und blähte den Beamtenapparat auf. Zentrale Schlüsselressorts wie das des Scheunen- und Schatzhausvorstehers, aber auch das des Vorstehers aller Arbeiten des Königs blieben hingegen sehr eng an die Residenzverwaltung und damit direkt an den König gebunden. Eine starke Machtzunahme der Gaufürsten lässt sich nach aber weder im wirtschaftlichen noch im militärischen Bereich nachweisen; es ist mehr das allgemeine Anwachsen der Beamtenschaft, die zu einem Krisenfaktor geworden zu sein scheint, da deren Versorgung immer mehr zum Problem wurde. So deutet etwa eine immer weiter abnehmende Größe von Privatgräbern auf eine Verknappung von Ressourcen hin. Auch die verstärkte Befreiung der Tempel von Abgaben scheint die Handlungsmöglichkeiten der Residenz-Verwaltung zu schwächten. Klimatische Faktoren, vor allem sinkende Niederschlagsmengen verbunden mit gering ausfallenden Nilfluten verstärkten die wirtschaftlichen Probleme Ägyptens. Schließlich belastet das ägyptische Staatswesen auch eine Invasion des Nildeltas durch vorderasiatischer Stämme. So wird die Stadt Mendes offenbar am Ende der 6. Dynastie zerstört und ihre Einwohner werden ermordet. <br> | [[Datei:Kartusche Nemtiemsaef II.jpg|thumb|150px|Der Name Nemtiemsaef II.]] Nach Pepi besteigt zunächst sein Sohn Nemtiemsaef II., dessen Mutter Neith ist, den Thron. Der neue König kann den Verfall des ägyptischen Zentralstaates nicht aufhalten, deren Ursachen sicherlich in Pepis Herrschaftszeit zu suchen ist. Pepi II. dezentralisierte weitestgehend die Verwaltung und blähte den Beamtenapparat auf. Zentrale Schlüsselressorts wie das des Scheunen- und Schatzhausvorstehers, aber auch das des Vorstehers aller Arbeiten des Königs blieben hingegen sehr eng an die Residenzverwaltung und damit direkt an den König gebunden. Eine starke Machtzunahme der Gaufürsten lässt sich nach aber weder im wirtschaftlichen noch im militärischen Bereich nachweisen; es ist mehr das allgemeine Anwachsen der Beamtenschaft, die zu einem Krisenfaktor geworden zu sein scheint, da deren Versorgung immer mehr zum Problem wurde. So deutet etwa eine immer weiter abnehmende Größe von Privatgräbern auf eine Verknappung von Ressourcen hin. Auch die verstärkte Befreiung der Tempel von Abgaben scheint die Handlungsmöglichkeiten der Residenz-Verwaltung zu schwächten. Klimatische Faktoren, vor allem sinkende Niederschlagsmengen verbunden mit gering ausfallenden Nilfluten verstärkten die wirtschaftlichen Probleme Ägyptens. Schließlich belastet das ägyptische Staatswesen auch eine Invasion des Nildeltas durch vorderasiatischer Stämme. So wird die Stadt Mendes offenbar am Ende der 6. Dynastie zerstört und ihre Einwohner werden ermordet. <br> | ||
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Der neue König Ägyptens, Nemtiemsaef II., herrscht nur 13 Monate über Ägypten, bevor er von aufständischen Volksmassen getötet wird, da ihm eine erneute Festigung des sich auflösenden Alten Reiches nicht gelang und die Macht der Gaufürsten wohl zu groß geworden ist. Abgesehen von einem Erlass eines Kultdekrets für die Priesterschaft einer Witwe seines Vorgängers, Anchenespepi I. und seiner Gemahlin Neith sind keine Einzelheiten aus seiner Herrschaftszeit bekannt. Es existieren keine Hinweise darauf, dass mit dem Bau einer königlichen Pyramidenanlage begonnen wurde. Sollte aber dennoch ein Grabmal existieren, wäre sein Standort wohl in der Nähe der Pepi-II-Pyramide in Sakkara zu vermuten. Einer legendenhaften Überlieferung des griechischen Geschichtsschreibers Herodot aus dem 5. Jahrhundert BC zufolge übernimmt seine Schwester Nitokris die Führung Ägyptens. Überlieferungen zufolge ist Nitokris angeblich die vornehmste und lieblichste Frau dieser Zeit und hat eine helle Haut. Der König trug den Eigennamen Nemtiemsaef oder, in anderer Lesart, Antiemsaef („(Der Gott) Nemti (bzw. Anti) ist sein Schutz“). Diesen Namen trug er bereits als Kronprinz, was durch die Bezeichnung Sa-nesu semsu Nemtiemsaef („Ältester Königssohn Nemtiemsaef“) auf dem Scheintür-Fragment aus der Umgebung der Neith-Pyramide belegt ist. Er wird in der wissenschaftlichen Literatur meist mit der Nummerierung Nemtiemsaef II./Antiemsaef II. geführt, um ihn von Meren-Re zu unterscheiden, der den gleichen Eigennamen trug. <br> | Der neue König Ägyptens, Nemtiemsaef II., herrscht nur 13 Monate über Ägypten, bevor er von aufständischen Volksmassen getötet wird, da ihm eine erneute Festigung des sich auflösenden Alten Reiches nicht gelang und die Macht der Gaufürsten wohl zu groß geworden ist. Abgesehen von einem Erlass eines Kultdekrets für die Priesterschaft einer Witwe seines Vorgängers, Anchenespepi I. und seiner Gemahlin Neith sind keine Einzelheiten aus seiner Herrschaftszeit bekannt. Es existieren keine Hinweise darauf, dass mit dem Bau einer königlichen Pyramidenanlage begonnen wurde. Sollte aber dennoch ein Grabmal existieren, wäre sein Standort wohl in der Nähe der Pepi-II-Pyramide in Sakkara zu vermuten. Einer legendenhaften Überlieferung des griechischen Geschichtsschreibers Herodot aus dem 5. Jahrhundert BC zufolge übernimmt seine Schwester Nitokris die Führung Ägyptens. Überlieferungen zufolge ist Nitokris angeblich die vornehmste und lieblichste Frau dieser Zeit und hat eine helle Haut. Der König trug den Eigennamen Nemtiemsaef oder, in anderer Lesart, Antiemsaef („(Der Gott) Nemti (bzw. Anti) ist sein Schutz“). Diesen Namen trug er bereits als Kronprinz, was durch die Bezeichnung Sa-nesu semsu Nemtiemsaef („Ältester Königssohn Nemtiemsaef“) auf dem Scheintür-Fragment aus der Umgebung der Neith-Pyramide belegt ist. Er wird in der wissenschaftlichen Literatur meist mit der Nummerierung Nemtiemsaef II./Antiemsaef II. geführt, um ihn von Meren-Re zu unterscheiden, der den gleichen Eigennamen trug. <br> | ||
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Die ägyptische Königin Nitokris, die vor zwei Jahren nach der Ermordung ihres Bruders Nemtiemsaef II. zur Nachfolge auf den Thron Ägyptens gezwungen wurde, lädt den Aufzeichnungen Herodots zufolge alle mutmaßlichen Mörder ihres Bruders in einen von ihr in Auftrag gegebenen Saal zu einem Bankett. Nachdem alle Gäste eingetroffen sind, lässt sie das Wasser eines Flusses in den speziellen Saal einleiten, wodurch alle jämmerlich ertrinken. Um einer Bestrafung zu entgehen, begeht sie Selbstmord, indem sie sich in einen Raum voller Asche wirft. Das Reich ist nunmehr ohne Führung. <br> | Die ägyptische Königin Nitokris, die vor zwei Jahren nach der Ermordung ihres Bruders Nemtiemsaef II. zur Nachfolge auf den Thron Ägyptens gezwungen wurde, lädt den Aufzeichnungen Herodots zufolge alle mutmaßlichen Mörder ihres Bruders in einen von ihr in Auftrag gegebenen Saal zu einem Bankett. Nachdem alle Gäste eingetroffen sind, lässt sie das Wasser eines Flusses in den speziellen Saal einleiten, wodurch alle jämmerlich ertrinken. Um einer Bestrafung zu entgehen, begeht sie Selbstmord, indem sie sich in einen Raum voller Asche wirft. Das Reich ist nunmehr ohne Führung. <br> | ||
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Nach 70 Tage langen Thronwirren mit häufig wechselnden Herrschern, die jedoch nie wirklich die Herrschaft ausübten, besteigt Neferka-Re Nebi den Thron. Mutter des neuen Pharao ist die Königin Anchenespepi IV., eine Gemahlin Pepis II., der möglicherweise sein Vater ist, und inzwischen mit Iunu, einem Fürsten, verheiratet ist. Eine Pyramidenanlage des Neferkare Nebi mit dem Namen „Dauernd an Leben ist Neferkare“ ist auf einer Inschrift in Sakkara erwähnt, jedoch wird das Bauwerk nie gefunden; möglicherweise kam sie nicht über das Planungsstadium hinaus. <br> | Nach 70 Tage langen Thronwirren mit häufig wechselnden Herrschern, die jedoch nie wirklich die Herrschaft ausübten, besteigt Neferka-Re Nebi den Thron. Mutter des neuen Pharao ist die Königin Anchenespepi IV., eine Gemahlin Pepis II., der möglicherweise sein Vater ist, und inzwischen mit Iunu, einem Fürsten, verheiratet ist. Eine Pyramidenanlage des Neferkare Nebi mit dem Namen „Dauernd an Leben ist Neferkare“ ist auf einer Inschrift in Sakkara erwähnt, jedoch wird das Bauwerk nie gefunden; möglicherweise kam sie nicht über das Planungsstadium hinaus. <br> | ||
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− | <center> '''in Unterägypten bzw. in | + | <center> '''in Unterägypten bzw. in Herakleopolis''' </center> |
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Version vom 31. Oktober 2019, 07:26 Uhr
KÖNIGREICH ÄGYPTEN
2200 - 2101 BC
Sechste Dynastie (2322-2191 BC)
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Chronik des Königreiches Ägypten | |
Ägypten 2500-2401 BC / Ägypten 2400-2301 BC / Ägypten 2300-2201 BC |
Name | Horusname und Bedeutung des Namens | ungefähre Herrschaftszeit | Anmerkungen | |||||
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Regierte über 60 Jahre. Dezentralisierung der Verwaltung. Pyramide in Sakkara. | ||||||||
Zeitgenössisch nur durch ein Dekret aus Sakkara-Süd überliefert. | ||||||||
Zeitgenössisch nicht belegte Königin oder König. |
Königreich Ägypten Gegen Ende des Alten Reiches kommt es zum Krieg zwischen Theben und Memphis. Die Flussflotte von Memphis siegt in mehreren Gefechten und hilft bei der Eroberung von Theben. Königreich Ägypten / "C-Gruppe" | |
Königreich Ägypten Im Auftrag des Königs von Ägypten, Pepis II., findet eine zweite Expedition in die Alabaster-Steinbrüche von Hatnub in Mittelägypten statt. Nachdem zweiten Sedfest anlässlich des 60. Thronjubiläums des ägyptischen Pharaos Pepi II. stirbt dieser. Nach dem Tod Pepis II. finden nun die Expeditionen in die außerhalb Ägyptens gelegenen Gebiete ein vorläufiges Ende. Auch Handelskontakte mit Byblos und Expeditionen nach Punt werden auf Eis gelegt. Für seine Pyramidenanlage mit dem Namen Men-Anch-Neferkare („Von Dauer ist das Leben des Neferkare“) wählte Pepi II. einen Standort in Sakkara-Süd, unmittelbar nordwestlich der Mastabat al-Fir?aun des Schepseskaf aus der 4. Dynastie. In ihren Maßen und ihrem Aufbau folgt die Pyramide einem seit Djedkare etablierten Standard-Programm und ist damit in weiten Teilen identisch mit ihren Vorgängerbauten. Sie hat eine Seitenlänge von 78,75 Metern und eine ursprüngliche Höhe von 52,5 Metern. Damit stellt sie das letzte große Bauwerk des Alten Reichs dar. Der Kern des Bauwerks besteht aus Kalkstein-Stücken, die mit Tonmörtel verbunden sind; die Verkleidungsblöcke bestehen aus Turakalkstein. Im Zuge einer nachträglichen Erweiterung wird um die fertige Pyramide ein 7 Meter breiter Mauergürtel um den gesamten Bau gelegt. Hierbei wird die Nordkapelle abgerissen und die bereits gebaute Umfassungsmauer muss um mehrere Meter versetzt werden. Der Eingang zum unterirdischen Kammersystem befindet sich an der Nordseite. Von hier aus führt ein Gang schräg nach unten. Er mündet zunächst in eine Kammer und führt dann horizontal weiter. Der Gang weist eine Blockiervorrichtung aus drei mächtigen Granit-Fallsteinen auf. Seine Wände sind mit Pyramidentexten dekoriert. Direkt unter dem Zentrum der Pyramide befindet sich die Vorkammer. Von ihr zweigen östlich und westlich die Grabkammer ab. Die Wände der Kammern weisen Pyramidentexte auf, die Westwand der Grabkammer ist allerdings als Palastfassade gestaltet. Dem Taltempel ist eine breite, nordwest-südöstlich orientierte Terrasse vorgelagert, die an einem Kanal entlang läuft. An beiden Enden ermöglichen Rampen den Zugang zur Terrasse vom Wasser aus. In der Mitte der Terrasse liegt der Zugang zum Taltempel. Der Tempel besteht aus einer Pfeilerhalle, einem dahinter liegenden Vestibül und mehreren Magazinräumen. Die Wanddekoration des Tempels besteht aus mehreren Szenen. Der in südwestliche Richtung verlaufende Aufweg verbindet den Tal- mit dem Totentempel. Dieser weist zunächst drei Kapellen auf, in denen die drei religiösen Zentren Heliopolis, Sais und Buto repräsentiert sind. Hieran schließen sich die Eingangshalle und ein pfeilerumstandener Hof an. Nördlich und südlich davon liegen Magazine. Hinter dem Hof folgt ein Querkorridor, der den öffentlichen vom intimen Bereich des Tempels trennt. Im Korridor haben sich zahlreiche Reste des Reliefdekors erhalten, darunter Darstellungen des Sed-Festes, des Min-Festes und der Hinrichtung eines libyschen Fürsten. Letztere ist allerdings die Kopie einer Darstellung aus dem Totentempel der Sahure-Pyramide und verweist daher wohl nicht auf ein reales Ereignis. Der innere Tempel-Teil besteht aus einer Kultkapelle mit fünf Nischen, einer antichambre carrée und einer Opferhalle. Nördlich und südlich dieser Räume liegen weitere Magazinräume. Die anitchambre carrée weist Darstellungen des Hofstaates auf, der dem König huldigt; in der Opferhalle ist der König in Umarmung mit Göttern dargestellt. Südöstlich der königlichen Pyramide wird eine kleine Kultpyramide errichtet. Südlich und nordwestlich seiner eigenen Pyramidenanlage lässt Pepi außerhalb der Umfassungsmauer drei Pyramidenanlagen für seine Gemahlinnen Wedjebten, Neith und Iput II. errichten. Die Pyramiden der Neith und der Iput II. liegen an der Nordwest-Ecke des königlichen Grabkomplexes. Die Neith-Pyramide ist die älteste der drei Anlagen. Das Kammersystem besteht aus einem absteigenden Gang mit Blockierstein, einer Grabkammer und einem Serdab. Die Decke der Grabkammer ist mit Sternen verziert, die Wände mit Pyramidentexten sowie im Westen mit einer Palastfassade. Der Totentempel liegt südlich der Pyramide. Er besteht aus einem Vestibül, einem pfeilerumstandenen Hof, Magazinräumen, einer Opferhalle und einem Raum mit drei Nischen, in denen die Statuen der Königin stehen. Südöstlich der Königinnenpyramide steht eine kleine Kultpyramide. Zwischen beiden Bauwerken existieren in einer Grube 16 Schiffsmodelle aus Holz. Die gesamte Anlage ist von einer eigenen Umfassungsmauer umgeben. Die Pyramide der Iput II. liegt südwestlich der Neith-Pyramide und ist etwas kleiner als diese. Das Kammersystem und der Totentempel weisen den gleichen Aufbau wie bei der Neith-Pyramide auf, auch eine kleine Kultpyramide ist vorhanden. In einem der Magazinräume wird vermutlich nach Pepis Tod Anchenespepi IV. beigesetzt, für die keine Königinnenpyramide mehr errichtet wurde. Besondere Bedeutung kommt ihrem Sarkophag-Deckel zu, bei dem es sich um einen umfunktionierten Annalenstein handelt. Die Wedjebten-Pyramide befindet sich südlich der Königs-Pyramide. Das stark zerstörte Bauwerk besitzt zwei Umfassungsmauern, einen eigenen Totentempel und eine kleine Kultpyramide. Vor allem nördlich und östlich, in geringerem Umfang auch südlich und westlich der Pepi-II.-Pyramide entstanden außerdem zahlreiche Privatgräber. Über Pepis Bautätigkeit außerhalb Sakkaras ist nur wenig bekannt. An den Wänden des Aufwegs seiner Pyramidenanlage ist eine Prozession von 117 Domänen (landwirtschaftliche Güter) und Ka-Häusern dargestellt, die für die Versorgung des königlichen Opferkults zuständig sind. Darüber hinaus ist in der Autobiografie des Sabni der Transport zweier Obelisken von Unternubien nach Heliopolis überliefert. Aus Koptos ist eine Bautätigkeit Pepis durch zwei Reliefblöcke sowie durch mehrere Dekrete belegt. | |
Königreich Ägypten Der neue König Ägyptens, Nemtiemsaef II., herrscht nur 13 Monate über Ägypten, bevor er von aufständischen Volksmassen getötet wird, da ihm eine erneute Festigung des sich auflösenden Alten Reiches nicht gelang und die Macht der Gaufürsten wohl zu groß geworden ist. Abgesehen von einem Erlass eines Kultdekrets für die Priesterschaft einer Witwe seines Vorgängers, Anchenespepi I. und seiner Gemahlin Neith sind keine Einzelheiten aus seiner Herrschaftszeit bekannt. Es existieren keine Hinweise darauf, dass mit dem Bau einer königlichen Pyramidenanlage begonnen wurde. Sollte aber dennoch ein Grabmal existieren, wäre sein Standort wohl in der Nähe der Pepi-II-Pyramide in Sakkara zu vermuten. Einer legendenhaften Überlieferung des griechischen Geschichtsschreibers Herodot aus dem 5. Jahrhundert BC zufolge übernimmt seine Schwester Nitokris die Führung Ägyptens. Überlieferungen zufolge ist Nitokris angeblich die vornehmste und lieblichste Frau dieser Zeit und hat eine helle Haut. Der König trug den Eigennamen Nemtiemsaef oder, in anderer Lesart, Antiemsaef („(Der Gott) Nemti (bzw. Anti) ist sein Schutz“). Diesen Namen trug er bereits als Kronprinz, was durch die Bezeichnung Sa-nesu semsu Nemtiemsaef („Ältester Königssohn Nemtiemsaef“) auf dem Scheintür-Fragment aus der Umgebung der Neith-Pyramide belegt ist. Er wird in der wissenschaftlichen Literatur meist mit der Nummerierung Nemtiemsaef II./Antiemsaef II. geführt, um ihn von Meren-Re zu unterscheiden, der den gleichen Eigennamen trug. | |
Königreich Ägypten Die ägyptische Königin Nitokris, die vor zwei Jahren nach der Ermordung ihres Bruders Nemtiemsaef II. zur Nachfolge auf den Thron Ägyptens gezwungen wurde, lädt den Aufzeichnungen Herodots zufolge alle mutmaßlichen Mörder ihres Bruders in einen von ihr in Auftrag gegebenen Saal zu einem Bankett. Nachdem alle Gäste eingetroffen sind, lässt sie das Wasser eines Flusses in den speziellen Saal einleiten, wodurch alle jämmerlich ertrinken. Um einer Bestrafung zu entgehen, begeht sie Selbstmord, indem sie sich in einen Raum voller Asche wirft. Das Reich ist nunmehr ohne Führung. |
KÖNIGREICH ÄGYPTEN
Siebte Dynastie (2191 BC)
KÖNIGREICH ÄGYPTEN
Achte Dynastie (2191-2160 BC)
Name | Horusname und Bedeutung des Namens | ungefähre Herrschaftszeit | Anmerkungen | |||||
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Sohn von Pepi II. Er soll eine Pyramide erbaut haben, die aber bisher nicht gefunden wurde und die wohl nicht über die Planungsphase hinauskam. | ||||||||
Nur aus der Abydosliste und vielleicht dem Turiner Königspapyrus bekannt. | ||||||||
Sein einziges bekanntes Monument ist eine kleine Pyramide in Sakkara. | ||||||||
Mit Sicherheit nur aus der Abydosliste bekannt. | ||||||||
Aus seiner Regierungszeit stammen einige der Koptosdekrete. | ||||||||
Genaue Einordnung sehr unsicher. Mit Sicherheit nur aus der Abydosliste bekannt. | ||||||||
Königreich Ägypten Nach 70 Tage langen Thronwirren mit häufig wechselnden Herrschern, die jedoch nie wirklich die Herrschaft ausübten, besteigt Neferka-Re Nebi den Thron. Mutter des neuen Pharao ist die Königin Anchenespepi IV., eine Gemahlin Pepis II., der möglicherweise sein Vater ist, und inzwischen mit Iunu, einem Fürsten, verheiratet ist. Eine Pyramidenanlage des Neferkare Nebi mit dem Namen „Dauernd an Leben ist Neferkare“ ist auf einer Inschrift in Sakkara erwähnt, jedoch wird das Bauwerk nie gefunden; möglicherweise kam sie nicht über das Planungsstadium hinaus. | |
Königreich Ägypten (in Unterägypten)
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Königreich Ägypten Neuer Pharao Ägyptens wird Neferkauhor Chuiuihapi. Aus seiner Herrschaftszeit stammen die "Koptos-Dekrete". Diese schildern die Ernennung des Schemai zum Wesir von Oberägypten und seines Sohnes Idi zu dessen Stellvertreter und zum Vorsteher der sieben südlichen Gaue. Gemäß einem anderen Edikt heiratet Schemai die Tochter des Königs namens Nebet. Von ihr ist eine Scheintür erhalten, von Schemai selbst ein sogenannter Naos (Tempel). | |
Königreich Ägypten (in Heracleopolis) Die ägyptischen Könige regieren lediglich über den größten Teil des Nildeltas, da viele Gaufürstentümer rebellieren und sich weigern, ihre Autorität anzuerkennen. |
KÖNIGREICH ÄGYPTEN
Neunte Dynastie und Zehnte Dynastie (2160-2119 BC)
Name | Horusname und Bedeutung des Namens | ungefähre Herrschaftszeit | Anmerkungen | |||||
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Genaue Einordnung unsicher. Der Pharao war grausam, wurde wahnsinnig und schließlich von einem Krokodil gefressen. | ||||||||
Genaue Einordnung unsicher. | ||||||||
Genaue Einordnung unsicher. | ||||||||
Genaue Einordnung unsicher. |
Name | Horusname und Bedeutung des Namens | ungefähre Herrschaftszeit | Anmerkungen | |||||
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Genaue Einordnung unsicher. | ||||||||
Genaue Einordnung unsicher. | ||||||||
Genaue Einordnung sehr unsicher. | ||||||||
Genaue Einordnung sehr unsicher. | ||||||||
Die Namen dieser Könige sind ganz verloren |
KÖNIGREICH ÄGYPTEN
Elfte Dynastie (2119-1976 BC)
Name | Horusname und Bedeutung des Namens | ungefähre Herrschaftszeit | Anmerkungen | |||||
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Wurde erst in der späteren Tradition als König angesehen. | ||||||||
Anjotef I. |
Erster thebanischer König; Ägypten ist jetzt in zwei Herrschaftsgebiete gespalten. | |||||||
Anjotef II. |
Antef II. sichert die Herrschaft der 11. Dynastie im Süden bis Elephantine und weitet den Machtbereich nach Norden aus. |
Königreich Ägypten In Theben wird der Gott Amon verehrt. Königreich Ägypten / Königreich Kusch | |
Königreich Ägypten Mentuhotep I. (Hortepia) und sein eventueller Sohn Antef I. werden Könige in Oberägypten, vermutlich aber keine klassischen Pharaonen. Auf einer Statue aus dem Heiligtum des Heqaib auf Elephantine wird er von einem Nachfolger als (jt-nTr.w) Vater der Götter bezeichnet. Der Geburtsname Mentuhotep lautet übersetzt „Month ist zufrieden“, und sein Beiname auf der Statue in Elephantine „meri setjed nebet Abu“ deutet darauf hin, dass er von der „Herrin von Abu“ (Elephantine) geliebt wurde. Sein Thronname ist unbekannt; es erscheint möglich, dass er vielleicht nie einen annahm. Sein Horusname wird ihm sicherlich erst postum verliehen werden. Antef, der andere Herrscher in Ägypten, ist zunächst nur ein thebanischer Fürst, übernimmt aber möglicherweise später für kurze Zeit die Herrschaft über ganz Ägypten. Die nördliche Grenze seines Herrschaftsgebietes ist vorerst wohl Dendera, der sechste oberägyptische Gau. | |
Königreich Ägypten Den Überlieferungen zufolge übernimmt Antef II., ein Sohn von Mentuhotep I. (Hortepia), die Herrschaft in Ägypten. Er ist offenbar mit seiner Mutter Neferu verheiratet. Beide haben einen Sohn namens Antef III. |
Ägypten 2100-2001 BC / Ägypten 2000-1901 BC / Ägypten 1900-1801 BC | ||||
Chronik des Königreiches Ägypten | ||||
Geschichte der Nachfolgestaaten des Königreiches Ägypten | ||||
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