Deutscher Bund 1840: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 16. März 2018, 12:06 Uhr
DEUTSCHER BUND
Hauptstadt: Frankfurt am Main
Chronik des Jahres 1840
Friedrich Wilhelm August Fröbel gründet in Bad Blankenburg den ersten Kindergarten in Deutschland
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Chronik des Deutschen Bundes des Jahres ... 1830 - 1831 - 1832 - 1833 - 1834 - 1835 - 1836 - 1837 - 1838 - 1839 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Deutscher Bund / Kaisertum Österreich Der am 5. Mai 1837 wegen Hochverrats zu vier Jahren Festungshaft verurteilte ungarische Rechtsanwalt und Aktivist für die Einführung der Demokratie in Ungarn, Lajos Kossuth, wird ein Jahr vor Ablauf seiner Haftstrafe begnadigt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Deutscher Bund
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Deutscher Bund / Königreich Preußen Nach einer längeren Fiebererkrankung stirbt König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (* 03.08.1770 in Potsdam) in Berlin. Er war seit 1797 König von Preußen (42,6 Jahre) und als Markgraf von Brandenburg zudem Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches bis zu dessen Auflösung im Jahre 1806. Friedrich Wilhelm III. entstammte dem deutschen Fürstenhaus der Hohenzollern. Den Thron erbte er noch zu Lebzeiten seines Vaters, da dieser aufgrund von Atemnot und Bewegungsunfähigkeit nicht mehr in der Lage war, zu regieren. Bereits acht Tage nach der Thronbesteigung starb König Friedrich Wilhelm II. am 16. November 1797 im Alter von 53 Jahren während eines Krampfanfalles. Angewidert vom moralischen Zerfall am Hofe seines Vaters mit Intrigen einer kleinen Hofclique und Affären des königlichen Vaters, der am Ende mit drei Frauen zugleich verheiratet war, war er bemüht, die Sittlichkeit im Königshaus wiederherzustellen. Bereits kurz vor dem Tod seines Vaters hatte er diese Maßnahme in der Schrift Gedanken über die Regierungskunst begründet. Der Eifer Friedrich Wilhelms ging so weit, dass er die Mätresse seines Vaters, die Gräfin von Lichtenau, unter Arrest stellte, ihre Wohnung durchsuchen und deren Besitz beschlagnahmen ließ. Der König warf ihr in einer Kabinettsorder vom 13. März 1798 vor, „die wichtigsten wie die geringsten Regierungsangelegenheiten von ihren landesverderblichen Einfluss abhängig gemacht (zu) haben“. Allerdings fanden die königlichen Untersuchungen keinen einzigen Beweis dafür, dass die Gräfin in die Politik Friedrich Wilhelms II. eingegriffen habe. Auch noch als König hielt sich Friedrich Wilhelm III. im Kronprinzenpalais auf. Das Berliner Stadtschloss war ihm viel zu imposant und wurde nur zu seltenen, repräsentativen Staatsakten wie der Huldigungsfestlichkeit genutzt. Anders als seine Vorgänger zog er eine klare Trennlinie zwischen Privatleben und öffentlicher Funktion. Sein relativ schlichter, fast bürgerlicher Lebensstil fand in der Öffentlichkeit positiven Anklang. Nach dem Überfall Napoleons auf Preußen im Jahre 1806 musste mit Frau und Kindern bis nach Memel in Ostpreußen fliehen, wo im Februar 1807 die mit Preußen verbündete russische Armee die französischen Truppen zurückschlagen konnte. Von diesem Rückschlag ernüchtert, bot Napoléon einen Waffenstillstand an, demzufolge Preußen lediglich auf seine linksrheinischen Gebiete verzichten sollte. Friedrich Wilhelm III. lehnte jedoch ab, weil er auf die russische Hilfe hoffte, die allerdings nicht eintrat. Im Juni 1807 musste der Zar Alexander I. Frankreich um einen Waffenstillstand bitten. Napoléon traf sich mit Alexander in Tilsit und der preußische König wurde zu diesem Treffen nicht eingeladen. Napoléon diktierte den Frieden von Tilsit, in dem Preußen alle Gebiete westlich der Elbe verlor. Aus den im Osten von Preußen abgetrennten Gebieten sollte das Herzogtum Warschau, aus dem Gebiet westlich der Elbe das Königreich Westphalen entstehen. Preußen hatte die Hälfte seines Gebietes verloren. Friedrich Wilhelm III. erkannte, dass der militärische, politische und wirtschaftliche Zusammenbruch Preußens nur durch radikale Reformen überwunden werden konnte. So ließ er es zu, dass ein Führungskader aus Ministern und Beamten eine Reihe von Regierungsedikten erließen, die Preußen zu einem modernen Staat machen sollten. Hier spricht man von den sogenannten „Preußischen Reformen“. Die Reformen wurden vom Freiherrn vom Stein, von Karl August von Hardenberg, Wilhelm von Humboldt und Militärs wie Gerhard von Scharnhorst und August Graf Neidhardt von Gneisenau vorangetrieben. Die Lage des Landes und auch die Beziehung zwischen Volk und König besserten sich infolge der Reformen. Bei der Arbeit an den Reformen trat Preußen in die Frühmoderne ein. Der König regierte nicht mehr im Stil eines absolutistischen Herrschers, vielmehr delegierte er Verantwortung an Spitzenbeamte, die ihre Gebiete mit einer gewissen Eigenständigkeit bearbeiteten. Dabei ging es sowohl um die Fachressorts als auch um die Leitung neu gebildeter Provinzen. Dem König oblagen die grundlegenden Entscheidungen, die Umsetzung ins Detail war den Ressorts überlassen. Die Fachleute berieten den König, der zwischen ihnen moderierte und Entscheidungen traf. Mit dem Oktoberedikt 1807 wurden die Leibeigenschaft der Bauern und die Frondienste aufgehoben. Berufsfreiheit und freier Eigentumserwerb wurden staatlich garantiert. Damit konnten Bauern in die Städte ziehen, Stadtbewohner Landbesitz erwerben und Adelige bürgerliche Berufe ergreifen. Am 11. März 1812 wurden auf Initiative des Königs, der selbst kein Philosemit war, 30.000 Juden durch das Judenedikt der christlichen Bevölkerung rechtlich weitgehend gleichgestellt. Da Berlin in Reichweite der französischen Armeen lag, hielt sich Friedrich Wilhelm III. zwischen 1807 und 1809 in Königsberg auf. Nachdem Napoléon den Fünften Koalitionskrieg siegreich beendet hatte, genehmigte er dem preußischen König die Rückkehr nach Berlin. Napoléon glaubte, dass Friedrich Wilhelm III. in Berlin weniger dem russischen als vielmehr dem französischen Einfluss ausgesetzt sei. Am 15. Dezember 1809 verließ der König mit 36 Kutschen seine ostpreußische Residenz, um am 23. Dezember 1809 feierlich an der Spitze seiner Truppen in Berlin einzureiten. Am Bernauer Tor wurde Friedrich Wilhelm vom Berliner Oberbürgermeister begrüßt. Am 11. August 1813 erklärte Österreich Frankreich den Krieg. Das Kräfteverhältnis verschob sich damit deutlich zu Ungunsten Frankreichs. In der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 wurden Napoléon und seine Verbündeten schließlich vernichtend geschlagen. Friedrich Wilhelm III., Alexander I. von Russland und Franz I. von Österreich beobachteten vom 158 Meter hohen, später so genannten "Monarchenhügel" bei Meusdorf aus das Schlachtfeld von Leipzig. Bis auf den König von Sachsen traten nun alle deutschen Fürsten aus dem Rheinbund aus. In der Folge musste sich Napoléon hinter den Rhein zurückziehen. Im Verbund mit den Russen, Österreichern und Schweden waren die Preußen, die unter Blücher die Russen mit sich zogen, die treibende Kraft bei der Verfolgung Napoleons bis nach Paris. Am 31. März 1814 zog der preußische König durch den Porte Saint-Denis in Paris ein. Nach den Befreiungskriegen wurde Friedrich Wilhelm III. in Preußen als „Vater des Vaterlandes“ gefeiert, zum Beispiel wenn er in Berlin fast täglich im Theater erschien. Durch die auf dem Wiener Kongress vereinbarten territorialen Veränderungen entstand ein neues Europa. Das System der Pentarchie bzw. fünf europäischen Großmächte (Preußen, Österreich, Großbritannien, Russland und Frankreich) sollte ein machtpolitisches Gleichgewicht etablieren und Kriege in Europa zukünftig verhindern. Friedrich Wilhelm III. wollte ursprünglich das ganze Königreich Sachsen seinem Staat einverleiben und damit ein zusammenhängendes preußisches Territorium im Osten schaffen. Im Wiener Kongress erhielt Preußen im Osten die nördliche Hälfte Sachsens (mit der Festungsstadt Torgau und Lutherstadt Wittenberg), den schwedischen Teil Vorpommerns (mit der Insel Rügen) und das Großherzogtum Posen. Mit dem Wiener Kongress beziehungsweise dem territorialen Gewinn der preußischen Westprovinzen (Provinz Westfalen und Rheinprovinz) wuchs die Zahl der Katholiken in Preußen auf 4 Millionen an. Dieser Umstand bereitete im mehrheitlich protestantischen Preußen ein Integrationsproblem. Die katholische Bewegung des Ultramontanismus betrachtete die Kirche als Gebilde, in dessen Belange sich Staaten wie Preußen nicht einzumischen hatten. Mit dem Kölner Mischehenstreit, der sich auf katholisch-protestantische Ehen bezog, gerieten katholische Lehre und preußisches Recht in Konflikt. Während preußisches Recht vorschrieb, dass Kinder die Religion ihres Vaters anzunehmen hatten, forderte die römisch-katholische Lehre, dass der protestantische Partner zu unterschreiben hatte, die Kinder als Katholiken zu erziehen. Als Clemens August Freiherr Droste zu Vischering, ein Anhänger des Ultramontanismus, Erzbischof wurde und auf der katholischen Mischehenregelung bestand, war der Konflikt mit Friedrich Wilhelm III. nicht mehr aufzuhalten. Den Widerstand des Kölner Erzbischofs wertete der preußische König als direkten Angriff auf seine Autorität. Ohne gerichtliche Anklage befahl der König im November 1837 die Verhaftung und Amtsenthebung des Kölner Erzbischofs. Heimlich wurden sogar Soldaten nach Köln verlegt, um lokalen Protesten zuvorzukommen. Bis 1839 wurde Droste zu Vischering in der Festung Minden in Haft gehalten. In den Gebieten mit polnischer Bevölkerung war die konfessionelle Frage auch mit dem Wunsch der Polen nach nationaler Selbstbestimmung verknüpft. Hier führte Martin von Dunin, Erzbischof von Posen und Gnesen, wie in Köln den traditionellen katholischen Ehevertrag wieder ein. Auch er wurde, trotz anfänglichen Verhandlungsversuchen des Königs, verhaftet und in die Festung Kolberg gebracht. Dank Friedrich Wilhelm III. kam der Prozess der wirtschaftlichen Modernisierung in Preußen zügiger voran als in Russland und Österreich. Bei der beginnenden Industrialisierung spielte das vom König 1821 unter der Leitung von Christian Peter Wilhelm Beuth gegründete Gewerbeinstitut Berlin eine Schlüsselrolle. Das Institut vermittelte vor allem die für den praktischen Gewerbebetrieb nötigen technischen Kenntnisse. Es machte neue Technologien zugänglich, indem es aus England, Frankreich und Belgien technologisches Wissen beschaffte und Maschinen nachbaute. Für das Gewerbe und die junge Industrie wurde der aus Cleve stammende, preußische Rheinländer Beuth ein einflussreicher Förderer. Das sehr vergrößerte, aber territorial ungünstig verteilte neue Preußen konnte seine wirtschaftliche Vernetzung, zum Beispiel durch den Bau von Straßen und Chausseen vorantreiben. Allerdings stimmte der König Planungen für den Ausbau der Eisenbahn zunächst nur widerstrebend zu. Anlässlich der Eröffnung der Berlin-Potsdamer Eisenbahnstrecke 1838 soll er angeblich geäußert haben: „...alles soll Karriere gehen, die Ruhe und Gemütlichkeit leiden darunter. Kann mir keine große Seligkeit davon versprechen, ein paar Stunden früher von Berlin in Potsdam zu sein. Zeit wird’s lehren.“ Trotz dieser Bedenken nutzte der stark gealterte König 1839 die Eisenbahnlinie auf seinen letzten Reisen nach Potsdam und bewilligte in seinem Testament eine Million Taler für eine preußische Ost-West-Eisenbahn. August Borsig in Berlin begann zur gleichen Zeit mit dem Bau seiner ersten Lokomotive. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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