28.03.592 |
Fränkisches Reich
König Gontran von Burgund stirbt im Alter von 60 oder 62 Jahren und nach 31 Jahren auf dem Thron. Guntram war der vierte der fünf Söhne aus der Ehe des Königs Clotaire I. und der Königin Ingund. Clotaire, einer der Söhne des Reichsgründers Clovis I., hatte das Frankenreich, das er 511 mit drei Brüdern geteilt hatte, zuletzt nach dem Tod seiner Brüder unter seiner Herrschaft wiedervereinigt. Als Clovis 561 starb, waren die beiden ältesten Söhne aus seiner Ehe mit Ingund bereits gestorben; am Leben waren außer Gontran noch zwei weitere Söhne Ingunds, Caribert I. und Sigebert I., sowie deren Halbbruder Chilperic I. aus der späteren Ehe Clotaires mit Ingunds Schwester Arnegunde. Diese vier Erben teilten das Reich untereinander auf, wobei jeder einen Teil des Reichskerns zwischen Rhein und Loire und einen Teil der seit Chlodwigs Expansionskriegen hinzugekommenen Eroberungen südlich der Loire erhielt. Gontran bekam den Reichsteil mit der Residenz Orléans. Da Gontran keinen Erben mehr hatte – seine vier Söhne waren gestorben –, adoptierte er im Jahr 577 Childebert II., den erst siebenjährigen Sohn und Nachfolger des ermordeten König Sigebert I., auf einer Zusammenkunft in Pompierre an der Grenze zwischen dem Reich Orléans und Childeberts Reich Austrasien. Damit wollte Gontran verhindern, dass nach seinem Tod sein Reich an Chilperich fiel. Gontran und Childebert verbündeten sich gegen Chilperic. Außenpolitisch kam es zum Konflikt mit den Westgoten in Spanien. Gontran wollte sich deren restlichen Besitz nördlich der Pyrenäen, das Gebiet Septimanien, aneignen und unternahm zu diesem Zweck wiederholt Feldzüge, wobei er jedoch letztlich erfolglos blieb. Brunichild, die selbst Gotin war, und Childebert trieben hingegen eine westgotenfreundliche Politik. Auch gegenüber dem byzantinischen Reich und den Langobarden verfolgte Guntram einen anderen Kurs als die Austrasier; er war antibyzantinisch und prolangobardisch gesinnt, die Austrasier hingegen verbündeten sich mit den Byzantinern gegen die Langobarden. Da Gontran ohne Erben starb, fällt sein Königreich an Childebert II. Gontran wird in der Kirche Saint-Marcel bei Chalon-sur-Saône begraben werden. Gontran wird von dem Bischof und Geschichtsschreiber Gregor von Tours im Vergleich mit anderen Merowingern auffallend positiv dargestellt und als "der gute König Gontran" bezeichnet. Dies dürfte mit seiner besonders kirchenfreundlichen Politik zusammenhängen; Gontran gründete Klöster und förderte das Mönchtum. Wegen dieser Haltung wird Gontran später sogar als Heiliger verehrt werden, nicht nur lokal in seinem ehemaligen Machtbereich, sondern später unter anderem auch in Utrecht, Köln und Reims.
Die aktuellen Herrscher des Fränkischen Reiches
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Funktion
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Name
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seit
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Jahre
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70px |
König (Teilkönigreich Neustrien) |
Clotaire II. (Chlotar I.) |
Herbst 584 |
8
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70px |
König (Teilkönigreiche Austrasien und Burgund) |
Childebert II. |
25.12.575 |
17
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