Chronik 05.1928: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Reichsgericht lehnt den Antrag von Reichsinnenminister Walter von Keudell (* 1884) von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) ab, den kommunistischen "Roten Frontkämpferbund" zu verbieten. Die DNVP hält gegenwärtig 20,5 Prozent der Reichstagssitze, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 8,9 Prozent. <br> | Das Reichsgericht lehnt den Antrag von Reichsinnenminister Walter von Keudell (* 1884) von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) ab, den kommunistischen "Roten Frontkämpferbund" zu verbieten. Die DNVP hält gegenwärtig 20,5 Prozent der Reichstagssitze, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 8,9 Prozent. <br> | ||
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− | | <center>'''[[Chronik 05.1928|03.05.1928]]''' <br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Deutschland.gif|50px]] [[Datei:Schweden.gif|50px]] [[Datei:Finnland 1918-1978.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || ''' [[Königreich Italien]] / [[Deutsches Reich]] / [[Königreich Schweden]] / [[Republik Finnland]]''' <br> | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 05.1928|03.05.1928]]''' <br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Deutschland.gif|50px]] [[Datei:Schweden.gif|50px]] [[Datei:Finnland 1918-1978.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | ''' [[Königreich Italien]] / [[Deutsches Reich]] / [[Königreich Schweden]] / [[Republik Finnland]]''' <br> |
[[Datei:Umberto Nobile.jpg|thumb|150px|''Der italienische Luftschiffpionier General Umberto Nobile ist der Kommandant der ersten italienischen Nordpolarexpedition'']] Nach einem zweiwöchigen Reparaturaufenthalt im deutschen Luftschiffhafen Seddin bei Stolp startet das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile, das sich auf eine Expedition des Nordpols vorbereitet, um 0328 Uhr in Richtung Spitzbergen. Die Besatzung wurde inzwischen von 20 auf 18 reduziert. Das Luftschiff ist auf dem Kurs nach Stockholm, es weht ein starker Wind aus Nord. Alles an Bord ist in gutem Zustand inklusive der wissenschaftlichen Instrumente, die nunmehr im Endzustand installiert worden sind. Im Falle einer Notlandung über der Barentssee würde ein mitgeführtes Gummiboot zur Rettungsinsel für die Besatzung werden. Zusätzlich zum normalen Proviant sind auch 150 kg Pemmikan (ein haltbarer Dauerproviant nordamerikanischer Indianer aus getrocknetem Fleisch und Fett), Schokolade und Biskuit für einen Monat sowie ein paar Gewehrbüchsen und Munition, die immerhin 30 kg wiegen. Als ITALIA Stolp verlässt, hat sie 5740 kg Benzin und Öl an Bord, was für 70 Stunden Flug bei einer normalen Geschwindigkeit von 80 km/h ausreicht. Die ITALIA legt die 656 Kilometer nach Stockholm in siebeneinhalb Stunden zurück und kommt dort um 11 Uhr bei strahlendem Sonnenschein an. Scheinbar die ganze Stadt ist auf den Straßen, um das Luftschiff zu sehen, das von Karlskrona über Landsort, Nynäshamn, Dalarö und Saltsjöbaden einfliegt. Über Nynäshamn kommt es zu einer Begegnung mit drei Flugzeugen mit Fotografen, Reportern und Künstlern an Bord. Die ITALIA passiert die Altstadt von Stockholm und fliegt weiter in Richtung Kungsholmen und Bromma. Immer mehr Flugzeuge mit Fotografen steigen auf, die das Luftschiff aus allen möglichen Positionen fotografieren, einige von ihnen gehören zur Königlich-Schwedischen Marine und sind in Hägernes stationiert. Einer dieser Piloten ist Lieutenant Einar Christell. Als die ITALIA Äppelviken überfährt, sinkt sie auf 100 Meter Höhe ab, um über einem Haus in Dalstigen zu kreisen, das Anna Malmgren, der Mutter des Expeditions-Meteorologen Finn Malmgren gehört. Eine Nachricht wird abgeworfen, die die Mutter allerdings nicht erreicht, da diese sich nach Stockholm aufgemacht hat, um dort das Luftschiff zu beobachten. Als sie nach Hause kommt, findet sie eine Nachricht, in einer Flagge eingewickelt: „Liebe Mutter, wenn Du dies erhältst, sende es bitte sofort per Expresstelegramm weiter: VAERVARSLINGA TROMSÖ AFTER 14 MET PLEASE TRY 1400 M STOP WE ANSWER ON 900 POSITION AT 11 O’CLOCK STOCKHOLM GREETINGS/MALMGREN. Außerdem geht es uns sehr gut und die Reise hat sehr gut begonnen. Herzliche Grüße/Finn.“ Von Bromma aus setzt die ITALIA ab 12 Uhr ihren Flug nach Norden fort. Ein paar Stunden später drückt ein starker Wind das Luftschiff nach Osten, so dass es über Vasa in Finnland ankommt. Der Flug geht weiter in Richtung Rovaniemi. <br> | [[Datei:Umberto Nobile.jpg|thumb|150px|''Der italienische Luftschiffpionier General Umberto Nobile ist der Kommandant der ersten italienischen Nordpolarexpedition'']] Nach einem zweiwöchigen Reparaturaufenthalt im deutschen Luftschiffhafen Seddin bei Stolp startet das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile, das sich auf eine Expedition des Nordpols vorbereitet, um 0328 Uhr in Richtung Spitzbergen. Die Besatzung wurde inzwischen von 20 auf 18 reduziert. Das Luftschiff ist auf dem Kurs nach Stockholm, es weht ein starker Wind aus Nord. Alles an Bord ist in gutem Zustand inklusive der wissenschaftlichen Instrumente, die nunmehr im Endzustand installiert worden sind. Im Falle einer Notlandung über der Barentssee würde ein mitgeführtes Gummiboot zur Rettungsinsel für die Besatzung werden. Zusätzlich zum normalen Proviant sind auch 150 kg Pemmikan (ein haltbarer Dauerproviant nordamerikanischer Indianer aus getrocknetem Fleisch und Fett), Schokolade und Biskuit für einen Monat sowie ein paar Gewehrbüchsen und Munition, die immerhin 30 kg wiegen. Als ITALIA Stolp verlässt, hat sie 5740 kg Benzin und Öl an Bord, was für 70 Stunden Flug bei einer normalen Geschwindigkeit von 80 km/h ausreicht. Die ITALIA legt die 656 Kilometer nach Stockholm in siebeneinhalb Stunden zurück und kommt dort um 11 Uhr bei strahlendem Sonnenschein an. Scheinbar die ganze Stadt ist auf den Straßen, um das Luftschiff zu sehen, das von Karlskrona über Landsort, Nynäshamn, Dalarö und Saltsjöbaden einfliegt. Über Nynäshamn kommt es zu einer Begegnung mit drei Flugzeugen mit Fotografen, Reportern und Künstlern an Bord. Die ITALIA passiert die Altstadt von Stockholm und fliegt weiter in Richtung Kungsholmen und Bromma. Immer mehr Flugzeuge mit Fotografen steigen auf, die das Luftschiff aus allen möglichen Positionen fotografieren, einige von ihnen gehören zur Königlich-Schwedischen Marine und sind in Hägernes stationiert. Einer dieser Piloten ist Lieutenant Einar Christell. Als die ITALIA Äppelviken überfährt, sinkt sie auf 100 Meter Höhe ab, um über einem Haus in Dalstigen zu kreisen, das Anna Malmgren, der Mutter des Expeditions-Meteorologen Finn Malmgren gehört. Eine Nachricht wird abgeworfen, die die Mutter allerdings nicht erreicht, da diese sich nach Stockholm aufgemacht hat, um dort das Luftschiff zu beobachten. Als sie nach Hause kommt, findet sie eine Nachricht, in einer Flagge eingewickelt: „Liebe Mutter, wenn Du dies erhältst, sende es bitte sofort per Expresstelegramm weiter: VAERVARSLINGA TROMSÖ AFTER 14 MET PLEASE TRY 1400 M STOP WE ANSWER ON 900 POSITION AT 11 O’CLOCK STOCKHOLM GREETINGS/MALMGREN. Außerdem geht es uns sehr gut und die Reise hat sehr gut begonnen. Herzliche Grüße/Finn.“ Von Bromma aus setzt die ITALIA ab 12 Uhr ihren Flug nach Norden fort. Ein paar Stunden später drückt ein starker Wind das Luftschiff nach Osten, so dass es über Vasa in Finnland ankommt. Der Flug geht weiter in Richtung Rovaniemi. <br> | ||
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Das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von Umberto Nobile überfliegt um 0149 Uhr die finnische Stadt Rovaniemi. Anschließend ereignen sich weitere Schwierigkeiten in der Expedition. Ein Wetterbericht von Geophysikalischen Institut in Tromsö erreicht die ITALIA: „Ein Tief zwischen der Bäreninsel und Spitsbergen zieht weiter ostwärts. Der Druck fällt hinter einer Front, die jetzt zwischen Spitsbergen, Jan Mayen und Grönland liegt. Der Wind weht aus Nord-Nordwest im der Stärke 5. Je weiter die Fahrt nach Norden geht, umso mehr besteht die Chance von Winden aus dem Osten und Westen, die aber nicht signifikant sind.“ Um Kursabweichungen aufgrund des Windes minimal zu halten, wird ein dritter Motor zugeschaltet. Teilweise fliegt das Luftschiff durch Nebel ohne Sicht. Über dem offenen Meer lichtet sich der Nebel und die Besatzung kann die kleine Basis Vadsö in der norwegischen Provinz Finnmark ausmachen, die mit einem Luftschiff-Mast ausgerüstet ist. Nobile entscheidet, die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen, um die vorteilhaften Möglichkeiten der Zwischenlandung zu nutzen. Vadsö ist Nobile bekannt, da er bereits auf der Fahrt der NORGE zwei Jahre zuvor hier ebenfalls ankerte. 15 Minuten nach der Sichtung der Basis ankert das Luftschiff nach mehreren schwierigen Manövern um 0855 Uhr am Mast, als eine Windböe das Schiff gegen den Mast drückt, was leichte Beschädigungen bei der Lenkung verursacht. Nach ein paar Stunden ist der Schaden wieder behoben. Inzwischen werden Windböen bis zu 55 km/h gemessen, die das Luftschiff unkontrolliert hin- und herbewegen, so dass die Offiziere entscheiden, zwei Turbinen anzuwerfen, die die Belastung des Ankermastes durch das Luftschiff reduzieren sollen. <br> | Das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von Umberto Nobile überfliegt um 0149 Uhr die finnische Stadt Rovaniemi. Anschließend ereignen sich weitere Schwierigkeiten in der Expedition. Ein Wetterbericht von Geophysikalischen Institut in Tromsö erreicht die ITALIA: „Ein Tief zwischen der Bäreninsel und Spitsbergen zieht weiter ostwärts. Der Druck fällt hinter einer Front, die jetzt zwischen Spitsbergen, Jan Mayen und Grönland liegt. Der Wind weht aus Nord-Nordwest im der Stärke 5. Je weiter die Fahrt nach Norden geht, umso mehr besteht die Chance von Winden aus dem Osten und Westen, die aber nicht signifikant sind.“ Um Kursabweichungen aufgrund des Windes minimal zu halten, wird ein dritter Motor zugeschaltet. Teilweise fliegt das Luftschiff durch Nebel ohne Sicht. Über dem offenen Meer lichtet sich der Nebel und die Besatzung kann die kleine Basis Vadsö in der norwegischen Provinz Finnmark ausmachen, die mit einem Luftschiff-Mast ausgerüstet ist. Nobile entscheidet, die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen, um die vorteilhaften Möglichkeiten der Zwischenlandung zu nutzen. Vadsö ist Nobile bekannt, da er bereits auf der Fahrt der NORGE zwei Jahre zuvor hier ebenfalls ankerte. 15 Minuten nach der Sichtung der Basis ankert das Luftschiff nach mehreren schwierigen Manövern um 0855 Uhr am Mast, als eine Windböe das Schiff gegen den Mast drückt, was leichte Beschädigungen bei der Lenkung verursacht. Nach ein paar Stunden ist der Schaden wieder behoben. Inzwischen werden Windböen bis zu 55 km/h gemessen, die das Luftschiff unkontrolliert hin- und herbewegen, so dass die Offiziere entscheiden, zwei Turbinen anzuwerfen, die die Belastung des Ankermastes durch das Luftschiff reduzieren sollen. <br> | ||
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[[Datei:Finn Malmgren.jpg|thumb|150px|''Der schwedische Meteorologe Finn Malmgren begleitet die italienische Nordpolarexpedition'']] Das italienische Luftschiff ITALIA, das seit gestern Morgen am Mast der Basis Vadsö in der norwegischen Finnmark ankert, hat eine stürmische Nacht bei ansteigenden Temperaturen verbracht. Inzwischen ist der Schneefall in Regen gewechselt, der an den Seiten des Luftschiffes herunterläuft und die Gondel und jedermann, der sich darin befindet, in kurzer Zeit durchnässt. Da sich die Wetterbedingungen über der Barentssee verbessern, mahnt der Bordmeteorologe Finn Malmgren einen schnellen Start an. Um 2034 Uhr verlässt die ITALIA die Basis Vadsö mit 19 Mann Besatzung, da sich ein Mann vom Bodenteam entschlossen hat, die Expedition zu begleiten. Das Schiff verfügt noch über 6175 kg Benzin, was ausreichen würde, um das Schiff bei starkem Gegenwind mit 60 km/h bis nach King's Bay zu bringen. Der erste Teil der Reise führt über die Bäreninsel und der schwedische Meteorologe und stellvertretende Kommandant der Mission Finn Malmgren sagt für den weiteren Flug gute Wetterbedingungen voraus. Nur noch etwas Nebel und etwas Schnee sorgen für leichte Aufregung. <br> | [[Datei:Finn Malmgren.jpg|thumb|150px|''Der schwedische Meteorologe Finn Malmgren begleitet die italienische Nordpolarexpedition'']] Das italienische Luftschiff ITALIA, das seit gestern Morgen am Mast der Basis Vadsö in der norwegischen Finnmark ankert, hat eine stürmische Nacht bei ansteigenden Temperaturen verbracht. Inzwischen ist der Schneefall in Regen gewechselt, der an den Seiten des Luftschiffes herunterläuft und die Gondel und jedermann, der sich darin befindet, in kurzer Zeit durchnässt. Da sich die Wetterbedingungen über der Barentssee verbessern, mahnt der Bordmeteorologe Finn Malmgren einen schnellen Start an. Um 2034 Uhr verlässt die ITALIA die Basis Vadsö mit 19 Mann Besatzung, da sich ein Mann vom Bodenteam entschlossen hat, die Expedition zu begleiten. Das Schiff verfügt noch über 6175 kg Benzin, was ausreichen würde, um das Schiff bei starkem Gegenwind mit 60 km/h bis nach King's Bay zu bringen. Der erste Teil der Reise führt über die Bäreninsel und der schwedische Meteorologe und stellvertretende Kommandant der Mission Finn Malmgren sagt für den weiteren Flug gute Wetterbedingungen voraus. Nur noch etwas Nebel und etwas Schnee sorgen für leichte Aufregung. <br> | ||
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Um 0430 Uhr erreicht das italienische Luftschiff ITALIA die Bäreninsel, die auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und Svalbard (Spitzbergen) liegt. Anschließend verschlechtert sich das Wetter rapide: Statt der gemeldeten Winde aus Nord wird das Luftschiff von dem Ausläufer eines Tiefdruckgebietes erreicht und kann nur gesteuert werden, indem es sich seitlich zu seinem Zielort bewegt. Nachdem sich das Luftschiff auf diese Weise nach Spitzbergen vorarbeitete und seine Position radiogoniometrisch bestimmte, sichtet die Besatzung die westlich vorgelagerte langgestreckte Insel Prins-Karls-Forland und bringt das Schiff auf einen Kurs zum Eingang des Kongsfjords, wo das nächste Ziel Ny-Aalesund ist. Als die ITALIA um 1122 den Kongsfjord erreicht, scheint die Sonne und das Wetter klart auf, obwohl es noch sehr windig ist. Nur eine halbe Stunde später muss die ITALIA in einem Zick-Zack-Kurs in den Fjord hinein fahren, da der Wind wieder zu einem Sturm angewachsen ist. Der Mast und der inzwischen aufgestellte Hangar warten auf das Schiff. Die ITALIA muss mit dem endgültigen Anlegen warten, bis der Wind etwas mehr abgeflaut ist. Nach ein paar Stunden gelingt es der Besatzung, das Luftschiff in dem Hangar in Sicherheit vor dem Wetter zu bringen. Hierzu wurde ein Kabel vom Luftschiff auf die im Hafen wartende "Città di Milano" heruntergelassen. Das Versorgungsschiff, das ein ehemaliger deutscher Kabelleger ist, zieht die ITALIA sicher nach unten. Im Hafen befindet sich außerdem das von General Umberto Nobile gecharterte Segelschiff "Hobby". Die ITALIA hat auf der letzten Etappe vor Spitzbergen in 15,5 Stunden 1333 Kilometer zurückgelegt. Von Stolp bis hierher waren es 3520 Kilometer. <br> | Um 0430 Uhr erreicht das italienische Luftschiff ITALIA die Bäreninsel, die auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und Svalbard (Spitzbergen) liegt. Anschließend verschlechtert sich das Wetter rapide: Statt der gemeldeten Winde aus Nord wird das Luftschiff von dem Ausläufer eines Tiefdruckgebietes erreicht und kann nur gesteuert werden, indem es sich seitlich zu seinem Zielort bewegt. Nachdem sich das Luftschiff auf diese Weise nach Spitzbergen vorarbeitete und seine Position radiogoniometrisch bestimmte, sichtet die Besatzung die westlich vorgelagerte langgestreckte Insel Prins-Karls-Forland und bringt das Schiff auf einen Kurs zum Eingang des Kongsfjords, wo das nächste Ziel Ny-Aalesund ist. Als die ITALIA um 1122 den Kongsfjord erreicht, scheint die Sonne und das Wetter klart auf, obwohl es noch sehr windig ist. Nur eine halbe Stunde später muss die ITALIA in einem Zick-Zack-Kurs in den Fjord hinein fahren, da der Wind wieder zu einem Sturm angewachsen ist. Der Mast und der inzwischen aufgestellte Hangar warten auf das Schiff. Die ITALIA muss mit dem endgültigen Anlegen warten, bis der Wind etwas mehr abgeflaut ist. Nach ein paar Stunden gelingt es der Besatzung, das Luftschiff in dem Hangar in Sicherheit vor dem Wetter zu bringen. Hierzu wurde ein Kabel vom Luftschiff auf die im Hafen wartende "Città di Milano" heruntergelassen. Das Versorgungsschiff, das ein ehemaliger deutscher Kabelleger ist, zieht die ITALIA sicher nach unten. Im Hafen befindet sich außerdem das von General Umberto Nobile gecharterte Segelschiff "Hobby". Die ITALIA hat auf der letzten Etappe vor Spitzbergen in 15,5 Stunden 1333 Kilometer zurückgelegt. Von Stolp bis hierher waren es 3520 Kilometer. <br> | ||
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− | | <center>'''[[Chronik 05.1928|07.05.1928]]''' <br> [[Datei:Großbritannien.gif|50px]] </center> || '''[[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]]''' <br> | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 05.1928|07.05.1928]]''' <br> [[Datei:Großbritannien.gif|50px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]]''' <br> |
In Großbritannien erhalten Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet haben, das aktive und das passive Wahlrecht. Frauen sind damit den Männern gleichgestellt. Bislang durften nur Frauen wählen, die über 30 Jahre alt sind. <br> | In Großbritannien erhalten Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet haben, das aktive und das passive Wahlrecht. Frauen sind damit den Männern gleichgestellt. Bislang durften nur Frauen wählen, die über 30 Jahre alt sind. <br> | ||
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− | | <center>'''[[Chronik 05.1928|11.05.1928]]'''<br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Norwegen.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || '''[[Königreich Italien]] / [[Königreich Norwegen]]''' <br> | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 05.1928|11.05.1928]]'''<br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Norwegen.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Königreich Italien]] / [[Königreich Norwegen]]''' <br> |
Das Luftschiff ITALIA startet unter dem Kommando von General Umberto Nobile startet von Ny-Aalesund, einem kleinen Ort auf der norwegigischen Insel Spitzbergen im Verwaltungsbezirk Svalbard mit dem Ziel, den Norden Sibiriens und die Taimyr-Halbinsel, genannt "Nikolaus-II.-Land", zu erkunden. Wegen des unplanmäßigen Aufenthalts in Stolp hängt die Nobile-Expedition etwa zwei Wochen hinter dem Zeitplan zurück, da das Wetter zwei Wochen zuvor weniger wechselhaft, dafür aber sonnig und kalt ist. Gerade heute jedoch steigt die Lufttemperatur von minus 10 Grad Celsius bis über den Gefrierpunkt, was die Nutzlast des Luftschiffes deutlich reduziert. General Nobile sieht sich gezwungen, einige hundert Kilo Treibstoff aus den Tanks abzupumpen und die Anzahl der Crewmitglieder zu reduzieren. Da alle Techniker an Bord gebraucht werden, müssen einige der Wissenschaftler in Svalbard zurückbleiben. Ein paar Stunden nach dem Start gerät die ITALIA in einen Schneesturm und kehrt nach Ny-Aalesund, das bis 1925 King's Bay hieß, zurück, da der fallende Schnee in dieser Menge eine Gefahr für die Hülle des Luftschiffes darstellt. <br> | Das Luftschiff ITALIA startet unter dem Kommando von General Umberto Nobile startet von Ny-Aalesund, einem kleinen Ort auf der norwegigischen Insel Spitzbergen im Verwaltungsbezirk Svalbard mit dem Ziel, den Norden Sibiriens und die Taimyr-Halbinsel, genannt "Nikolaus-II.-Land", zu erkunden. Wegen des unplanmäßigen Aufenthalts in Stolp hängt die Nobile-Expedition etwa zwei Wochen hinter dem Zeitplan zurück, da das Wetter zwei Wochen zuvor weniger wechselhaft, dafür aber sonnig und kalt ist. Gerade heute jedoch steigt die Lufttemperatur von minus 10 Grad Celsius bis über den Gefrierpunkt, was die Nutzlast des Luftschiffes deutlich reduziert. General Nobile sieht sich gezwungen, einige hundert Kilo Treibstoff aus den Tanks abzupumpen und die Anzahl der Crewmitglieder zu reduzieren. Da alle Techniker an Bord gebraucht werden, müssen einige der Wissenschaftler in Svalbard zurückbleiben. Ein paar Stunden nach dem Start gerät die ITALIA in einen Schneesturm und kehrt nach Ny-Aalesund, das bis 1925 King's Bay hieß, zurück, da der fallende Schnee in dieser Menge eine Gefahr für die Hülle des Luftschiffes darstellt. <br> | ||
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In New York wird das erste Fernsehprogramm nach einem regulären Zeitplan ausgestrahlt. Es soll dienstags, donnerstags und freitags jeweils eine halbe Stunde gesendet werden. <br> | In New York wird das erste Fernsehprogramm nach einem regulären Zeitplan ausgestrahlt. Es soll dienstags, donnerstags und freitags jeweils eine halbe Stunde gesendet werden. <br> | ||
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Die Internationale Pressausstellung "Pressa", die größte Schau ihrer Art, wird in Köln eröffnet. <br> | Die Internationale Pressausstellung "Pressa", die größte Schau ihrer Art, wird in Köln eröffnet. <br> | ||
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− | | <center>'''[[Chronik 05.1928|15.05.1928]]''' <br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Norwegen.gif|50px]] [[Datei:UdSSR 1923-1955.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || '''[[Königreich Italien]] / [[Königreich Norwegen]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 05.1928|15.05.1928]]''' <br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Norwegen.gif|50px]] [[Datei:UdSSR 1923-1955.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Königreich Italien]] / [[Königreich Norwegen]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> |
Die italienische Nordpolarexpedition mit dem Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile unternimmt einen neuen Anlauf zur Erkundung des "Nikolaus-II.-Land" auf der Taimyr-Halbinsel im Norden Sibiriens. Wie schon bei dem Versuch vor vier Tagen müssen aus Gewichtsgründen wieder Wissenschaftler zurückbleiben. Dem Druck der in Svalberg anwesenden Presseleute, einen ihrer Kollegen auf die Fahrt mitzunehmen, kann Nobile nicht weiter widerstehen. Der Start und die anschließende Fahrt verlaufen ohne neue Probleme. <br> | Die italienische Nordpolarexpedition mit dem Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile unternimmt einen neuen Anlauf zur Erkundung des "Nikolaus-II.-Land" auf der Taimyr-Halbinsel im Norden Sibiriens. Wie schon bei dem Versuch vor vier Tagen müssen aus Gewichtsgründen wieder Wissenschaftler zurückbleiben. Dem Druck der in Svalberg anwesenden Presseleute, einen ihrer Kollegen auf die Fahrt mitzunehmen, kann Nobile nicht weiter widerstehen. Der Start und die anschließende Fahrt verlaufen ohne neue Probleme. <br> | ||
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Das italienische Luftschiff ITALIA erreicht die 1600 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernte Inselgruppe Sewernaja Semlja. Der Plan, das Ziel "Nikolaus-II.-Land" zu erreichen, wird aufgegeben, da infolge des unerwarteten Gegenwindes Treibstoff gespart werden muss. <br> | Das italienische Luftschiff ITALIA erreicht die 1600 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernte Inselgruppe Sewernaja Semlja. Der Plan, das Ziel "Nikolaus-II.-Land" zu erreichen, wird aufgegeben, da infolge des unerwarteten Gegenwindes Treibstoff gespart werden muss. <br> | ||
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Nach 69 Stunden Fahrt kehrt das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile von seiner erfolgreichen Forschungsfahrt über das Franz-Josef-Land nach einer Reise von 3800 Kilometer Länge und der Kartografierung von 48.000 Quadratkilometern Fläche nach Ny-Aalesund auf Spitzbergen zurück. Den Wissenschaftlern an Bord gelang es, große Mengen meteorologischer Daten, besonders über die mutmaßliche Beschaffung des Eises, zu sammeln. Außerdem werden Beobachtungen über den Zustand des Erdmagnetismus in verschiedenen Höhen angestellt sowie die Ionendichte der Luft, die Radioaktivität und die Kosmische Strahlung gemessen. Wegen des widrigen Wetters wurde von einer Zwischenlandung abgesehen. Unverzüglich nach der Landung in King's Bay beginnen die Vorbereitungen für die Fahrt des Luftschiffes zum Nordpol, die in vier Tagen beginnen soll. <br> | Nach 69 Stunden Fahrt kehrt das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile von seiner erfolgreichen Forschungsfahrt über das Franz-Josef-Land nach einer Reise von 3800 Kilometer Länge und der Kartografierung von 48.000 Quadratkilometern Fläche nach Ny-Aalesund auf Spitzbergen zurück. Den Wissenschaftlern an Bord gelang es, große Mengen meteorologischer Daten, besonders über die mutmaßliche Beschaffung des Eises, zu sammeln. Außerdem werden Beobachtungen über den Zustand des Erdmagnetismus in verschiedenen Höhen angestellt sowie die Ionendichte der Luft, die Radioaktivität und die Kosmische Strahlung gemessen. Wegen des widrigen Wetters wurde von einer Zwischenlandung abgesehen. Unverzüglich nach der Landung in King's Bay beginnen die Vorbereitungen für die Fahrt des Luftschiffes zum Nordpol, die in vier Tagen beginnen soll. <br> | ||
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In der Türkei werden die in Europa gebräuchlichen Ziffern eingeführt. <br> | In der Türkei werden die in Europa gebräuchlichen Ziffern eingeführt. <br> | ||
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Bei den Reichstagswahlen müssen die gemäßigten bürgerlichen Parteien sowie die rechtsgerichtete Deutsch-Nationale Volksparteil (DNVP) zum Teil erhebliche Verluste hinnehmen. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) gewinnt 22 Mandate hinzu, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) neun. <br> | Bei den Reichstagswahlen müssen die gemäßigten bürgerlichen Parteien sowie die rechtsgerichtete Deutsch-Nationale Volksparteil (DNVP) zum Teil erhebliche Verluste hinnehmen. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) gewinnt 22 Mandate hinzu, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) neun. <br> | ||
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− | | <center>'''[[Chronik 05.1928|23.05.1928]]''' <br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Norwegen.gif|50px]] [[Datei:Dänemark.gif|50px]] [[Datei:Tschechien.gif|50px]] [[Datei:Schweden.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || '''[[Königreich Italien]] / [[Königreich Norwegen]] / [[Königreich Dänemark]] ([[Grönland]]) / [[Tschechoslowakische Republik]] / [[Königreich Schweden]]''' <br> | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 05.1928|23.05.1928]]''' <br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Norwegen.gif|50px]] [[Datei:Dänemark.gif|50px]] [[Datei:Tschechien.gif|50px]] [[Datei:Schweden.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Königreich Italien]] / [[Königreich Norwegen]] / [[Königreich Dänemark]] ([[Grönland]]) / [[Tschechoslowakische Republik]] / [[Königreich Schweden]]''' <br> |
Das Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile startet von Ny-Aalesund in Richtung Nordpol. An Bord des Luftschiffes befinden sich 16 Besatzungsmitglieder und ein Hund: <br> | Das Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile startet von Ny-Aalesund in Richtung Nordpol. An Bord des Luftschiffes befinden sich 16 Besatzungsmitglieder und ein Hund: <br> | ||
* [[Datei:Italien 1861-1946.gif|25px]] General Umberto Nobile, 43 Jahre alt, Expeditionsleiter | * [[Datei:Italien 1861-1946.gif|25px]] General Umberto Nobile, 43 Jahre alt, Expeditionsleiter | ||
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Um 1930 Uhr reißt der Kontakt zwischen ITALIA und den Korrespondenten auf der CITTÀ DI MILANO ab; ein Journalist vermutet, dass der einzige Radiotechniker an Bord sich schlafen gelegt hat. Man erwartet die ITALIA gegen Mitternacht in Spitzbergen zurück. <br> | Um 1930 Uhr reißt der Kontakt zwischen ITALIA und den Korrespondenten auf der CITTÀ DI MILANO ab; ein Journalist vermutet, dass der einzige Radiotechniker an Bord sich schlafen gelegt hat. Man erwartet die ITALIA gegen Mitternacht in Spitzbergen zurück. <br> | ||
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Der Plan der Besatzung des international besetzten italienischen Luftschiffs ITALIA, bis zum Morgen Spitzbergen zu erreichen, muss aufgegeben werden. Die Situation, in der sich das Luftschiff befindet, ist sehr schlecht: Schnee, Nebel und Sturm hindern die ITALIA an einem schnellen Vorstoß nach Süden, vielmehr wird das Luftschiff geradezu steuerlos hin- und hergetrieben. Jeder an Bord ist mittlerweile übermüdet, jedoch gibt es kaum Ruhephasen, da jedermanns Arm für die Sicherheit der Fahrt benötigt wird. Der Korvettenkapitän und Navigator Filippo Zappi und der Erste Offizier Korvettenkapitän Adalberto Marino konzentrieren sich auf die Funktion des Seitenruders, während Ingenieur Felice Trojani und Cheftechniker Natale Cecioni das Höhenruder überwachen. Der tschechische Universitätsprofessor Franz Béhounek bleibt die Ruhe selbst und beschäftigt sich mit dem Ablesen seiner Instrumente. Der Physikprofessor an der Universität von Mailand Aldo Pontremoli und der Physiker und Journalist Ugo Lago ziehen sich in Ballonkiel des Schiffes zurück, um in ihren Schlafsäcken Schlaf zu finden. Nobile beobachtet unermüdlich die Geschwindigkeit und die Ergebnisse des radiometrischen Messungen, wobei ein Teil der mit Detektoren aufgefangenen Strahlung in Wärme oder in ein elektrisches Signal umgewandelt wird, woraus unter anderem auf die Art der strahlenden Oberfläche und ihre Temperatur geschlossen werden kann. Die Besatzung vermutet, dass sich ihr Luftschiff derzeit über Land befindet, aber eine Positionsbestimmung ist aufgrund der Wetterverhältnisse unmöglich. <br> | Der Plan der Besatzung des international besetzten italienischen Luftschiffs ITALIA, bis zum Morgen Spitzbergen zu erreichen, muss aufgegeben werden. Die Situation, in der sich das Luftschiff befindet, ist sehr schlecht: Schnee, Nebel und Sturm hindern die ITALIA an einem schnellen Vorstoß nach Süden, vielmehr wird das Luftschiff geradezu steuerlos hin- und hergetrieben. Jeder an Bord ist mittlerweile übermüdet, jedoch gibt es kaum Ruhephasen, da jedermanns Arm für die Sicherheit der Fahrt benötigt wird. Der Korvettenkapitän und Navigator Filippo Zappi und der Erste Offizier Korvettenkapitän Adalberto Marino konzentrieren sich auf die Funktion des Seitenruders, während Ingenieur Felice Trojani und Cheftechniker Natale Cecioni das Höhenruder überwachen. Der tschechische Universitätsprofessor Franz Béhounek bleibt die Ruhe selbst und beschäftigt sich mit dem Ablesen seiner Instrumente. Der Physikprofessor an der Universität von Mailand Aldo Pontremoli und der Physiker und Journalist Ugo Lago ziehen sich in Ballonkiel des Schiffes zurück, um in ihren Schlafsäcken Schlaf zu finden. Nobile beobachtet unermüdlich die Geschwindigkeit und die Ergebnisse des radiometrischen Messungen, wobei ein Teil der mit Detektoren aufgefangenen Strahlung in Wärme oder in ein elektrisches Signal umgewandelt wird, woraus unter anderem auf die Art der strahlenden Oberfläche und ihre Temperatur geschlossen werden kann. Die Besatzung vermutet, dass sich ihr Luftschiff derzeit über Land befindet, aber eine Positionsbestimmung ist aufgrund der Wetterverhältnisse unmöglich. <br> | ||
Um 0925 Uhr meldet Ingenieur Trojani, dass das Höhenruder klemmt. Kommandant Nobile ist sofort bei ihm, aber auch gemeinsam bekommen sie das Ruder nicht mehr in Bewegung, sodass das Luftschiff zu einem Abstieg ansetzt, was einen Geschwindigkeitszuwachs bedeutet. als die Höhe der ITALIA über dem Meeresspiegel nur noch 250 Meter beträgt, halten sich die Offiziere bereit, die Benzinbehälter abzuwerfen, damit das Luftschiff so wieder an Höhe gewinnen kann. Die Motoren werden gestoppt und langsam schwebt die ITALIA wieder nach oben. Nach einer Weile hat sie 900 Meter erreicht und die Besatzung sieht die Sonne durch die Wolken schimmern. Dem Marine-Leutnant Alfredo Viglieri gelingt es, das festgeklemmte Höhenruder wieder zu lösen. Mit Hilfe des Sonnenstandes lässt sich eine ungefähre Position ermitteln: Das Luftschiff befindet sich 45 Meilen nordöstlich von Ross Island. Jede Motorengondel wird jetzt mit einem Mechaniker benannt, Vincenzo Pomella übernimmt den hinteren Motor, Attilio Caratti den Backbord- und Calisto Ciocca den Steuerbord-Motor. <br> | Um 0925 Uhr meldet Ingenieur Trojani, dass das Höhenruder klemmt. Kommandant Nobile ist sofort bei ihm, aber auch gemeinsam bekommen sie das Ruder nicht mehr in Bewegung, sodass das Luftschiff zu einem Abstieg ansetzt, was einen Geschwindigkeitszuwachs bedeutet. als die Höhe der ITALIA über dem Meeresspiegel nur noch 250 Meter beträgt, halten sich die Offiziere bereit, die Benzinbehälter abzuwerfen, damit das Luftschiff so wieder an Höhe gewinnen kann. Die Motoren werden gestoppt und langsam schwebt die ITALIA wieder nach oben. Nach einer Weile hat sie 900 Meter erreicht und die Besatzung sieht die Sonne durch die Wolken schimmern. Dem Marine-Leutnant Alfredo Viglieri gelingt es, das festgeklemmte Höhenruder wieder zu lösen. Mit Hilfe des Sonnenstandes lässt sich eine ungefähre Position ermitteln: Das Luftschiff befindet sich 45 Meilen nordöstlich von Ross Island. Jede Motorengondel wird jetzt mit einem Mechaniker benannt, Vincenzo Pomella übernimmt den hinteren Motor, Attilio Caratti den Backbord- und Calisto Ciocca den Steuerbord-Motor. <br> | ||
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Einer Bitte des norwegischen Verteidigungsministeriums nachkommend, bittet der Gouverneur (Sysselmann) von Svalbard, Johannes Gerckens Bassöe, die "Store Norske Spitsbergen Kulkompani" um ein Team mit Hundeschlitten, das sich auf die Suche nach der ITALIA machen soll. Die Firma schreibt zurück, dass ein solches Team mit zehn Hunden zur Verfügung steht und einsatzfähig sei. Rolf Tandberg ist der Führer und der Fallensteller Hilmar Nöis sein Begleiter. Beide kennen sich im Eis sehr gut aus. Die Hunde dieses Teams sind Abkömmlinge der Hunde "Storm" und "Lucie", die Captain Amundsen 1913 einsetzte, um eine Expedition auszurüsten, die nach der verschollenen deutschen Schröder-Stranz-Expedition suchte. Das Paar bekam sechs Junge, von denen fünf Captain Amundsen an die Telegraphenstation Green Harbour weitergab. Die Abkömmlinge dieser fünf leben nun verteilt in ganz Svalbard. <br> | Einer Bitte des norwegischen Verteidigungsministeriums nachkommend, bittet der Gouverneur (Sysselmann) von Svalbard, Johannes Gerckens Bassöe, die "Store Norske Spitsbergen Kulkompani" um ein Team mit Hundeschlitten, das sich auf die Suche nach der ITALIA machen soll. Die Firma schreibt zurück, dass ein solches Team mit zehn Hunden zur Verfügung steht und einsatzfähig sei. Rolf Tandberg ist der Führer und der Fallensteller Hilmar Nöis sein Begleiter. Beide kennen sich im Eis sehr gut aus. Die Hunde dieses Teams sind Abkömmlinge der Hunde "Storm" und "Lucie", die Captain Amundsen 1913 einsetzte, um eine Expedition auszurüsten, die nach der verschollenen deutschen Schröder-Stranz-Expedition suchte. Das Paar bekam sechs Junge, von denen fünf Captain Amundsen an die Telegraphenstation Green Harbour weitergab. Die Abkömmlinge dieser fünf leben nun verteilt in ganz Svalbard. <br> | ||
Die Nachrichtenagentur Reuter meldet: "Das Luftschiff ITALIA hat mit starken Gegenwinden bei seiner Rückkehr vom Nordpol zu kämpfen. Es wurde bis 2 Uhr in Spitzbergen erwartet, traf aber noch nicht ein. Der letzte Bericht, der eingegangen ist, besagt, dass alles an Bord in Ordnung sei." <br> | Die Nachrichtenagentur Reuter meldet: "Das Luftschiff ITALIA hat mit starken Gegenwinden bei seiner Rückkehr vom Nordpol zu kämpfen. Es wurde bis 2 Uhr in Spitzbergen erwartet, traf aber noch nicht ein. Der letzte Bericht, der eingegangen ist, besagt, dass alles an Bord in Ordnung sei." <br> | ||
− | Die Zeitung "Aftenposten" meldet: "Keine Neuigkeiten von der ITALIA" - Die CITTÀ DI MILANO bereitet sich seit letzter Nacht auf das Auslaufen aus dem Hafen King's Bay vor, um die vermisste Besatzung der ITALIA zu retten. Hat Nobile seinen Kurs in Richtung Vadsö geändert?" <br> | + | [[Datei:CITTA DI MILANO.JPG|thumb|250px|''Die CITTÁ DI MILANO'']] Die Zeitung "Aftenposten" meldet: "Keine Neuigkeiten von der ITALIA" - Die CITTÀ DI MILANO bereitet sich seit letzter Nacht auf das Auslaufen aus dem Hafen King's Bay vor, um die vermisste Besatzung der ITALIA zu retten. Hat Nobile seinen Kurs in Richtung Vadsö geändert?" <br> |
Inzwischen ist an der Absturzstelle der ITALIA die Sonne zu sehen und der Erste Offizier Adalberto Mariano ist in der Lage, mit einem Sextanten die Position der Gestrandeten zu ermitteln. Mit Hilfe von Leutnant Alfredo Viglieri bei der Ablesung von drei Chronometern bestimmt er die Position auf 81°14'N und 25°25'E. Um die Chronometer zu justieren, nutzt Mariano das Zeitsignal von Paris, das über das Radio übertragen wird. Es wird nun klar, dass die Nobile-Expedition viel weiter nach Osten abgedriftet ist als alle erwartet haben. Am Abend hört sich der Funkter Giuseppe Biagi über die Radiostation von San Pado, dass Jäger aus den Bergen von Spitzbergen aufgefordert werden, sich für eine Rettungsaktion bereitzuhalten. Da diese Gruppen wahrscheinlich am falschen Ort suchen werden, wird die Situation für die Überlebenden der ITALIA nahezu hoffnungslos. <br> | Inzwischen ist an der Absturzstelle der ITALIA die Sonne zu sehen und der Erste Offizier Adalberto Mariano ist in der Lage, mit einem Sextanten die Position der Gestrandeten zu ermitteln. Mit Hilfe von Leutnant Alfredo Viglieri bei der Ablesung von drei Chronometern bestimmt er die Position auf 81°14'N und 25°25'E. Um die Chronometer zu justieren, nutzt Mariano das Zeitsignal von Paris, das über das Radio übertragen wird. Es wird nun klar, dass die Nobile-Expedition viel weiter nach Osten abgedriftet ist als alle erwartet haben. Am Abend hört sich der Funkter Giuseppe Biagi über die Radiostation von San Pado, dass Jäger aus den Bergen von Spitzbergen aufgefordert werden, sich für eine Rettungsaktion bereitzuhalten. Da diese Gruppen wahrscheinlich am falschen Ort suchen werden, wird die Situation für die Überlebenden der ITALIA nahezu hoffnungslos. <br> | ||
[[Datei:Finn Lützow-Holm.jpg|thumb|150px|left|''Finn Lützow-Holm'']] 1st Löytnant Finn Trond Lützow-Holm, der sich in Oslo befindet, ruft Kaptein Hjalmar Riiser-Larsen an und informiert ihn, dass er an einer Rettungsexpedition in den Norden mit einem Eindecker der Marine teilnehmen wird. Der Abflug soll so bald wie möglich erfolgen. Der Eindecker soll in Tromsö zwischenlanden, wo die Ankunft der Dornier-Wal-Rettungsflugzeuge erwartet wird. <br> | [[Datei:Finn Lützow-Holm.jpg|thumb|150px|left|''Finn Lützow-Holm'']] 1st Löytnant Finn Trond Lützow-Holm, der sich in Oslo befindet, ruft Kaptein Hjalmar Riiser-Larsen an und informiert ihn, dass er an einer Rettungsexpedition in den Norden mit einem Eindecker der Marine teilnehmen wird. Der Abflug soll so bald wie möglich erfolgen. Der Eindecker soll in Tromsö zwischenlanden, wo die Ankunft der Dornier-Wal-Rettungsflugzeuge erwartet wird. <br> | ||
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Bei stürmischem Wetter hält die Besatzung des italienischen Basisschiffes CITTÀ DI MILANO zwischen Dane Island und Amsterdam Island Ausschau nach Teilen der ITALIA. <br> | Bei stürmischem Wetter hält die Besatzung des italienischen Basisschiffes CITTÀ DI MILANO zwischen Dane Island und Amsterdam Island Ausschau nach Teilen der ITALIA. <br> | ||
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− | | <center>'''[[Chronik 05.1928|29.05.1928]]''' <br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Norwegen.gif|50px]] [[Datei:USA 1912-1959.gif|50px]] [[Datei:Frankreich.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || '''[[Königreich Italien]] / [[Königreich Norwegen]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika]] / [[Französische Republik]]''' <br> | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 05.1928|29.05.1928]]''' <br> [[Datei:Italien 1861-1946.gif|50px]] [[Datei:Norwegen.gif|50px]] [[Datei:USA 1912-1959.gif|50px]] [[Datei:Frankreich.gif|50px]] <br><br> [[Datei:Luftschiff Italia.jpg|100px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Königreich Italien]] / [[Königreich Norwegen]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika]] / [[Französische Republik]]''' <br> |
[[Datei:Italien.gif|25px]] [[Datei:Norwegen.gif|25px]] [[Datei:Tschechien.gif|25px]] [[Datei:Schweden.gif|25px]] In der Nacht werden Steuermann Filippo Zappi und dem Ersten Offizier Adalberto Mariano bei der Messung des Standes der Mitternachtssonne von einem Eisbären überrascht. Der Bär hatte sich schon früher bis in die Nähe des Zeltes gewagt und hatte mit einem Feuerlöscher, den er gefunden hatte, ein Loch in den Boden geschlagen. Offenbar war der Bär von der roten Farbe des Zylinders fasziniert. Mariano versucht, die Anderen mit lauten Rufen: "Urso! Urso!" zu wecken. Der Meteorologe Finn Malmgren, der als Einziger eine Waffe trägt, verlässt mit seinem Colt das Zelt. Die Anderen bewaffnen sich mit Äxten und Messern, Professor Frantisek Behounek mit einem Schraubendreher, den er aus Cecionis Werkzeugkasten herausnimmt, aber bald feststellt, dass dieses Werkzeug zum Erlegen eines Bären wohl ungeeignet ist. Die Sonne scheint aus einem heiteren Himmel. Malmgren kniet hinter einem Eisblock mit der Pistole in der Hand. Plötzlich steht der Eisbär vor ihm und schreitet ihm entgegen, den Kopf nach hinten und nach vorn wippend. Der Bär ist sechs Meter entfernt, als Malmgren zwei Schüsse auf ihn abgibt. Der Bär brummt und zieht sich zurück, Malmgren kriecht vorsichtig auf allen Vieren hinter ihm her. Fünf Minuten später hört die Besatzung das Abfeuern drei weiterer Schüsse. Malmgren kommt mit einem Lächeln zurück zum Zelt und meldet: "Er ist tot." Zappi geht sofort zu dem Kadaver, um ihm mit einem kleinen Taschenmesser das Fell abzuziehen. Mit großem Geschick gelingt ihm das und er legt damit die Fettschichten und das Fleisch um die Knochen frei. Nach zwei Stunden ist diese Arbeit getan. Der Bär liefert eine Menge Fleisch und verbessert die Überlebenschancen der Besatzung um mehrere Tage. Die Sonnenstandsmessung ergibt 80°49'N und 26°20'E. Die Besatzung ist überrascht, dass die Bewegung des Eises so schnell erfolgt. Zum Frühstück gibt es nun Eisbärfleisch, das in dem einzigen Topf gekocht wird, unter dem ein Feuer aus Holz brennt, das aus Teilen der zerstörten Gondel besteht. Der "Eisbärjäger" Malmgren übernimmt das Kochen und wird assistiert von Ingenieur Felice Trojani, der auch die Kochstelle ständig mit Feuerholz versorgt. Holz ist vorerst noch in genügendem Maße vorhanden, nur die Fußböden der Gondel sind so hart, dass Trojani befürchtet, die Äxte damit zu ruinieren. Sie verheizen auch die Verkleidung der Propeller sowie der Holzrahmen der Instrumente. <br> | [[Datei:Italien.gif|25px]] [[Datei:Norwegen.gif|25px]] [[Datei:Tschechien.gif|25px]] [[Datei:Schweden.gif|25px]] In der Nacht werden Steuermann Filippo Zappi und dem Ersten Offizier Adalberto Mariano bei der Messung des Standes der Mitternachtssonne von einem Eisbären überrascht. Der Bär hatte sich schon früher bis in die Nähe des Zeltes gewagt und hatte mit einem Feuerlöscher, den er gefunden hatte, ein Loch in den Boden geschlagen. Offenbar war der Bär von der roten Farbe des Zylinders fasziniert. Mariano versucht, die Anderen mit lauten Rufen: "Urso! Urso!" zu wecken. Der Meteorologe Finn Malmgren, der als Einziger eine Waffe trägt, verlässt mit seinem Colt das Zelt. Die Anderen bewaffnen sich mit Äxten und Messern, Professor Frantisek Behounek mit einem Schraubendreher, den er aus Cecionis Werkzeugkasten herausnimmt, aber bald feststellt, dass dieses Werkzeug zum Erlegen eines Bären wohl ungeeignet ist. Die Sonne scheint aus einem heiteren Himmel. Malmgren kniet hinter einem Eisblock mit der Pistole in der Hand. Plötzlich steht der Eisbär vor ihm und schreitet ihm entgegen, den Kopf nach hinten und nach vorn wippend. Der Bär ist sechs Meter entfernt, als Malmgren zwei Schüsse auf ihn abgibt. Der Bär brummt und zieht sich zurück, Malmgren kriecht vorsichtig auf allen Vieren hinter ihm her. Fünf Minuten später hört die Besatzung das Abfeuern drei weiterer Schüsse. Malmgren kommt mit einem Lächeln zurück zum Zelt und meldet: "Er ist tot." Zappi geht sofort zu dem Kadaver, um ihm mit einem kleinen Taschenmesser das Fell abzuziehen. Mit großem Geschick gelingt ihm das und er legt damit die Fettschichten und das Fleisch um die Knochen frei. Nach zwei Stunden ist diese Arbeit getan. Der Bär liefert eine Menge Fleisch und verbessert die Überlebenschancen der Besatzung um mehrere Tage. Die Sonnenstandsmessung ergibt 80°49'N und 26°20'E. Die Besatzung ist überrascht, dass die Bewegung des Eises so schnell erfolgt. Zum Frühstück gibt es nun Eisbärfleisch, das in dem einzigen Topf gekocht wird, unter dem ein Feuer aus Holz brennt, das aus Teilen der zerstörten Gondel besteht. Der "Eisbärjäger" Malmgren übernimmt das Kochen und wird assistiert von Ingenieur Felice Trojani, der auch die Kochstelle ständig mit Feuerholz versorgt. Holz ist vorerst noch in genügendem Maße vorhanden, nur die Fußböden der Gondel sind so hart, dass Trojani befürchtet, die Äxte damit zu ruinieren. Sie verheizen auch die Verkleidung der Propeller sowie der Holzrahmen der Instrumente. <br> | ||
Mittlerweile sind sich die meisten Besatzungsmitglieder darin sicher, dass es das Beste sei, das Camp abzubrechen und in Richtung Festland zu wandern. General Nobile steht diesem Plan skeptisch gegenüber, auch weil er und Cecioni gebrochene Beine haben. Dr. Malmgren schlägt einen Kompromiss vor: Drei Mann, die gut laufen können, sollten den vor ihnen liegenden Weg zum Festland ohne größere Schwierigkeiten meistern können. Dr. Malmgren erwartet, dass die Wanderung zum Nordkapp drei Wochen dauern sollte, es aber möglicherweise offene Gewässer auf dem Weg gebe. Möglicherweise könnten sie hier auf Schiffe treffen, die zu ihrer Rettung ausgelaufen seien. Nobile kann sich dieser Auffassung nicht anschließen; er meint, dass eine Aufsplitterung der Überlebenden die Chancen jedes Einzelnen zum Überleben verringere. Professor Behounek erklärt, dass er das Camp nicht verlassen werde. Alle drei Offiziere allerdings wollen gehen, mit ihnen Biagi, der Funker. Allerdings erscheint dies nicht akzeptabel, da nur die Verletzten zurückblieben und noch dazu niemand außer ihm das Funkgerät zuverlässig bedienen könnte. <br> | Mittlerweile sind sich die meisten Besatzungsmitglieder darin sicher, dass es das Beste sei, das Camp abzubrechen und in Richtung Festland zu wandern. General Nobile steht diesem Plan skeptisch gegenüber, auch weil er und Cecioni gebrochene Beine haben. Dr. Malmgren schlägt einen Kompromiss vor: Drei Mann, die gut laufen können, sollten den vor ihnen liegenden Weg zum Festland ohne größere Schwierigkeiten meistern können. Dr. Malmgren erwartet, dass die Wanderung zum Nordkapp drei Wochen dauern sollte, es aber möglicherweise offene Gewässer auf dem Weg gebe. Möglicherweise könnten sie hier auf Schiffe treffen, die zu ihrer Rettung ausgelaufen seien. Nobile kann sich dieser Auffassung nicht anschließen; er meint, dass eine Aufsplitterung der Überlebenden die Chancen jedes Einzelnen zum Überleben verringere. Professor Behounek erklärt, dass er das Camp nicht verlassen werde. Alle drei Offiziere allerdings wollen gehen, mit ihnen Biagi, der Funker. Allerdings erscheint dies nicht akzeptabel, da nur die Verletzten zurückblieben und noch dazu niemand außer ihm das Funkgerät zuverlässig bedienen könnte. <br> | ||
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Das Basis-Schiff der ITALIA, die CITTÀ DI MILANO, kreuzt bislang nordwestlich von Spitzbergen nahe der Amsterdam-Insel. Eine Meldung, dass die ITALIA hier niederging erweist sich nun als inkorrekt. Ein in Wladiwostok am Sonntag aufgefangener Funkspruch hat diese Möglichkeit eröffnet. <br> | Das Basis-Schiff der ITALIA, die CITTÀ DI MILANO, kreuzt bislang nordwestlich von Spitzbergen nahe der Amsterdam-Insel. Eine Meldung, dass die ITALIA hier niederging erweist sich nun als inkorrekt. Ein in Wladiwostok am Sonntag aufgefangener Funkspruch hat diese Möglichkeit eröffnet. <br> | ||
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[[Datei:Italien.gif|25px]] [[Datei:Norwegen.gif|25px]] Die Überlebenden der ITALIA im Camp messen einen Wind aus Südost, der die Eisscholle, auf der sie sich befinden, nicht weiter von den Inseln Foyd und Broch wegtreibt. Im "Roten Zelt" entwickeln sich lebhafte Diskussionen über die Chancen der am Vortag zu Fuß aufgebrochenen Offiziere, die in Foyd Hilfe holen wollen. In erster Linie versuchen die Zurückgebliebenen, ihre Kleidung trocken zu halten, jedoch müssen sie erfahren, dass keine wasserdichte Kleidung der Welt in dieser Gegend hundertprozentig funktioniert. General Umberto Nobile gibt Leutnant Alfredo Viglieri den Befehl, die Position so häufig wie möglich zu bestimmen und weist die anderen an, die Chronometer abzulesen. Nach einigen Stunden bemerken sie, dass sie schneller abdriften als sich die See unter ihnen bewegt. <br> | [[Datei:Italien.gif|25px]] [[Datei:Norwegen.gif|25px]] Die Überlebenden der ITALIA im Camp messen einen Wind aus Südost, der die Eisscholle, auf der sie sich befinden, nicht weiter von den Inseln Foyd und Broch wegtreibt. Im "Roten Zelt" entwickeln sich lebhafte Diskussionen über die Chancen der am Vortag zu Fuß aufgebrochenen Offiziere, die in Foyd Hilfe holen wollen. In erster Linie versuchen die Zurückgebliebenen, ihre Kleidung trocken zu halten, jedoch müssen sie erfahren, dass keine wasserdichte Kleidung der Welt in dieser Gegend hundertprozentig funktioniert. General Umberto Nobile gibt Leutnant Alfredo Viglieri den Befehl, die Position so häufig wie möglich zu bestimmen und weist die anderen an, die Chronometer abzulesen. Nach einigen Stunden bemerken sie, dass sie schneller abdriften als sich die See unter ihnen bewegt. <br> | ||
Der Direktor von Dornier, Milatz, ruft von Berlin aus Kaptein Riiser-Larsen an und teilt ihm mit, dass die italienische Regierung sich bei ihm nach einer Maschine des Typs Dornier Super-Wal erkundigt hat. Gegenwärtig steht ein Exemplar dieses Typs in Friedrichshafen zur Auslieferung an die Aircompany in Genua bereit. Um 1020 Uhr trifft Captain Tornberg von Stockholm kommend im Marine-Hauptquartier Norwegens in Horten ein. Auf der Fahrt dorthin hat Tornberg alle wichtigen Informationen darüber erhalten, welche Ausrüstungsgegenstände für eine Expedition benötigt werden. Falls heute in Stockholm eine Kabinettssitzung anberaumt würde, würden die voraussichtlichen Kosten der Rettungsaktion überschlagen werden, weshalb Kaptein Riiser-Larsen den Schiffsmakler Axel B. Lorentzen einschaltet, der sich gut mit dem Frachtverkehr in die Polarregion auskennt. Es wird darüber beraten, welche Arktik-Schiffe aktuell in der Regiion sind und die QUEST wird als geeignet für die Aufgabe als Mutterschiff angesehen. Nach der Ankunft in Horten gibt Captain Tornberg einen Bericht per Telefon nach Stockholm. Anschließend fährt er zurück nach Oslo, von wo aus Tornberg den Zug nach Stockholm besteigen soll. <br> | Der Direktor von Dornier, Milatz, ruft von Berlin aus Kaptein Riiser-Larsen an und teilt ihm mit, dass die italienische Regierung sich bei ihm nach einer Maschine des Typs Dornier Super-Wal erkundigt hat. Gegenwärtig steht ein Exemplar dieses Typs in Friedrichshafen zur Auslieferung an die Aircompany in Genua bereit. Um 1020 Uhr trifft Captain Tornberg von Stockholm kommend im Marine-Hauptquartier Norwegens in Horten ein. Auf der Fahrt dorthin hat Tornberg alle wichtigen Informationen darüber erhalten, welche Ausrüstungsgegenstände für eine Expedition benötigt werden. Falls heute in Stockholm eine Kabinettssitzung anberaumt würde, würden die voraussichtlichen Kosten der Rettungsaktion überschlagen werden, weshalb Kaptein Riiser-Larsen den Schiffsmakler Axel B. Lorentzen einschaltet, der sich gut mit dem Frachtverkehr in die Polarregion auskennt. Es wird darüber beraten, welche Arktik-Schiffe aktuell in der Regiion sind und die QUEST wird als geeignet für die Aufgabe als Mutterschiff angesehen. Nach der Ankunft in Horten gibt Captain Tornberg einen Bericht per Telefon nach Stockholm. Anschließend fährt er zurück nach Oslo, von wo aus Tornberg den Zug nach Stockholm besteigen soll. <br> | ||
[[Datei:Norwegen.gif|25px]] Der norwegische Leutnant Styhr startet um 13 Uhr in Horten mit dem Flugzeug, das Kaptein Riiser-Larsen auf seinen Erkundungen in Svalbard nutzen möchte. Es handelt sich um eine Norwegen gebaute Hansa-Brandenburg, brandneu, die von der Fabrik Kjeller im letzten Winter ausgeliefert wurde. Beim gestrigen Testflug befand der Testpilot, dass die Maschine sich in einwandfreiem Zustand befinde. Die zwei Tonnen schwere Maschine hat ein 200-hp-Triebwerk. Sie wird um 18 Uhr in Bergen erwartet. Der Bordmechaniker Bastöe wird an den Suchflügen in Svalbard teilnehmen. <br> | [[Datei:Norwegen.gif|25px]] Der norwegische Leutnant Styhr startet um 13 Uhr in Horten mit dem Flugzeug, das Kaptein Riiser-Larsen auf seinen Erkundungen in Svalbard nutzen möchte. Es handelt sich um eine Norwegen gebaute Hansa-Brandenburg, brandneu, die von der Fabrik Kjeller im letzten Winter ausgeliefert wurde. Beim gestrigen Testflug befand der Testpilot, dass die Maschine sich in einwandfreiem Zustand befinde. Die zwei Tonnen schwere Maschine hat ein 200-hp-Triebwerk. Sie wird um 18 Uhr in Bergen erwartet. Der Bordmechaniker Bastöe wird an den Suchflügen in Svalbard teilnehmen. <br> | ||
− | [[Datei:Schweden.gif|25px]] [[Datei:Egmont Tornberg. | + | [[Datei:Schweden.gif|25px]] [[Datei:Egmont Tornberg.JPG|thumb|150px|''Egmont Tornberg'']] In Schweden werden die Namen der Teilnehmer des schwedischen Rettungsteams bekanntgegeben. Das Team besteht aus folgenden Militärangehörigen: <br> |
* [[Datei:Schweden.gif|25px]] Kapten Egmont Tornberg, Leiter des Teams | * [[Datei:Schweden.gif|25px]] Kapten Egmont Tornberg, Leiter des Teams | ||
* [[Datei:Schweden.gif|25px]] Löjtnant B. M. Jacobsson | * [[Datei:Schweden.gif|25px]] Löjtnant B. M. Jacobsson |
Aktuelle Version vom 14. April 2017, 14:48 Uhr
DIE EREIGNISSE IM MAI 1928
DIE SCHLAGZEILEN DES MONATS
Das italienische Luftschiff ITALIA erleidet eine Havarie im Eismeer
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Deutsches Reich Das Reichsgericht lehnt den Antrag von Reichsinnenminister Walter von Keudell (* 1884) von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) ab, den kommunistischen "Roten Frontkämpferbund" zu verbieten. Die DNVP hält gegenwärtig 20,5 Prozent der Reichstagssitze, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 8,9 Prozent. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Deutsches Reich / Königreich Schweden / Republik Finnland Nach einem zweiwöchigen Reparaturaufenthalt im deutschen Luftschiffhafen Seddin bei Stolp startet das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile, das sich auf eine Expedition des Nordpols vorbereitet, um 0328 Uhr in Richtung Spitzbergen. Die Besatzung wurde inzwischen von 20 auf 18 reduziert. Das Luftschiff ist auf dem Kurs nach Stockholm, es weht ein starker Wind aus Nord. Alles an Bord ist in gutem Zustand inklusive der wissenschaftlichen Instrumente, die nunmehr im Endzustand installiert worden sind. Im Falle einer Notlandung über der Barentssee würde ein mitgeführtes Gummiboot zur Rettungsinsel für die Besatzung werden. Zusätzlich zum normalen Proviant sind auch 150 kg Pemmikan (ein haltbarer Dauerproviant nordamerikanischer Indianer aus getrocknetem Fleisch und Fett), Schokolade und Biskuit für einen Monat sowie ein paar Gewehrbüchsen und Munition, die immerhin 30 kg wiegen. Als ITALIA Stolp verlässt, hat sie 5740 kg Benzin und Öl an Bord, was für 70 Stunden Flug bei einer normalen Geschwindigkeit von 80 km/h ausreicht. Die ITALIA legt die 656 Kilometer nach Stockholm in siebeneinhalb Stunden zurück und kommt dort um 11 Uhr bei strahlendem Sonnenschein an. Scheinbar die ganze Stadt ist auf den Straßen, um das Luftschiff zu sehen, das von Karlskrona über Landsort, Nynäshamn, Dalarö und Saltsjöbaden einfliegt. Über Nynäshamn kommt es zu einer Begegnung mit drei Flugzeugen mit Fotografen, Reportern und Künstlern an Bord. Die ITALIA passiert die Altstadt von Stockholm und fliegt weiter in Richtung Kungsholmen und Bromma. Immer mehr Flugzeuge mit Fotografen steigen auf, die das Luftschiff aus allen möglichen Positionen fotografieren, einige von ihnen gehören zur Königlich-Schwedischen Marine und sind in Hägernes stationiert. Einer dieser Piloten ist Lieutenant Einar Christell. Als die ITALIA Äppelviken überfährt, sinkt sie auf 100 Meter Höhe ab, um über einem Haus in Dalstigen zu kreisen, das Anna Malmgren, der Mutter des Expeditions-Meteorologen Finn Malmgren gehört. Eine Nachricht wird abgeworfen, die die Mutter allerdings nicht erreicht, da diese sich nach Stockholm aufgemacht hat, um dort das Luftschiff zu beobachten. Als sie nach Hause kommt, findet sie eine Nachricht, in einer Flagge eingewickelt: „Liebe Mutter, wenn Du dies erhältst, sende es bitte sofort per Expresstelegramm weiter: VAERVARSLINGA TROMSÖ AFTER 14 MET PLEASE TRY 1400 M STOP WE ANSWER ON 900 POSITION AT 11 O’CLOCK STOCKHOLM GREETINGS/MALMGREN. Außerdem geht es uns sehr gut und die Reise hat sehr gut begonnen. Herzliche Grüße/Finn.“ Von Bromma aus setzt die ITALIA ab 12 Uhr ihren Flug nach Norden fort. Ein paar Stunden später drückt ein starker Wind das Luftschiff nach Osten, so dass es über Vasa in Finnland ankommt. Der Flug geht weiter in Richtung Rovaniemi. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Schweden / Republik Finnland Das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von Umberto Nobile überfliegt um 0149 Uhr die finnische Stadt Rovaniemi. Anschließend ereignen sich weitere Schwierigkeiten in der Expedition. Ein Wetterbericht von Geophysikalischen Institut in Tromsö erreicht die ITALIA: „Ein Tief zwischen der Bäreninsel und Spitsbergen zieht weiter ostwärts. Der Druck fällt hinter einer Front, die jetzt zwischen Spitsbergen, Jan Mayen und Grönland liegt. Der Wind weht aus Nord-Nordwest im der Stärke 5. Je weiter die Fahrt nach Norden geht, umso mehr besteht die Chance von Winden aus dem Osten und Westen, die aber nicht signifikant sind.“ Um Kursabweichungen aufgrund des Windes minimal zu halten, wird ein dritter Motor zugeschaltet. Teilweise fliegt das Luftschiff durch Nebel ohne Sicht. Über dem offenen Meer lichtet sich der Nebel und die Besatzung kann die kleine Basis Vadsö in der norwegischen Provinz Finnmark ausmachen, die mit einem Luftschiff-Mast ausgerüstet ist. Nobile entscheidet, die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen, um die vorteilhaften Möglichkeiten der Zwischenlandung zu nutzen. Vadsö ist Nobile bekannt, da er bereits auf der Fahrt der NORGE zwei Jahre zuvor hier ebenfalls ankerte. 15 Minuten nach der Sichtung der Basis ankert das Luftschiff nach mehreren schwierigen Manövern um 0855 Uhr am Mast, als eine Windböe das Schiff gegen den Mast drückt, was leichte Beschädigungen bei der Lenkung verursacht. Nach ein paar Stunden ist der Schaden wieder behoben. Inzwischen werden Windböen bis zu 55 km/h gemessen, die das Luftschiff unkontrolliert hin- und herbewegen, so dass die Offiziere entscheiden, zwei Turbinen anzuwerfen, die die Belastung des Ankermastes durch das Luftschiff reduzieren sollen. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen Das italienische Luftschiff ITALIA, das seit gestern Morgen am Mast der Basis Vadsö in der norwegischen Finnmark ankert, hat eine stürmische Nacht bei ansteigenden Temperaturen verbracht. Inzwischen ist der Schneefall in Regen gewechselt, der an den Seiten des Luftschiffes herunterläuft und die Gondel und jedermann, der sich darin befindet, in kurzer Zeit durchnässt. Da sich die Wetterbedingungen über der Barentssee verbessern, mahnt der Bordmeteorologe Finn Malmgren einen schnellen Start an. Um 2034 Uhr verlässt die ITALIA die Basis Vadsö mit 19 Mann Besatzung, da sich ein Mann vom Bodenteam entschlossen hat, die Expedition zu begleiten. Das Schiff verfügt noch über 6175 kg Benzin, was ausreichen würde, um das Schiff bei starkem Gegenwind mit 60 km/h bis nach King's Bay zu bringen. Der erste Teil der Reise führt über die Bäreninsel und der schwedische Meteorologe und stellvertretende Kommandant der Mission Finn Malmgren sagt für den weiteren Flug gute Wetterbedingungen voraus. Nur noch etwas Nebel und etwas Schnee sorgen für leichte Aufregung. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen Um 0430 Uhr erreicht das italienische Luftschiff ITALIA die Bäreninsel, die auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und Svalbard (Spitzbergen) liegt. Anschließend verschlechtert sich das Wetter rapide: Statt der gemeldeten Winde aus Nord wird das Luftschiff von dem Ausläufer eines Tiefdruckgebietes erreicht und kann nur gesteuert werden, indem es sich seitlich zu seinem Zielort bewegt. Nachdem sich das Luftschiff auf diese Weise nach Spitzbergen vorarbeitete und seine Position radiogoniometrisch bestimmte, sichtet die Besatzung die westlich vorgelagerte langgestreckte Insel Prins-Karls-Forland und bringt das Schiff auf einen Kurs zum Eingang des Kongsfjords, wo das nächste Ziel Ny-Aalesund ist. Als die ITALIA um 1122 den Kongsfjord erreicht, scheint die Sonne und das Wetter klart auf, obwohl es noch sehr windig ist. Nur eine halbe Stunde später muss die ITALIA in einem Zick-Zack-Kurs in den Fjord hinein fahren, da der Wind wieder zu einem Sturm angewachsen ist. Der Mast und der inzwischen aufgestellte Hangar warten auf das Schiff. Die ITALIA muss mit dem endgültigen Anlegen warten, bis der Wind etwas mehr abgeflaut ist. Nach ein paar Stunden gelingt es der Besatzung, das Luftschiff in dem Hangar in Sicherheit vor dem Wetter zu bringen. Hierzu wurde ein Kabel vom Luftschiff auf die im Hafen wartende "Città di Milano" heruntergelassen. Das Versorgungsschiff, das ein ehemaliger deutscher Kabelleger ist, zieht die ITALIA sicher nach unten. Im Hafen befindet sich außerdem das von General Umberto Nobile gecharterte Segelschiff "Hobby". Die ITALIA hat auf der letzten Etappe vor Spitzbergen in 15,5 Stunden 1333 Kilometer zurückgelegt. Von Stolp bis hierher waren es 3520 Kilometer. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland In Großbritannien erhalten Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet haben, das aktive und das passive Wahlrecht. Frauen sind damit den Männern gleichgestellt. Bislang durften nur Frauen wählen, die über 30 Jahre alt sind. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen Das Luftschiff ITALIA startet unter dem Kommando von General Umberto Nobile startet von Ny-Aalesund, einem kleinen Ort auf der norwegigischen Insel Spitzbergen im Verwaltungsbezirk Svalbard mit dem Ziel, den Norden Sibiriens und die Taimyr-Halbinsel, genannt "Nikolaus-II.-Land", zu erkunden. Wegen des unplanmäßigen Aufenthalts in Stolp hängt die Nobile-Expedition etwa zwei Wochen hinter dem Zeitplan zurück, da das Wetter zwei Wochen zuvor weniger wechselhaft, dafür aber sonnig und kalt ist. Gerade heute jedoch steigt die Lufttemperatur von minus 10 Grad Celsius bis über den Gefrierpunkt, was die Nutzlast des Luftschiffes deutlich reduziert. General Nobile sieht sich gezwungen, einige hundert Kilo Treibstoff aus den Tanks abzupumpen und die Anzahl der Crewmitglieder zu reduzieren. Da alle Techniker an Bord gebraucht werden, müssen einige der Wissenschaftler in Svalbard zurückbleiben. Ein paar Stunden nach dem Start gerät die ITALIA in einen Schneesturm und kehrt nach Ny-Aalesund, das bis 1925 King's Bay hieß, zurück, da der fallende Schnee in dieser Menge eine Gefahr für die Hülle des Luftschiffes darstellt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Vereinigte Staaten von Amerika (New York) In New York wird das erste Fernsehprogramm nach einem regulären Zeitplan ausgestrahlt. Es soll dienstags, donnerstags und freitags jeweils eine halbe Stunde gesendet werden. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Deutsches Reich / Freistaat Preußen Die Internationale Pressausstellung "Pressa", die größte Schau ihrer Art, wird in Köln eröffnet. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken Die italienische Nordpolarexpedition mit dem Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile unternimmt einen neuen Anlauf zur Erkundung des "Nikolaus-II.-Land" auf der Taimyr-Halbinsel im Norden Sibiriens. Wie schon bei dem Versuch vor vier Tagen müssen aus Gewichtsgründen wieder Wissenschaftler zurückbleiben. Dem Druck der in Svalberg anwesenden Presseleute, einen ihrer Kollegen auf die Fahrt mitzunehmen, kann Nobile nicht weiter widerstehen. Der Start und die anschließende Fahrt verlaufen ohne neue Probleme. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken Das italienische Luftschiff ITALIA erreicht die 1600 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernte Inselgruppe Sewernaja Semlja. Der Plan, das Ziel "Nikolaus-II.-Land" zu erreichen, wird aufgegeben, da infolge des unerwarteten Gegenwindes Treibstoff gespart werden muss. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken Nach 69 Stunden Fahrt kehrt das italienische Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile von seiner erfolgreichen Forschungsfahrt über das Franz-Josef-Land nach einer Reise von 3800 Kilometer Länge und der Kartografierung von 48.000 Quadratkilometern Fläche nach Ny-Aalesund auf Spitzbergen zurück. Den Wissenschaftlern an Bord gelang es, große Mengen meteorologischer Daten, besonders über die mutmaßliche Beschaffung des Eises, zu sammeln. Außerdem werden Beobachtungen über den Zustand des Erdmagnetismus in verschiedenen Höhen angestellt sowie die Ionendichte der Luft, die Radioaktivität und die Kosmische Strahlung gemessen. Wegen des widrigen Wetters wurde von einer Zwischenlandung abgesehen. Unverzüglich nach der Landung in King's Bay beginnen die Vorbereitungen für die Fahrt des Luftschiffes zum Nordpol, die in vier Tagen beginnen soll. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Republik Türkei In der Türkei werden die in Europa gebräuchlichen Ziffern eingeführt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Deutsches Reich Bei den Reichstagswahlen müssen die gemäßigten bürgerlichen Parteien sowie die rechtsgerichtete Deutsch-Nationale Volksparteil (DNVP) zum Teil erhebliche Verluste hinnehmen. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) gewinnt 22 Mandate hinzu, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) neun.
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Königreich Italien / Königreich Norwegen / Königreich Dänemark (Grönland) / Tschechoslowakische Republik / Königreich Schweden Das Luftschiff ITALIA unter dem Kommando von General Umberto Nobile startet von Ny-Aalesund in Richtung Nordpol. An Bord des Luftschiffes befinden sich 16 Besatzungsmitglieder und ein Hund:
Aus Gewichtsgründen müssen zwei weitere, geplante Teilnehmer, in Spitzbergen zurückgelassen werden: Das 104 Meter lange und 18,5 Meter breite Luftschiff, das eine Höhe von 19,6 Meter und ein Volumen von 18.500 Kubikmeter hat, wird von drei Maybach-IV-L-Luftschiffmotoren von je 245 PS angetrieben. Die Marschgeschwindigkeit beträgt 97 km/h; es können aber auch 117 km/h erreicht werden. An Proviant befinden sich folgende Dinge mit dem Gesamtgewicht von 430 kg an Bord:
Es wird damit gerechnet, dass dieser Proviant für bis zu 30 Tage ausreichen würde. Zum Navigieren des Luftschiffes sind folgende Instrumente an Bord installiert:
Vor dem Start werden 6770 kg an Benzin aufgenommen, das auf 32 Tanks verteilt wird. Um 0451 Uhr passiert die ITALIA Cape Mitra nördlich der King's Bay. Die Besatzung lenkt das Luftschiff an der Westküste Spitzbergens unter den Wolken, die etwas höher als 200 Meter (600 Fuß) angezeigt werden. General Nobile gibt den Befehl, über den 27. Längengrad in Richtung Nordpol zu fahren in der Hoffnung, neues Land zu entdecken. Es ist geplant, 20 bis 40 Stunden nach dem Start wieder zur Basis auf Spitzbergen zurückzukehren. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen Die ITALIA erreicht den Nordpol um 0012 Uhr Ortszeit nach einer ereignislosen Fahrt. Zeitungskorrespondenten, die sich auf dem Versorgungsschiff CITTÀ DI MILANO befinden, stehen in ununterbrochenem drahtlosen Kontakt zum Luftschiff. Der Plan, ein Gummiboot auf das Packeis zu lassen, wird wegen zu starken Windes nicht in die Tat umgesetzt. Statt dessen wird das von Papst Pius XI. geweihte zwei Meter hohe Kreuz zusammen mit der italienischen Flagge in 150 Meter Höhe über dem Eis ausgeklinkt. Während dies geschieht wird in der Gondel das alte italienische Volkslied "La campane di San Guisto" (Die Glocke von San Guisto) auf einem mitgenommenen Phonographen abgespielt. Alle Teilnehmer der Expedition schütteln sich die Hände und jubeln dem Kommandanten Umberto Nobile zu. Anschließend genehmigen sie sich alle ein Schlückchen Eierlikör. Telegramme an den Duce Benito Mussolini, den König und den Papst sowie an die Ehefrau Nobiles werden abgesandt, als die ITALIA zur zweiten Umrundung des Nordpols ansetzt. Um 0220 Uhr verlässt die ITALIA den Pol und fliegt in etwa 1000 Metern Höhe in Richtung Spitzbergen. Aufgrund aufkommender Bewölkung ist es nicht möglich, die Geschwindigkeit oder eine mögliche Abweichung des Luftschiffes von seinem Kurs zu ermitteln. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen Der Plan der Besatzung des international besetzten italienischen Luftschiffs ITALIA, bis zum Morgen Spitzbergen zu erreichen, muss aufgegeben werden. Die Situation, in der sich das Luftschiff befindet, ist sehr schlecht: Schnee, Nebel und Sturm hindern die ITALIA an einem schnellen Vorstoß nach Süden, vielmehr wird das Luftschiff geradezu steuerlos hin- und hergetrieben. Jeder an Bord ist mittlerweile übermüdet, jedoch gibt es kaum Ruhephasen, da jedermanns Arm für die Sicherheit der Fahrt benötigt wird. Der Korvettenkapitän und Navigator Filippo Zappi und der Erste Offizier Korvettenkapitän Adalberto Marino konzentrieren sich auf die Funktion des Seitenruders, während Ingenieur Felice Trojani und Cheftechniker Natale Cecioni das Höhenruder überwachen. Der tschechische Universitätsprofessor Franz Béhounek bleibt die Ruhe selbst und beschäftigt sich mit dem Ablesen seiner Instrumente. Der Physikprofessor an der Universität von Mailand Aldo Pontremoli und der Physiker und Journalist Ugo Lago ziehen sich in Ballonkiel des Schiffes zurück, um in ihren Schlafsäcken Schlaf zu finden. Nobile beobachtet unermüdlich die Geschwindigkeit und die Ergebnisse des radiometrischen Messungen, wobei ein Teil der mit Detektoren aufgefangenen Strahlung in Wärme oder in ein elektrisches Signal umgewandelt wird, woraus unter anderem auf die Art der strahlenden Oberfläche und ihre Temperatur geschlossen werden kann. Die Besatzung vermutet, dass sich ihr Luftschiff derzeit über Land befindet, aber eine Positionsbestimmung ist aufgrund der Wetterverhältnisse unmöglich. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen
![]() Der ausgelassenen Atmosphäre des Banketts weicht augenblicklich einer Niedergeschlagenheit. Es beginnt sofort eine lebhafte Diskussion über das Luftschiff, wie viel Benzin und wie viele Nahrungsmittel die Besatzung wohl zur Verfügung habe und wo sie womöglich gelandet sein könnte. Etwa fünf Minuten später wird der Herausgeber des "Aftenposten", Fröisland, zum Telefon gerufen. Er kehrt zu der Versammlung zurück mit der Nachricht, dass die italienische Regierung die norwegische Regierung gebeten habe, bei der Zusammenstellung einer Rettungsexpedition zu helfen. Der norwegische Verteidigungsminister Andersen-Rysst fordert Roald Amundsen und Otto Sverdrup auf, an einer noch am Nachmittag stattfindenden Konferenz seines Ministeriums teilzunehmen. Amundsen antwortet: "Recht so! Antworte ihm, dass wir bereit sind zu kommen."
Einer Bitte des norwegischen Verteidigungsministeriums nachkommend, bittet der Gouverneur (Sysselmann) von Svalbard, Johannes Gerckens Bassöe, die "Store Norske Spitsbergen Kulkompani" um ein Team mit Hundeschlitten, das sich auf die Suche nach der ITALIA machen soll. Die Firma schreibt zurück, dass ein solches Team mit zehn Hunden zur Verfügung steht und einsatzfähig sei. Rolf Tandberg ist der Führer und der Fallensteller Hilmar Nöis sein Begleiter. Beide kennen sich im Eis sehr gut aus. Die Hunde dieses Teams sind Abkömmlinge der Hunde "Storm" und "Lucie", die Captain Amundsen 1913 einsetzte, um eine Expedition auszurüsten, die nach der verschollenen deutschen Schröder-Stranz-Expedition suchte. Das Paar bekam sechs Junge, von denen fünf Captain Amundsen an die Telegraphenstation Green Harbour weitergab. Die Abkömmlinge dieser fünf leben nun verteilt in ganz Svalbard. Inzwischen ist an der Absturzstelle der ITALIA die Sonne zu sehen und der Erste Offizier Adalberto Mariano ist in der Lage, mit einem Sextanten die Position der Gestrandeten zu ermitteln. Mit Hilfe von Leutnant Alfredo Viglieri bei der Ablesung von drei Chronometern bestimmt er die Position auf 81°14'N und 25°25'E. Um die Chronometer zu justieren, nutzt Mariano das Zeitsignal von Paris, das über das Radio übertragen wird. Es wird nun klar, dass die Nobile-Expedition viel weiter nach Osten abgedriftet ist als alle erwartet haben. Am Abend hört sich der Funkter Giuseppe Biagi über die Radiostation von San Pado, dass Jäger aus den Bergen von Spitzbergen aufgefordert werden, sich für eine Rettungsaktion bereitzuhalten. Da diese Gruppen wahrscheinlich am falschen Ort suchen werden, wird die Situation für die Überlebenden der ITALIA nahezu hoffnungslos. Das Basisschiff der ITALIA, die CITTÀ DI MILANO, verlässt King's Bay in Richtung Norde und nimmt die Suche nach dem Luftschiff auf. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Königreich Italien / Königreich Norwegen / Königreich Schweden
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Königreich Italien / Königreich Norwegen / Vereinigte Staaten von Amerika / Französische Republik
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Königreich Italien / Königreich Norwegen / Königreich Schweden
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Königreich Italien / Königreich Norwegen / Königreich Schweden
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Captain Tornberg schreibt in sein Tagebuch: "Gemäß der Generalorder No. F76/28 I verließ ich Oslo nach einer Konferenz mit dem Leiter der norwegischen Rettungs-Expedition Captain Riiser-Larsen, der mir sicher verwertbare Informationen bezüglich der Ausrüstung für eine Expedition zum Arktischen Meer geben konnte. Er sagte, dass die schwedische Rettungsexpedition nicht beginnen sollte, bevor die Norweger Spitzbergen erreichen, da sie erst dann brauchbar einschätzen könnten, ob die Hilfe überhaupt sinnvoll sei. Ich traf außerdem den Schiffsmakler Lorentzen, der mich über mögliche von Schweden zu nutzende Schiffe informiere, die in Norwegen gechartert werden könnten." | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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