Chronik 05.1870: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 12. Mai 2017, 03:23 Uhr
DIE EREIGNISSE IM MAI 1870
DIE SCHLAGZEILEN DES MONATS
Napoléon III. stellt per Volksabstimmung das alte Kaiserreich wieder her
Der Widerstand der Bulgaren gegen das Osmanische Reich wird neu organisiert
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(nach Geburtsjahr geordnet) | ||||
Jahres-Chroniken | ||||||
Länderchroniken |
Nation | Name | Regierungszeit | ||
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Premierminister William Ewart Gladstone |
03.12.1868-20.02.1874 | |||
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(Kirchenstaat) |
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Präsident des Ministerrates Alfred II. Józef Marian Graf Potocki von Pilawa |
12.04.1870-06.02.1871 | |||
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Siegelbewahrer und Minister für Justiz und Religion Olivier Émile Ollivier |
02.01.1870-09.08.1870 | ||
Vorsitzender des Ministerrates Pawel Pawlowitsch Gagarin |
02.03.1864-04.03.1872 | |||
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Ministerpräsident Otto Graf von Bismarck |
23.09.1862-01.01.1873 | ||
Vizepräsident Schuyler Colfax |
04.03.1869-04.03.1873 |
Chronik 1860 / Chronik 1861 / Chronik 1862 / Chronik 1863 / Chronik 1864 / Chronik 1865 / Chronik 1866 / Chronik 1867 / Chronik 1868 | |||||
Chronik Januar 1869 / Februar 1869 / März 1869 / April 1869 / Mai 1869 / Juni 1869 / Juli 1869 / August 1869 / September 1869 / Oktober 1869 / November 1869 / Dezember 1869 | |||||
Chronik Januar 1870 / Februar 1870 / März 1870 / April 1870 / Mai 1870 / Juni 1870 / Juli 1870 / August 1870 / September 1870 / Oktober 1870 / November 1870 / Dezember 1870 | |||||
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Osmanisches Reich Der bulgarische ehemalige Mönch und Lehrer Wassil Lewski gründet die „Innere Revolutionäre Organisation“ und wird Vorsitzender des so genannten „Bulgarischen Revolutionären Zentralkomittees“. Er bestimmt Lowetsch zum Zentrum der „Provisorischen Regierung in Bulgarien". Lewski kämpft für eine Balkanföderation auf demokratischer Grundlage und um die Befreiung des Landes von der Osmanischen Herrschaft. Lewski, der eigentlich Wasil Iwanow Kuntschew heißt, spricht hervorragend Türkisch, Griechisch und Armenisch. Wasil Lewski ist weder unter seinem offiziellen Namen noch unter seinem geistlichen Namen Diakon Ignatij bekannt. Er selbst unterschreibt in Dokumenten als Diakon Lewskij, seine Mitstreiter pflegen ihn Wassil Djakona oder nur Diakon manchmal auch Djakontscheto (das Diakönchen) zu nennen. Er hat auch einige türkische Pseudonyme wie Aslan Derwischooglu Kirdschal, Efendi Aslan Derwischooglu sowie weitere bulgarische wie Der Hauptbuchhändler, Troptscho, Dragojtscho einschließlich eines armenischen Pseudonyms – Ovanes. 1862 reiste er nach Belgrad, wo er in Rakowskis Erste Bulgarische Legion eintrat. Rakowski war der Erste, der die Idee der politischen Befreiung aus dem Volke heraus in die bulgarische Emigration und ins Volk in Bulgarien hinein trug. Als am 3. Juli 1862 in Belgrad Kämpfe zwischen den Serben und der osmanischen Garnison in der Festung Kalemegdan ausbrachen, griff die Legion auf der Seite der Serben ein. Als jedoch kein Krieg ausbrach, sah sich die serbische Regierung durch türkischen Druck gezwungen, die Legion aufzulösen. Dennoch war sie die erste Möglichkeit, in der junge bulgarischer Freiheitskämpfer Kampferfahrung und Ideen sammelten, Netzwerke gründeten, die ihnen später im Kampf von Nutzen waren. Wegen seiner Geschicklichkeit und seinem Mut in den Kämpfe bei Kalemegdan, erhielt Kuntschew den Beinamen Lewski (deutsch "der Löwenhafte" aus dem bulgarischen Wort für Löwe - Law). Im Frühjahr 1864, am Ostersonntag schnitt Lewski in Gegenwart seiner engsten Vertrauten seine langen Mönchshaare ab. Von diesem Moment an wurde er der weltliche Diakon der Freiheit Wassil Lewski. Sein Onkel, Archimandrit Wasilij, versuchte noch eine kirchliche Ermittlung gegen seinen Neffen einzuleiten, die ihm persönlich vom Erzbischof von Plowdiw bei Androhung von Strafe verboten wurde. 1865 bis 1866 war Lewski Lehrer in verschiedenen Schulen. Als Lehrer versuchte Lewski die Menschen in bewaffneten patriotischen Gruppen für den kommenden Aufstand zu organisieren. 1866 lernte er Chadschi Dimitar und Stefan Karadscha kennen und traf erneut auf Rakowski. 1867 nahm Lewski an der Zweiten Bulgarischen Legion Rakowskis in Belgrad teil. Nach ihrer Auflösung versuchte er, mit einer Tscheta (Freischar) nach Bulgarien zu kommen, um einen Aufstand zu entfachen, wurde aber in Serbien verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Nach seiner Befreiung fuhr er ins benachbarte Rumänien, wo er sich im April 1867 als Fahnenträger der Tscheta von Panajot Chitow anschloss. Chitow wurde zuvor von Rakowski zum „Obersten Bulgarischen Woiwoden“ erklärt. Damit unterstanden alle bulgarischen Tschetas der militärischen Führung von Chitow. Rakowski und Chitow zielten damit auf eine Koordination der militärischen Aktionen im Kampf gegen die osmanische Herrscher. Nach dem überraschenden Tod Rakowskis am 28.04.1867 scheiterten die großen Pläne. Nach den Misserfolgen mit den Tschetas plante Lewski, für einen erfolgreichen nationalen Befreiungskampf die zentrale Leitung der Aufstandsvorbereitung nach Bulgarien zu verlegen und ein Netz von revolutionären Komitees zu schaffen. Am 11. Dezember 1868 begann er seine erste Rundreise durch Bulgarien, die bis zum Februar 1869 dauerte. Ab Mai 1869 gelang es ihm in seiner zweiten Rundreise, revolutionäre Komitees im ganzen Land zu gründen. Zwischendurch kehrte er immer wieder nach Rumänien zurück und versuchte erfolglos, die Elite der bulgarischen Revolutionäre davon zu überzeugen, das revolutionäre Zentrum nach Bulgarien zu verlegen. Ende 1869 nahm Lewski an der Gründung des Bulgarischen Revolutionären Zentralkomitees (BRZK) teil und wurde gemeinsam mit Ljuben Karawelow Vorsitzender des revolutionär-demokratischen Flügels. Danach widmete er sich weiter der Schaffung von revolutionären Komitees in Bulgarien. Sein Motto: „Falls ich gewinne, gewinne ich für ein ganzes Volk – falls ich verliere, verliere ich nur mich.“ | ||||
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Französisches Kaiserreich Kaiser Napoléon III., der noch am 8. September 1869 das "Empire libéral" absegnen musste, in dem er den Liberalisierungsforderungen des Parlaments weitgehend entgegenkommen musste, lässt die Verfassungsreform durch ein Referendum billigen und kann damit trotz der Parlamentarisierung seine plebiszitäre Stellung noch einmal festigen (7,3 Millionen Ja- gegen 1,5 Millionen Neinstimmen bei 2,0 Millionen Enthaltungen). | ||||
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Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Dominion Kanada / Manitoba / Vereinigte Staaten von Amerika Die Anhänger des kanadischen Rebellen von Louis Riels "Red River Rebellion" verlautbaren eine Resolution zur Gründung von Manitoba als kanadischen Provinz. Der Anführer der Rebellion flieht in die Vereinigten Staaten von Amerika. Der Aufstand gegen Großbritannien ist damit beendet. Der kanadische Rebell und Politiker Riel führte in der Red-River-Kolonie eine provisorische Regierung an. Diese handelte die Bedingungen des Manitoba Act aus, unter denen die heutige Provinz Manitoba innerhalb der Kanadischen Konföderation auf dem Gebiet der damaligen Nordwest-Territorien gegründet werden konnte. Als Folge der während des Aufstands von ihm angeordneten Hinrichtung des militanten Oraniers Thomas Scott muss Riel nun in die Vereinigten Staaten ins Exil gehen und wird sein Mandat als Abgeordneter des kanadischen Unterhauses nie wahrnehmen können, da ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt ist. Während seiner Verbannung werden ihn religiöse Visionen heimsuchen, durch die er davon überzeugt werden wird, ein von Gott auserwählter Prophet der Métis (Abkömmlinge europäischer Väter mit indianischen Müttern) und Begründer eines neuen Christentums zu sein. | ||||
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Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Dominion Neuseeland In Neuseeland wird das erste Rugby-Match wird zwischen den beiden Mannschaften Nelson Football Club und Nelson College in Neuseeland gespielt. | ||||
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Österreichisch-Ungarische Monarchie Menyhért Lónyay de Nagylónya et Vásárosnamény wird neuer Finanzminister der Donaumonarchie. Menyhért war als Sohn von János Lónyay (1796–1859) Mitglied einer protestantischen Adelsfamilie. Er studierte Rechtswissenschaft in Pest und wurde 1843 Landtagsabgeordneter für die Opposition unter Ferenc Deák. 1845 heiratete er Emilia Kappel (1825–1888), mit der er vier Kinder bekam. Während der Revolution von 1848/49 war er Unterstaatssekretär im Finanzministerium. Daher musste er nach der Niederlage Ungarns 1849 das Land verlassen und konnte aber nach einer Amnestie Ende 1850 aus Paris zurückkehren. Zunächst betätigte er sich im Bank- und Versicherungswesen, gründete 1858 die erste ungarische Versicherungsanstalt und 1866 ein Kreditinstitut. Nach dem Ausgleich mit Österreich 1867 wurde Lónyay Finanzminister in der Regierung Gyula Andrássy. Er modernisierte, politisch geprägt vom Reformliberalismus, das Finanzwesen des Landes und führte bei den Staatsfinanzen einen strikten Sparkurs. Nun wird er zum gemeinsamen k.u.k. Finanzminister ernannt. | ||||
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Norddeutscher Bund / Königreich Preußen Das Strafgesetzbuch des Norddeutschen Bundes wird aufgrund der energischen Schaffenskraft ihres Verfassers Heinrich von Friedberg in Kraft gesetzt. Von Friedberg nimmt auch an Beratungen über das Militärstrafgesetzbuch teil, da er Mitglied der hierfür eingerichteten Kommission und Bundeskommissar ist. | ||||
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