Norddeutscher Bund 1867.08

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Wappen Norddeutscher Bund

NORDDEUTSCHER BUND

Chronik des August 1867

Hauptstadt: Berlin


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Norddeutscher Bund 1866-1870.jpg



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Chronik des Norddeutschen Bundes des Jahres 1866 August / September / Oktober / November / Dezember
Chronik des Norddeutschen Bundes des Jahres 1867 Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember
Fortlaufende Ereignisse
* Ereignis (seit ...)
01.08.1867
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Norddeutscher Bund
10.08.1867
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Norddeutscher Bund

Diese sind die Bevollmächtigten des Deutschen Reiches, die den "Bundesrat des Norddeutschen Bundes" bilden:
Königreich Preußen:

  • Generalleutnant Eugen Anton Theophil von Podbielski, Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements
  • Generalleutnant Julius von Rieben, Direktor des Marineministeriums; abkommandiert am 4. September 1867
  • Wirklich Geheimer Rat Johann Friedrich von Pommer-Esche, General-Steuerdirektor
  • Wirklich Geheimer Ober-Finanzrat Günther, Ministerialdirektor
  • Wirklich Geheimer Oberregierungsrat Rudolph von Delbrück, Ministerialdirektor
  • Generalpostdirektor Karl Ludwig Richard von Philipsborn
  • Geheimer Oberjustizrat Heinrich Eduard von Pape
  • Vizeadmiral Eduard von Jachmann

Königreich Sachsen:

  • Richard Freiherr von Friesen, Finanz- und Außenminister
  • Geheimer Rat Dr. Albert Christian Weinlig, Ministerialdirektor im Innenministerium
  • Geheimer Finanzrat Julius Hans von Thümmel
  • Oberst von Brandenstein, Militärbevollmächtigter in Berlin

Großherzogtum Hessen und bei Rhein:

  • Geheimer Legationsrat Karl von Hofmann

Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin:

  • Staatsrat von Müller
  • Generalmajor von Bilgner

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach:

  • Wirklich Geheimer Rat Dr. Christian Bernhard von Watzdorf, Staatsminister

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz:

  • Bernhard Ernst von Bülow, Ministerpräsident; abkommandiert am 4. September 1867
  • August Otto Ernst Freiherr von Örtzen auf Klokow, Kammerherr und Drost

Großherzogtum Oldenburg:

  • Staatsrat Buchholtz

Herzogtum Braunschweig-Lüneburg:

  • Asche Burckhard Carl Ferdinand von Campe, Staatsminister
  • Geheimer Legationsrat von Liebe

Herzogtum Sachsen-Meiningen und Hildburghausen:

  • Wirklich Geheimer Rat Graf von Beust; abkommandiert 23. September 1867
  • Anton Ferdinand Freiherr von Krosigk, Staatsminister

Herzogtum Sachsen-Altenburg:

  • Friedrich Leopold Wolf Ludwig Wendelin von Gerstenbergk, Edler von Zech, Staatsminister

Herzogtümer Sachsen-Coburg und Gotha:

  • Wirklich Geheimer Rat Camillo Richard Freiherr von Seebach, Staatsminister

Herzogtum Anhalt:

  • Dr. Carl Friedrich Ferdinand Sintenis, Ministerpräsident

Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt:

  • Staatsminister von Bertrab

Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen:

  • Staatsminister von Wolffersdorff

Fürstentum Waldeck-Pyrmont:

  • Geheimer Regierungsrat Ludwig Klapp

Fürstentum Reuß ältere Linie:

  • Regierungspräsident Dr. Herrmann

Fürstentum Reuß jüngere Linie:

  • Staatsminister von Harbou

Fürstentum Schaumburg-Lippe:

  • Geheimer Regierungsrat Höcker

Fürstentum Lippe:

  • Kabinettsminister von Oheimb

Freie und Hansestadt Lübeck:

  • Senator Dr. Theodor Curtius (Lübeck)

Freie Hansestadt Bremen:

  • Senator Otto Gildemeister

Freie und Hansestadt Hamburg:

  • Dr. Gustav Heinrich Kirchenpauer
15.08.1867
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Norddeutscher Bund

Der Bundesrat tritt in Berlin zusammen.

31.08.1867
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Norddeutscher Bund

Da der "konstituierende Bundesrat" mit der Verabschiedung der Verfassung seine Arbeit erfolgreich erledigt hat, werden nunmehr ordentliche Wahlen zum Reichstag abgehalten: Wieder wird in jedem der insgesamt 297 Wahlkreise, von denen 236 in Preußen liegen, nach absolutem Mehrheitswahlrecht ein Abgeordneter gewählt. Wenn kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte, wurde eine Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten durchgeführt. Die Wahlbeteiligung ist deutlich geringer als bei der Wahl zum konstituierenden Reichstag im Februar 1867. Die politischen Kräfteverhältnisse bleiben im Wesentlichen unverändert, so dass die Unterstützer der Politik Otto von Bismarcks ihre Mehrheit behaupten. Die Spaltung des Liberalismus wird durch das Wahlergebnis und die anschließende Fraktionsbildung im Reichstag bestätigt. Die ostelbischen Provinzen von Preußen bleiben eine Hochburg der Konservativen. Besonders in den 1866 von Preußen annektierten Provinzen Schleswig-Holstein und Hannover erzielen bundesstaatlich-konstitutionelle Kandidaten Wahlerfolge. Mit der Sächsischen Volkspartei, dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein und dem Lassalleschen Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins sind drei Arbeiterparteien im Parlament vertreten. Der politische Katholizismus bleibt bei dieser Wahl im Gegensatz zur folgenden Reichstagswahl 1871 noch unbedeutend. Aufgrund unvollständiger Dokumentation der Stimmergebnisse gibt es in der Fachliteratur auch für diese Wahl keine überlieferte Aufschlüsselung des Gesamtergebnisses nach Stimmen und Prozenten. Die folgende Tabelle gibt die Anzahl der für die einzelnen Parteien gewählten Abgeordneten an, wie sie in den Reichstagshandbüchern aufgeführt sind. In der folgenden Tabelle werden die gewählten Abgeordneten und ihre Parteistellung im Reichstag angegeben.

Ergebnis der Reichstagswahl August 1867
Rang Politische Richtung Partei Sitze Veränderung
1 Liberale Nationalliberale Partei (NLP) 81 +1
2 Konservative Konservative Partei (KP) 66 +7
3 Konservative Freikonservative Partei (FKV) 34 -5
4 Liberale Deutsche Fortschrittspartei (DFP) 29 +10
5 Bundesstaatlich-Konstitutionelle Vereinigung (BKV) 21 +3
6 Liberale Zentrumsfraktion (Altliberale) 1) 15 -12
7 Liberale Freie Vereinigung (FV) 13 -1
8 Minderheiten Polnische Fraktion 11 -2
9 Liberale Fraktionslose Liberale 9 -2
10 Konservative Fraktionslose Konservative 7 -1
11 Sonstige 4 -1
12 Arbeiterparteien Sächsische Volkspartei (SVP) 3 +1
13 Arbeiterparteien Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (ADAV) 2 +2
14 Arbeiterparteien Lassallescher Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (LADAV) 1 +1
15 Minderheiten Dänische Fraktion 1 -1
Bemerkungen: Alle 297 Wahlkreisgewinner werden direkt in den Reichstag gewählt.

1) Nicht zu verwechseln mit der Zentrumsfraktion in den Reichstagen des Deutschen Kaiserreichs
Vgl. Klaus Erich Pollmann: Parlamentarismus im Norddeutschen Bund 1867–1870 (Handbuch der Geschichte des deutschen Parlamentarismus). Droste, Düsseldorf 1985, ISBN 3-7700-5130-0, S. 167).

Ergebnis der Reichstagswahl August 1867 nach Stimmenzahl und Stimmenanteil

Wahlberechtigte: 7.656.000, das sind 19,4 Prozent der Bevölkerung
Abgegebene Stimmen: 3.907.000
Wahlbeteiligung: 51,0 Prozent

Rang Politische Richtung oder Partei Stimmenzahl in Prozent Mandatszahl in Prozent
1 Nationalliberale 1.171.000 30,1 125 32,7
2 Zentrum 1) 724.000 18,6 63 16,5
3 Konservative 549.000 14,1 57 14,9
4 Freikonservative (Reichspartei) 346.000 8,9 37 9,7
5 Deutsche Fortschrittspartei 342.000 8,8 46 12,0
6 Liberale 281.000 7,2 30 7,9
7 Polen 176.000 4,5 13 3,4
8 Sozialdemokraten 124.000 3,2 2 0,5
9 Sonstige 2) 79.000 2,0 1 0,3
10 Welfen 52.000 1,4 6 1,6
11 Dänen 25.000 0,7 1 0,3
12 Deutsche Volkspartei 19.000 0,5 1 0,3
Erklärungen:

1) Nicht zu verwechseln mit der Zentrumsfraktion in späteren Reichstagen
2) Elsaß-Lothringer, Antisemiten, Wirtschaftliche Vereinigung.

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