Deutscher Bund 1815.06: Unterschied zwischen den Versionen
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Der preußische Generalgouverneur in den von Preußen besetzten Gebieten Sachsens, Eberhard Friedrich Christoph Ludwig Freiherr von der Recke, wird durch den Zivilgouverneur Wilhelm Anton von Klewitz ersetzt. <br> | Der preußische Generalgouverneur in den von Preußen besetzten Gebieten Sachsens, Eberhard Friedrich Christoph Ludwig Freiherr von der Recke, wird durch den Zivilgouverneur Wilhelm Anton von Klewitz ersetzt. <br> | ||
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Der besiegte französische Kaiser Napoléone I. Buonaparte wird nach Paris geschafft, wo er endgültig zurücktritt. Es wird entschieden, dass er den Rest seines Lebens in Verbannung auf der südatlantischen Insel St. Helena verbringen wird. <br> | Der besiegte französische Kaiser Napoléone I. Buonaparte wird nach Paris geschafft, wo er endgültig zurücktritt. Es wird entschieden, dass er den Rest seines Lebens in Verbannung auf der südatlantischen Insel St. Helena verbringen wird. <br> | ||
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Aktuelle Version vom 4. September 2023, 10:41 Uhr
DEUTSCHER BUND
Chronik des Juni 1815
Die deutschen Fürsten und Vertreter der Freien Städte gründen auf dem Wiener Kongress den Deutschen Bund
Schwedisch-Pommern, Großherzogtum Posen, Danzig und Westphalen werden preußisch
Der Kaiser von Österreich wird Präsident des Deutschen Bundes
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Chronik des Heiligen Römischen Reiches des Jahres ... | 1805 / 1806 |
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Chronik des Königreiches Preußen des Jahres ... | 1805 / 1806 / 1807 / 1808 / 1809 / 1810 / 1811 / 1812 / 1813 |
Chronik des Rheinbundes des Jahres ... | 1805 / 1806 / 1807 / 1808 / 1809 / 1810 / 1811 / 1812 / 1813 |
Chronik des Kaisertums Österreich des Jahres ... | 1805 / 1806 / 1807 / 1808 / 1809 / 1810 / 1811 / 1812 / 1813 |
Chronik Frankreichs des Jahres ... | Französisches Königreich 1805 / 1806 / 1807 / 1808 Französisches Kaiserreich 1809 / 1810 / 1811 / 1812 / 1813 |
Chronik des Zentralen Verwaltungsrates für Deutschland des Jahres... | 1813 / 1814 / 1815 |
Chronik des Deutschen Bundes des Jahres 1815 | Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
Fortlaufende Ereignisse | * (seit ...) |
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Deutscher Bund Die deutschen Fürsten und Vertreter der Freien Städte gründen auf dem Wiener Kongress den Deutschen Bund durch die Verabschiedung der Bundesakte. |
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Deutscher Bund / Königreich Preußen Der 18 Jahre alte zweite Sohn des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., Wilhelm, wird in Charlottenburg bei Berlin konfirmiert und am selben Tag zum Major der preußischen Streitkräfte ernannt. Er wird umgehend damit beauftragt, ein Bataillon des 1. Garderegiments von neuem gegen Frankreich zu führen. |
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Deutscher Bund / Kaisertum Österreich / Königreich Lombardei-Venedig / Königreich Preußen / Königreich Schweden / Schwedisch-Pommern / Königreich Dänemark / Königreich Norwegen / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Britische Kronkolonie Helgoland / Spanische Monarchie / Vereinigtes Königreich Portugal, Brasilien und Algarve / Königreich der Vereinigten Niederlande / Großherzogtum Luxemburg Am letzten Sitzungstag des seit dem 18. September 1814 tagenden "Wiener Kongresses" wird durch die Wiener Kongressakte in Norditalien das Königreich Lombardo-Venetien geschaffen, dessen König in Personalunion der jeweilige Kaiser von Österreich wird. Es folgt auf das napoleonische Königreich Italien, dessen Gesetze fortgelten. Hauptstädte des neuen Königreiches werden Mailand und Venedig, die Währung ist der Thaler (Konventionstaler), der den Wert von 2 Österreichischen Gulden hat. Amtssprache sind Italienisch und Deutsch. Die weiteren Ergebnisse des Wiener Kongresses sind:
Von Hardenberg unterzeichnet die Wiener Kongress-Akte und die preußische Delegation kehrt nach Preußen zurück, von wo er bald wieder aufbrechen muss, um nach Napoléons endgültiger Niederlage den Zweiten Pariser Frieden zu schließen. Kurzzeitig kommt es in Paris zu einer schweren Autoritätskrise von Hardenbergs gegenüber dem preußischen Militär, die vom König durch die Auflösung des Oberkommandos der preußischen Frankreicharmee beigelegt werden muss. |
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Deutscher Bund / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Königreich Frankreich / Kaisertum Österreich / Russisches Reich / Königreich Preußen / Königreich Schweden Der Wiener Kongress endet mit der Unterzeichnung der Wiener Kongressakte, mit der die territoriale Neuordnung Europas geregelt wird. Während Preußen Posen, Schwedisch-Vorpommern, fast die Hälfte des Königreichs Sachsen sowie große Gebiete im Westen (Rheinland, Westfalen) erhält, muss Österreich auf seine westlichen Gebiete verzichten und sich auf den Gewinn Oberitaliens und polnischer Gebiete beschränken. Russland gewinnt Kernpolen (das so genannte "Kongresspolen") als Königreich hinzu; Großbritannien behält die wesentlichen Teile seiner Eroberungen aus napoleonischer Zeit. |
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Deutscher Bund Die Bevollmächtigten von 39 deutschen Staaten unterzeichnen die Bundesakte zur Gründung des Deutschen Bundes. Gemäß der Präambel der Bundesakte beschließen „die souverainen Fürsten und freien Städte Deutschlands, […] von den Vorteilen überzeugt, welche aus ihrer festen und dauerhaften Verbindung für die Sicherheit und Unabhängigkeit Deutschlands, und die Ruhe und das Gleichgewicht Europas hervorgehen würden, […] sich zu einem beständigen Bunde zu vereinigen“. Das Herzogtum Luxemburg wird zu einem Großherzogtum, das von der niederländischen Regierung im Deutschen Bund vertreten wird. Dem Königreich Dänemark wird das Herzogtum Lauenburg zugesprochen. Folgende Inhalte werden vereinbart (Auszüge):
Artikel II
Der Zweck desselben ist Erhaltung der äußeren und inneren Sicherheit Deutschlands und der Unabhängigkeit und Unverletzbarkeit der einzelnen deutschen Staaten.
1. Kaisertum Österreich – 1 Stimme
1. Kaisertum Österreich – 4 Stimmen
Inwiefern ein Gegenstand nach obiger Bestimmung für das Plenum geeignet ist, wird in der engeren Versammlung durch Stimmenmehrheit entschieden. Die Beschlüsse werden nach der Mehrheit der Stimmen gefasst, jedoch in der Art, dass in der ersten die absolute, in der letzten aber nur eine Dreiviertelmehrheit entscheidet. Bei Stimmengleichheit in der engeren Versammlung steht dem Vorsitzenden die Entscheidung zu. Wo es auf Annahme oder Änderung der Grundgesetze, auf organische Bundeseinrichtungen, einzelne juristische Entscheidungen oder Religionsangelegenheiten ankommt, kann weder in der engeren Versammlung noch im Plenum durch Stimmenmehrheit gefasst werden. Die Bundesversammlung ist beständig, hat aber die Befugnis, sich auf bis zu vier Monaten zu vertagen. |
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Deutscher Bund In Jena gründen die bisher lose organisierten Studentenverbindungen die "Urburschenschaft". Die Urburschenschaft verfolgt die Idee, die landsmannschaftlichen Zusammenschlüsse an den Universitäten abzuschaffen und alle Studenten in einer „Allgemeinen Burschenschaft“ zusammenzuführen. Auch in der Politik soll die Kleinstaaterei zugunsten eines vereinten Deutschlands abgeschafft werden. Protagonisten dieser Ideen sind Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Moritz Arndt, Johann Gottlieb Fichte und Jakob Friedrich Fries. Ein Spiritus rector ist der Jenaer Historiker Heinrich Luden. Wie in weiten Teilen der Bevölkerung (überwiegend im preußisch-protestantischen Raum) entwickelte sich während der napoleonischen Fremdherrschaft auch innerhalb der Studentenschaft ein eigener, deutscher Patriotismus. Bereits 1811/12 wurde von Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen der erste Plan zur Gründung einer „Burschenschaft“ (Bursche ist die zeitgenössische Bezeichnung für Student) gefasst. Die Aufgaben sollen in der Stärkung des deutschen Sinnes, der moralischen Verbesserung und Vorbereitung der deutschen Befreiung und Einigung liegen. Die Ideen fanden starken Anklang an den deutschen Universitäten. Als in Preußen zur Zeit der Befreiungskriege die Bildung von Freiwilligenverbänden zugelassen wurde, traten viele Studenten – viele sind nun Gründungsmitglieder der Urburschenschaft – in das Lützowsche Freikorps ein, wo sie mit den Gedanken der Jahn-Friesenschen Burschenordnung in Kontakt kamen. Nach der siegreichen Rückkehr aus Frankreich kam es 1814 mit der Gründung einer „Wehrschaft“ in Jena, der „Teutonia“ in Halle (die bereits stark burschenschaftlich geprägt war und den Wahlspruch „Freiheit, Ehre, Vaterland!“ hatte) und in Gießen („Gießener Schwarze“ oder „Unbedingte“) zu den ersten burschenschaftlichen Vereinigungen. Als studentische Zusammenschlüsse dominieren jetzt Landsmannschaften als Gruppen von Studenten gleicher regionaler Herkunft. Für die Jenaer Studenten sind sie ein Symbol der staatlichen Zersplitterung Deutschlands. Allerdings zeigen sich auch bei den Landsmannschaften bald nationale Regungen. In der Nacht vom 5. auf den 6. September 1812 hatte die Landsmannschaft Vandalia Jena das erste deutsch-patriotische Studentenfest des 19. Jahrhunderts auf der Kunitzburg mit einem großen Feuer, patriotischen Liedern und Reden gefeiert. Am 29. Mai 1815 beschloss der Senioren-Convent der Jenaischen Landsmannschaften seine Auflösung. Am heutigen Tage lösen sich die bestehenden Landsmannschaften Thuringia, Vandalia, Franconia, Saxonia und Curonia auf und gründen im Gasthaus „Grüne Tanne“ in Wenigenjena die Burschenschaft. In der Verfassungsurkunde der Jenaischen Burschenschaft vom 12. Juni 1815 heißt es: |
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Deutscher Bund / Königreich Preußen / Königreich Hannover / Herzogtum Braunschweig / Herzogtum Nassau / Königreich der Vereinigten Niederlande / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Französisches Kaiserreich Bei Waterloo, 15 Kilometer südlich von Brüssel, findet eine Schlacht zwischen den napoleonischen Truppen auf der einen und den Alliierten aus Großbritannien, den Niederlanden, Hannover, Braunschweig, Nassau und Preußen auf der anderen Seite statt. Befehlshaber der Franzosen ist Napoléon Bonaparte, der Preußen Gebhard von Blücher und der restlichen Armeekorps der Ire Arthur Wellesley, 1st Duke of Wellington. In Deutschland wird diese Schlacht, bei der sich fast 190.000 Männer gegenüberstehen, als "Belle Alliance"-Schlacht eingehen. Die Koalition besiegt die Truppen Napoleons, der 25.000 Tote und Verwundete sowie 7000 Gefangene zu beklagen hat. Auch Preußen meldet 7000 Tote und Verwundete. Die Truppen unter dem Kommando Wellingtons beklagen 15.000 Tote und Verwundete. |
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![]() Der frühere Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (HRR) wird der erste Präsident des Deutschen Bundes Der Zentrale Verwaltungsrat für Deutschland stellt seine Arbeit ein; der österreichische Kaiser Franz I. wird zum Präsidenten des Deutschen Bundes berufen. Die Teilnehmerstaaten versichern sich ausdrücklich, dass der Präsident nicht als ein Staatsoberhaupt anzusehen sei. Der Präsident war von 1792 bis 1806 als Kaiser Franz II. der letzte Keiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1804 begründete er das Kaisertum Österreich. Um dem Hegemoniestreben des französischen Kaisers Napoléon Bonaparte in Mitteleuropa zu begegnen und einem Statusverlust vorzubeugen, nahm er 1804 den Titel eines erblichen Kaisers von Österreich an, führte aber bis 1806 den Titel des Erwählten Römischen Kaisers weiter. In der Literatur wird er daher oft "Franz II./I." genannt, zur Unterscheidung von seinem Großvater Franz I. Stephan (1708–1765). Seine Abdankungserklärung vom 6. August 1806, mit der er „die deutsche Kaiserkrone und das Reichsregiment“ niederlegte und „die Churfürsten, Fürsten und übrigen Stände, wie auch alle Angehörige und die Reichsdienerschaft, ihrer bisherigen Pflichten“ entband, stand unter der Sorge, die Reichskrone könne in französische Hände und seine österreichischen Länder im Reich könnten de jure unter napoleonische Herrschaft gelangen. De facto wurde das Reich, ohnedies nur mehr ein sehr loser Zusammenschluss, durch den 1806 auf Betreiben Napoleons gegründeten Rheinbund gesprengt, dessen Fürsten aus dem Reich austraten. |
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Königreich Preußen / Russisches Kaiserreich Der östliche Teil des Südens von Ostpreußen geht in die Verwaltung Russlands über, der westliche Teil wird Part der preußischen Provinz Posen. König Friedrich Wilhelm III. wird heute der Titel "Großherzog von Posen" verliehen. |
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Königreich Preußen Der preußische Generalgouverneur in den von Preußen besetzten Gebieten Sachsens, Eberhard Friedrich Christoph Ludwig Freiherr von der Recke, wird durch den Zivilgouverneur Wilhelm Anton von Klewitz ersetzt. |
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Deutscher Bund / Königreich Preußen / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Französisches Kaiserreich Der besiegte französische Kaiser Napoléone I. Buonaparte wird nach Paris geschafft, wo er endgültig zurücktritt. Es wird entschieden, dass er den Rest seines Lebens in Verbannung auf der südatlantischen Insel St. Helena verbringen wird. |
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Königreich Preußen Der preußische Generalgouverneur in den von Preußen besetzten Gebieten Sachsens, Eberhard Friedrich Christoph Ludwig Freiherr von der Recke, wird durch den Zivilgouverneur Wilhelm Anton von Klewitz ersetzt. |
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Deutscher Bund ... |
Chronik des Deutschen Bundes des Jahres 1815 | Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
Chronik des Deutschen Bundes des Jahres 1816 | Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
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