Kreta
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Frühe Minoische Königreiche Als früheste europäische Hochkultur entsteht die minoische Kultur und erstreckt sich vermutlich über den gesamten ägäischen Raum, wobei die Insel Kreta als ihr Zentrum anzusehen ist. Die Minoer werden die ersten europäischen Schriftzeichen erfinden, über talentierte Baumeister und Konstrukteure verfügen, die unter anderem die ersten Straßen in Europa bauen werden. Die Minoer nehmen erste Kontakte zu den Ägyptern und den Völkern des Vorderen Orients auf. | |||
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Frühe Minoische Königreiche Im Osten Kretas entstehen große Zentren der minoischen Kultur. Bedingt durch die sehr günstige geografische Lage der Insel entstanden vor Jahrzehnten erste Kontakte zu den Kulturen Ägyptens und des Vorderen Orients. Durch diese beeinflusst, streben die Minoer schon früh in ihrer Entwicklung nach Luxus und nach Bequemlichkeit. Dies führt zu sehr kunstfertigen und außerordentlich reich verzierten Keramiken oder Metallarbeiten, besonders beim Goldschmuck, was eine besondere Geschicklichkeit der Handwerker offenbart. | |||
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Frühe Minoische Königreiche Mit der Gründung der ersten minoischen Staaten nimmt die Bevölkerung auf der Insel Kreta stark zu. In der Messara-Ebene im Süden der Insel führt ein altmediterranes Volk, das wahrscheinlich nicht zu den Minoern zählt, Bestattungen in Rundgräbern durch. Dieses Volk ernährt sich vom Fischfang und von der Landwirtschaft; es verfügt über handwerkliche Fähigkeiten und ist in der Lage, mit selbstgebauten Schiffen zur See zu fahren. | |||
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Frühe Minoische Königreiche Die Bevölkerung des reichen und prächtigen minoischen Königreiches von Knossos beginnt mit dem Bau des gleichnamigen Palastes riesigen Ausmaßes. | |||
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Frühe Minoische Königreiche auf Kreta und Rhodos / Hellas / Zypern / Phönizisches Reich
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Frühe Minoische Königreiche auf Kreta und Rhodos / Hellas
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Frühe Minoische Königreiche
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Frühe Minoische Königreiche Fünfzig Jahre nach Baubeginn wird der erste Palast von Phaistos fertiggestellt. Da der möglicherweise noch größere Palast in Knossos noch nicht ganz fertiggestellt ist, gilt der Palast von Phaistos vermutlich als der derzeit Bedeutsamste auf Kreta. Die Paläste Kretas stellen die Mittelpunkte des administrativen, kulturellen und religiösen Lebens der Minoer dar. | |||
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Frühe Minoische Königreiche Der Palast von Knossos, dessen Bau vor 300 Jahren begonnen wurde, wird fertiggestellt. Es ist der größte minoische Palast auf Kreta. | |||
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Minoisches Reich Der König von Knossos vereinigt ganz Kreta zu einem einzigen Minoischen Reich. | |||
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Minoisches Reich Auf Kreta ereignet sich ein schweres Erdbeben, bei dem sämtliche bekannte Zentren zerstört werden. Dies ist das Ende der "Altpalastzeit" und der Beginn der "Neupalastzeit", die geprägt sein wird vom Wiederaufbau der zerstörten Stadtzentren. Dank ihrer Seeherrschaft und ihres ausgedehnten Handels mit Ägypten, Syrien und Mesopotamien sowie ihrer Vorstöße ins westliche Mittelmeer können die Kreter sich dem Wiederaufbau widmen, ohne befürchten zu müssen, eine leichte Beute von Feinden zu werden. Auf Kreta entwickelt sich eine autarke Hieroglyphenschrift, in der das bekannteste Schriftdenkmal der minoischen Zivilisation abgefasst wird, der Spiraltext auf dem Diskos aus dem Palastarchiv von Phaistos, welcher auch 3700 Jahre später nicht entziffert werden kann. Der Spiraltext gilt als das älteste Druckwerk der Kulturgeschichte der Menschheit. Der Tempel von Anemospilia, einem minoischen Gipfelheiligtum am Nordhang des Berges Juchtas in der Nähe von Archantes im Zentrum Kretas, wird ebenfalls zerstört. Hier wird man später vier menschliche Skelette in den Trümmern finden. Einem etwa 27jährigen Mann wird kurz vor der Katastrophe die Halsschlagader durchgeschnitten, vermutlich, um die Götter zu besänftigen und das Erdbeben noch abzuwenden. Dies bestätigt die Annahme, dass in der minoischen Kultur auch Menschenopfer dargebracht wurden. Bei den anderen drei später gefundenen Skeletten handelt es sich offenbar um Priester und Tempeldiener. | |||
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Minoisches Reich 50 Jahre nach dem schweren Erdbeben wird der sofort eingeleitete Wiederaufbau der Stadt Malia beendet. | |||
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Königreich Ägypten - Dynastie der Hyksos / Minoisches Reich Die Ägypter erreichen Kreta und werden durch eindringende Indogermanen und semitische Hyksos erobert. | |||
Hellas / ![]() Auf der Insel Thera (heutige Bezeichnung: Santorin), die etwa 180 Kilometer nördlich von Kreta gelegen ist, ereignet sich ein verheerender Vulkanausbruch, der besonders für Südeuropa in den nächsten zehn Jahren schwere Folgen haben wird. Durch den darauf folgenden Tsunami mit bis zu 54 Meter hohen Wellen werden die meisten Ansiedlungen auf Kreta zerstört. Eine zehn Meter dicke Schicht aus Bimsstein legt sich über die Insel. Anders als in Pompeji werden in den Asche- und Bimssteinschichten von Akrotiri später keine menschlichen Überreste gefunden. Es gibt in den Häusern keinen Schmuck und nur wenige aufwändig gefertigte Werkzeuge. Dies deutet darauf hin, dass die Bewohner vor dem Vulkanausbruch noch Zeit hatten, ihre Wertsachen zusammenzusuchen und auf Boote zu fliehen. Die Warnung vor der eigentlichen Eruption geschah offenbar durch ein Erdbeben. Seine Spuren zeigen sich an Treppenstufen aus behauenem Stein, die alle mittig gebrochen sind, sowie in beschädigten Wänden der Gebäude. Nach dem Erdbeben kehren einige der geflüchteten Bewohner zurück. Sie legen die Straßen wieder frei, reißen beschädigte Mauern ein und sortieren wiederverwendbares Baumaterial. Außerdem bargen sie Möbelstücke und Güter. So wurde ein Stapel Bettgestelle gefunden, die aus einem Haus zum Abtransport bereitgestellt wurden. Unbeschädigte Krüge und Amphoren mit Lebensmitteln waren ebenfalls an Sammelstellen außerhalb der Häuser gebracht worden. Zu diesem Abtransport kam es nicht mehr, bevor der Vulkan die menschliche Siedlung auslöschte. Der Ausbruch, die sogenannte Minoische Eruption, beginnt mit dem Ausstoß von leichten Pyroklastika aus einem Vulkanschlot, der fast genau mittig im Inselrund Theras liegt. Der Ausbruch dauert nur kurz, die Menge des ausgestoßenen lockeren Materials ist so gering, dass die Bergungsteams sich in Sicherheit bringen können. Allerdings gibt es auf keiner der Nachbarinseln Hinweise darauf, dass rund um die Zeit des Vulkanausbruchs eine größere Einwanderung stattgefunden hätte. Es ist daher anzunehmen, dass die Flüchtlinge durch Gase der Eruption oder durch Flutwellen ums Leben kamen. Der eigentliche Ausbruch erfolgt erst Monate später. Auf einigen Mauerstümpfen wächst bereits Gras, dessen verbrannte Reste später gefunden werden. Die Eruption besteht aus mehreren Phasen. Die erste ist der Ausstoß von relativ leichtem Bimsstein, der sich in einer vergleichsweise dünnen Schicht von höchstens sieben Metern Dicke niederschlägt. Sie bringt Dächer durch Überlast zum Einsturz, schützt die Gebäude aber vor der Zerstörung durch die späteren, schwereren Phasen. Diese bringen dicke Ascheschichten und Lavabrocken von bis zu fünf Metern Durchmesser, an anderen Stellen der Insel sogar bis 20 Meter. Nach dem Ende der Eruption gehen langandauernde, intensive Niederschläge auf die Reste der Insel nieder. Sie sammeln sich in Sturzbächen und waschen tiefe Rinnen in die verwüstete Landschaft. Die Datierung der Minoischen Eruption und damit des Untergangs der Stadt Akrotiri ist nicht gesichert. Die jüngsten Keramikstile der Stadt werden über Funde auf Kreta und in Ägypten mit der ägyptischen Chronologie synchronisiert und auf ca. 1530 BC datiert. Naturwissenschaftliche Methoden, den Ausbruch anhand der Radiokarbon-Methode und durch Ablagerungen vulkanischer Aschen im grönländischen Eis einzuordnen, deuten auf die 1620er Jahre BC hin. Die Interpretation der widersprüchlichen Angaben ist Gegenstand einer Debatte in den Fachwissenschaften. | ||||
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Minoisches Reich
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Minoisches Reich Drei Kilometer südlich von Archanes im Zentrum Kretas entsteht in die Siedlung Vathypetro, die sich über drei Hügel erstreckt, die vermutlich erste Weinpresse in der Geschichte der Menschheit. | |||
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Minoisches Reich
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Minoisches Reich Ein Erdbeben zerstört Vathypetro, eine Ansiedlung drei Kilometer südlich von Archanes im Zentrum Kretas, die auch die vermutlich erste Weinpresse in der Geschichte der Menschheit beherbergte. | |||
Reich der Jebusiter / Reich der Hethiter / Minoisches Reich / Königreich Ägypten – Achtzehnte Dynastie Im Laufe des 2. Jahrtausend BC wächst die 2400 BC keilschriftlich erstmals bezeugte Siedlung Ugarit (heute: Ra's Schamra in Syrien) stark und gewinnt an Bedeutung. Die Menschen von Ugarit handeln unter anderem mit Kreta, den Hethitern und mit Ägypten, die wiederum in ihren Schriftquellen die Stadt häufig erwähnen. Minoisches Reich | ||||
![]() Zum zweiten Mal nach 1627 BC explodiert der Vulkan Thera (heutige Bezeichnung: Santorin) und zerstört erneut die minoischen Paläste auf Kreta. Von der Bevölkerung Kretas überleben lediglich die Menschen im Gebiet von Knossos und von Kydonia (heute Chania) diese Katastrophe. Der kleine Palast in Agia Triada wird zerstört. Dennoch treffen etwa zur selben Zeit mykenische Siedler vom griechischen Festland auf Kreta ein, deren Kultur allmählich Kreta bestimmen wird. Die Mykenische Kultur beginnt sich auch auf den Kykladen und in Milet, das zum Minoischen Reich gehört, durchzusetzen. | ||||
![]() Die mykenische Kultur ist nun vorherrschend im minoischen Kreta (und den kretisch beherrschten Kykladen) sowie dem bis jetzt kretische Milet. | ||||
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Minoisches Reich
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Minoisches Reich Die mykenische Kultur des griechischen Festlandes, die seit 25 Jahren Kreta dominiert, verdrängt endgültig die alte minoische Kultur. In Knossos und in Kydonia (heute Chania) herrschen achaisch-mykenische Herrscher, die zulassen, dass Kreta an den meisten Orten "multikulturell" bleibt. | |||
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Minoisches Reich Ein mehrere Tage wütendes Feuer, bei dem das in den Mauern verarbeitete Holz und Öl dem Brand zusätzliche Nahrung geben, zerstört die obersten Etagen und viele der aus Kalkstein und Gipsstein hergestellten Wände des Palastes von Knossos, der daraufhin aufgegeben wird. Dreißig Jahre zuvor hatten die Mauern des Palastes und der Stadt noch einem schweren Erdbeben widerstanden. | |||
Königreich Athen / ![]() Daidalos, Enkel des attischen Königs Erechteus und Sohn des Eupalamos, wirkt als junger Gelehrter in Athen. Seine Schwester sendet ihren Sohn Perdix (je nach Quelle auch Talos oder Calos) zu ihm in die Lehre. Der Neffe stellt sich bald als begabter Schüler heraus, der durch seinen Einfallsreichtum auffällt. Von einem Spaziergang am Strand bringt er das Rückgrat eines Fisches nach Hause, bildet es mit Eisen nach und erfindet so angeblich die Säge. Ein anderes Mal bringt er zwei Eisenstäbe zusammen, verbindet sie an einem Ende mit einer Niete und spitzt die anderen Enden zu, was zur Erfindung des Zirkels führt. Daidalos, der stolz auf seine eigenen Fähigkeiten ist und den Gedanken an einen Rivalen nicht ertragen kann, wird so neidisch auf Perdix, dass er einen Ausflug auf die Akropolis nutzt, um seinen Neffen zu beseitigen, indem er ihn den Berg hinunterstößt. Aber die Göttin Athene, die Genialität immer begünstigt, sieht – so beschreibt es eine Sage - diesen fallen und rettet sein Leben, indem sie ihn in einen Vogel verwandelt, der seither seinen Namen trägt. Das Rebhuhn (lat. Perdix perdix, frz. perdrix) baut sein Nest nicht in Bäumen, sondern in Hecken, und eingedenk seines Falls von der Klippe meidet es hohe Stellen. Daidalos hingegen muss sich für dieses Verbrechen vor Gericht verantworten und wird aus Athen verbannt. Auf der Insel Kreta findet er am Hof des seebeherrschenden Königs Asterios Asyl und wird dessen Hofbaumeister. | ||||
Königreich Athen / ![]() Minos und seine beiden Brüder, die alle einer Sage zufolge als Söhne des Zeus gelten und von Asterios, dem verstorbenen König von Kreta, adoptiert wurden, streiten sich darüber, wer von ihnen die Nachfolge ihres Adoptivvaters als König von Kreta antreten soll. Minos ruft Poseidon, den Gott des Meeres und Bruder des Zeus, um Beistand an und verspricht, was immer aus dem Meer erscheine, dem Gott zu opfern. Poseidon schickt ihm einen prächtigen Stier, so dass damit der Streit entschieden ist und Minos König von Kreta wird. Der Stier gefällt Minos allerdings so gut, daß er ihn nun nicht mehr opfern mag, sondern ein anderes Rind darbringen lässt. Poseidon erkennt den Betrug und schlägt zur Strafe Minos’ Gemahlin Pasiphaë mit dem Verlangen, sich mit dem Stier zu vereinen. Sie lässt sich von Daidalos, dem Hofbaumeister, ein hölzernes Gestell bauen, das mit einer Kuhhaut verkleidet ist. Darin verbirgt sie sich und lässt sich so von dem Stier begatten. Pasiphaë, die Gemahlin des Minos, gilt der Sage nach als Tochter des Sonnengottes Helios und der Okeanide Perse, zugleich Schwester der Kirke, Perses, Aiëtes und Aloëus. Mit ihrem Gemahl Minos hat sie bereits acht Kinder: Akakallis, Androgeos, Ariadne, Deukalion, Glaukos, Katreus, Phaidra und Xenodike. Pasiphaë weiss, wie man aus magischen Kräutern Zaubertränke herstellen kann. Um sicherzugehen, dass Minos ihr die eheliche Treue hält, belegt sie ihn der Sage zufolge mit einem Zauber, der Minos jedes Mal, wenn er einer anderen Frau beiwohnt, Schlangen, Skorpione und Tausendfüßler ejakulieren lässt. Auf diese Weise tötete Minos bereits mehrere seiner Konkubinen. Die einzige, die mit Minos ungestraft verkehren kann, ist Prokris, die Tochter des Erechtheus, da sie sich zuvor mit der Essenz einer Heilpflanze gegen das Gift der Tiere wappnen kann. In einer anderen Version der Sage heilt Prokris den Kreterkönig von seinem Leiden und erhält dafür einen unfehlbaren Speer sowie den schnellen, unsterblichen Hund Lailaps zum Geschenk. Diese Gaben hatte einst Zeus der Europa überreicht und so waren sie von den Eltern auf ihren Sohn Minos gekommen. | ||||
Königreich Athen / ![]() Als Frucht der erzwungenen Vereinigung von Minos‘ Gemahlin Pasiphaë mit dem Stier, den Minos sich im Vorjahr weigerte, dem Poseidon als Dank dafür, dass er die Königschaft über Kreta erwarb, zu opfern, gebiert Pasiphaë ein Wesen mit menschlichem Körper und einem Stierkopf. Sie nennt ihren Sohn Asterios, nach ihrem Schwiegervater, später jedoch wird der Knabe Minotaurus genannt werden. Minos möchte zunächst das Tierwesen, das ein Zeugnis des Fehltritts seiner Gemahlin ist, töten. Auf Bitten seiner Tochter Ariadne jedoch lässt er ihn am Leben, beauftragt aber seinen Hofbaumeister Daidalos, ein Gefängnis in Form eines Labyrinths zu erbauen: Das sagenhafte Labyrinth des Minotaurus. | ||||
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Minoisches Reich Der Sage nach gründet König Minos die Stadt Phaistos und benennt sie nach einem Sohn oder Enkel des Herakles, Heros Phaistos. Erster Herrscher über die Stadt wird Rhadamanthys, der Bruder des Minos. | |||
Königreich Athen / ![]() Im Zuge seiner achten Arbeit bringt einer Sage zufolge Herakles den Minotaurus, das menschenfressende Geschöpf halb Mensch halb Stier, der der Sohn der Pasiphaë ist, auf die Halbinsel Peloponnes. Dort richtet der Minotaurus großen Schaden an. Androgeos, einer von Minos’ Söhnen, will seine Geschicklichkeit im Kampf gegen den Stier erproben, fällt diesem aber zum Opfer. Als Minos die Nachricht erhält, bricht er zu einem Rachefeldzug gegen Athen auf, da er Nachrichten darüber erhalten hat, dass König Aigeus von Attika Androgeos zu dem Tier geschickt habe in der Erwartung, dass Minotaurus seinen Halbbruder töten würde. Gegen das wehrhafte Athen allerdings kann Minos zunächst nichts ausrichten. Der Sage zufolge ruft Minos seinen Vater Zeus um Hilfe an; dieser erhört ihn und sendet eine Pest und eine Hungersnot nach Athen, das schließlich vor den Kretern kapitulieren muss. Den Athenern erlegt Minos eine grausame Steuer auf: Alle neun Jahre müssen sie sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen nach Kreta senden, wo diese dem Minotaurus geopfert werden sollen. Für den Minotauros hat er von seinem Hofbaumeister, dem früheren Athener Staatsbürger Daedalos, ein Labyrinth erbauen lassen. Die Jünglinge und Jungfrauen sollen hineingeschickt und so dem Ungeheuer zum Fraß vorgeworfen werden. Das Labyrinth, das Daidalos entwickelte und baute, ist so geschickt konstruiert, dass selbst sein Erbauer kaum den Weg ins Freie fand, nachdem er es fertiggestellt hatte. | ||||
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Minoisches Reich Im 13. Jahrhundert BC entsteht der jüngste Palast von Knossos als Gebäudeensemble von bis zu fünf Stockwerken mit einer umbauten Fläche von 21.000 qm auf einer lichten Fläche von 2,2 Hektar. 800 Räume sind nachweisbar, doch dürfte der Palast insgesamt bis zu 1300 besitzen. Der Palast ist nicht befestigt. Er ist, wie alle Palastanlagen der Minoer, um einen rechteckigen Zentralhof von 53 × 28 Metern errichtet. Aus vier Richtungen kommen verwinkelte, vergleichsweise schmale Gänge, reich dekorierte Korridore, bemalte Säle, aufwändig gestaltete Treppenhäuser und säulenumstandene Galerien auf diesen Hof zu. Die Anlage ist Verwaltungszentrum und enthält zahlreiche Werkstätten. Diese Räume und Korridore sind in einer verwirrenden Anordnung aneinandergefügt. Es gibt Türen und Durchgänge, Treppen und Rampen. Einige Räume sind durch Polythyroi verbunden, Innenwände, die als Reihen deckenhoher, doppelflügeliger Türen zwischen Pfeilern ausgeführt sind. Sind sie geschlossen, sind die Räume abgetrennt, wird eine Tür geöffnet, ergibt sich ein Durchgang, werden alle Türen geöffnet, sind die Räume verbunden. Es gibt auch Werkstätten und Magazine, bis zu 400 teilweise mannshohe Pithoi voll Wein, Olivenöl, Getreide oder Honig mit einem Fassungsvermögen von etwa 78.000 Litern. Auffallend ist eine im rechten Winkel aufeinanderstoßende Treppenanlage, wie sie auch in Phaistos zu finden ist, die einen Prozessionsweg abschließt und als Theater für etwa 500 Menschen gedeutet wird. Diese Theateranlage befindet sich am Rande der Palastanlage. Das Herzstück des Palastes ist der sogenannte Thronsaal, der aufgrund eines dort gefundenen Alabasterthrons so genannt wird. An den Seitenwänden des Vorraums sind steinerne Bänke aufgestellt. Eine kostbare Porphyrschale steht im Zentrum des Vorraums. Sie dient wahrscheinlich rituellen Waschungen. Andere Interpretationen deuten dies als Aquarium. | |||
Königreich Athen / ![]() Der mythische Held Theseus, Sohn des Königs Aigeus von Athen und der Aithra, wird neuer König von Attika. Theseus wurde bei seinem Großvater Pittheus in Troizen erzogen. Herangewachsen, nahm er das Schwert seines Vaters als Erkennungszeichen, welches dieser selbst für ihn unter einem Felsblock verborgen hatte, und ging damit nach Athen. Unterwegs tötete er der Überlieferung nach die Räuber Periphetes, Sinnis, Skiron, Kerkyon, den Riesen Prokrustes und andere. In Athen versucht ihn seine Stiefmutter Medea mit Aconit, dem Gift des Cerberus, zu vergiften. Aigeus erkennt den Sohn aber an den Zeichen auf dem elfenbeinernen Griff des Schwerts und verhindert den Anschlag. Medea gelingt es anschließend, in Nebel gehüllt, zu fliehen. Theseus macht sich zunächst um das Land verdient, indem er den Marathonischen Stier erlegt. Als wenig später die Gesandten des kretischen Königs Minos nach Athen kommen, um den alle neun Jahre zu entrichtenden Tribut von sieben Jünglingen und sieben Jungfrauen als Menschenopfer für den Minotauros zu holen, lässt sich Theseus unter die Zahl der ausersehenen Opfer aufnehmen. Minos’ Tochter verliebt sich in den Helden und hilft ihm mit ihrem bekannten Ariadnefaden. Nach einer anderen Erzählung soll sie ihm zudem sonderbare Pillen aus Pech und Haaren geben, die in den Rachen des Minotauros zu werfen seien. Es heißt auch, dass sie selbst den Helden begleitet, um ihm mit ihrem Kranz in der Dunkelheit zu leuchten; der Schmuck – vielleicht ein Geschenk ihres Verehrers Dionysos – wird später der Sage nach unter die Sternbilder gesetzt werden. Theseus besiegt den Minotauros und findet mithilfe des Fadens wieder aus dem Labyrinth heraus. Er opfert den Minotauros dem Gott Poseidon und bereitet seine Flucht nach Naxos vor. Mit Ariadne, den Jünglingen und Jungfrauen macht er sich bei Nacht auf die Heimreise; zuvor schlägt er noch die Böden der kretischen Schiffe ein. Der Sage nach befiehlt die Göttin Athene dem Theseus, dass er Ariadne auf Naxos zurücklassen müsse, da sie bereits Dionysos, in der griechischen Götterwelt als der Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase bekannt, versprochen ist. So segelt Theseus ohne Ariadne nach Athen zurück, wo sein Vater Aigeus jeden Tag von einer Klippe aus Ausschau nach dem Schiff des Sohnes hält. Sie hatten sich vor der Abreise Theseus‘ darauf verständigt, dass dessen Schiff bei der Heimfahrt weiße Segel setzen würde, wenn seine Expedition erfolgreich gewesen sein sollte. In seinem Freudentaumel über den Sieg vergisst Theseus diese Verabredung und lässt schwarze Segel setzen. Als Aigeus das Schiff seines Sohnes in den Hafen von Piraeus einfahren sieht, deutet er das gehisste schwarze Segel so, dass sein Sohn offenbar auf der Reise ums Leben gekommen ist, und stürzt sich aus Verzweiflung darüber ins Meer, das seither das „Ägäische“ heißt. Nach dem durch seine Unachtsamkeit ausgelösten Tod des Vaters tritt Theseus die Herrschaft über Attika an und wird sich durch weise Herrschaft sowie durch kühne Heldentaten auszeichnen sowie die Vorläufer der Panathenäischen und der Isthmischen Spiele stiften. Mit Herakles wird er gegen die Amazonen ziehen und als Siegespreis die Königin Antiope (oder Hippolyte) erhalten, die ihm den Hippolytos schenken wird. König Minos von Kreta nimmt seinen Hofbaumeister Daidalos fest und lässt ihn und seinen Sohn Ikaros im Labyrinth einsperren, da er annimmt, dass Ariadne von Daidalos einen Hinweis darüber bekam, wie sie in das Labyrinth des Minotaurus eindringen und ihren Gefährten Theseus nach dem Totschlag des Minotaurus wieder sicher ans Tageslicht hatte bringen können. | ||||
![]() Der griechischen Mythologie zufolge werden Daidalos und Ikaros vom minoischen König Minos im Labyrinth des Minotaurus auf Kreta gefangen gehalten, weil Daidalos vorgeworfen wird, dass er bei der Flucht des Theseus hilfreise Hinweise gegeben habe. Da Minos die Seefahrt und das Land kontrolliert, erfindet Daidalos für sich und für seinen Sohn Flügel. Dazu befestigt er Federn mit Wachs an einem Gestänge. Vor dem Start schärft er Ikaros ein, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne beziehungsweise die Feuchte des Meeres zum Absturz führen könnten. Zuerst geht alles gut, aber nachdem sie Samos und Delos zur Linken und Lebinthos zur Rechten passiert haben, wird Ikaros übermütig und steigt so hoch hinauf, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmelzt, woraufhin sich die Federn lösen und er ins Meer stürzt. Der verzweifelte Daidalos benennt die Insel, auf der er seinen Sohn beisetzt, zur Erinnerung an sein Kind Ikaria. Der Ikaros-Mythos wird im Allgemeinen so gedeutet, dass der Absturz und Tod des Übermütigen die Strafe der Götter für seinen unverschämten Griff nach der Sonne ist. Nach Ovid lassen die Götter Ikaros aus Rache sterben, weil Daidalos seinen Neffen und Schüler Perdix aus Neid auf sein Können ermordet hatte. Der Sage nach fliegt Daidalos weiter und erreicht Sizilien, wo er bei den Sikanern Zuflucht findet. Die Sikaner sind die ältesten geschichtlichen Bewohner der Insel. Sie sind vermutlich nordafrikanischen oder iberischen Ursprungs und siedeln in befestigten Dörfern. Ihr Siedlungszentrum ist das heutige Sant’Angelo Muxaro in der Nähe von Agrigent. Der erfindungsreiche Daidalos, der sich den Sikanern nach seiner Flucht aus Kreta anschließt, wird von dem Sikanerkönig Kokalos damit beauftragt, die Burganlage von Kamikos und andere prächtige Bauwerke zu errichten. | ||||
![]() Daidalos, der vor Jahren von Kreta vor König Minos geflohen ist und auf dem Flug mit selbstgebauten Flugapparaten seinen Sohn Ikaros bei einem Absturz verlor, hat bei dem sikanischen König Kokalos Asyl gefunden. Auf Sizilien ließ er einen Tempel errichten und weihte Apollon seine Flügel. Nach Vergil entstand dieses Heiligtum allerdings in Cumae. Minos versucht, mit seiner Flotte, Daidalos auf Sizilien zu finden. Dazu hat er sich eine Aufgabe ausgedacht, von der er richtigerweise annehmen muss, dass nur Daidalos diese lösen kann. Wie zieht man einen Faden durch ein spiralig gewundenes Schneckenhaus? Daidalos bohrt das Gehäuse in der Mitte an, befestigt an einem Ende des Fadens eine Ameise, die er durch das Loch kriechen lässt und lockt sie am Ende des Spiralgangs mit einem Tropfen Honig an. König Kokalos erlangt Kenntnis von der Lösung und verrät sich. Als Minos Daidalos’ Auslieferung verlangt, täuscht Kokalos dem Minos seine Gastfreundschaft vor und lädt ihn zum Bade, wo Minos durch Kokalos’ Töchter ermordet wird. Andere Überlieferungen berichten, dass Daidalos selbst Minos mit brühend heißem Wasser übergossen habe, bis dieser starb. Die erhaltenen mythologischen Überlieferungen brechen mit dem Tod des Minos ab. Es kann daher nur vermutet werden, dass Daidalos betagt auf Sizilien stirbt. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schreibt ihm zahlreiche Erfindungen zu, so zum Beispiel das Senkblei, die Säge, den Bohrer sowie den Fischkleister und Pausanias sieht in ihm den Urheber zahlreicher archaischer Kultfiguren aus Holz. | ||||
![]() Die Stadt Gortyn wird gegründet. Die unterschiedlichen Gründungsmythen gegen alle auf den legendären König Minos zurück, obwohl die Spuren erster Besiedlung der Gegend bis zum Neolithikum reicht. Der griechische Geschichtsschreiber Homer erwähnt Gortyn in der Illias. Der hier erwähnte Idomeneus ist ein Nachfolger des Königs Minos:
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Dorisches Reich Kreta | ||||
Stamm der Dorer / Dorisches Reich Kreta / Minoisches Reich Die Dorer nehmen die Insel Kreta ein und werden die Herrscher über die Minoer, die sich in unwegsame Bergregionen der Insel zurückziehen. Wichtigste Stadt auf Kreta ist Gortyn vor Phaistos, da Gortyn eine ummauerte Akropolis besitzt. | ||||
Stamm der Eteokreter Die Ur-Kreter ziehen sich in den Osten der Insel zurück und bilden einen eigenen, nur rund 60 Kilometer langen und 30 Kilometer breiten Staat. Dorisches Reich Kreta / Königreich Ägypten - Einundzwanzigste Dynastie / Mykenisches Königreich Lakonien (Zypern) Stamm der Dorer / Dorisches Reich Kreta / Königreich Messini | ||||
Dorisches Reich Kreta Kydonia (heute Chania) im Westen Kretas wird eine der wichtigsten Poleis der Gegend. | ||||
Dorisches Reich Kreta Auf Kreta entstehen 35 Poleis (Stadtstaaten), die sich gegenseitig befehden. Es gibt gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Gortyn und Knossos, Lyttos und Hierapytna (Ierápetra), Phalásarna und Polyrheneía. Weitere bedeutende Poleis sind Kydoniá (Chaniá), Láto und Priniás. Láto, früher eine minoische Ansiedlung, wird nach der Göttin Leto benannt, die im dorischen Dialekt "Lato" heißt. | ||||
Dorisches Reich Kreta Die Stadt Gortyn dehnt sich auf die Gebiete in der Ebene vor dem Hügel der Akropolis aus. Es existiert ein Stadtkern mit einer Agora (Marktplatz) und einem Tempel des Apollon Pythios. | ||||
Dorisches Reich Kreta Im 7. Jahrhundert BC entstehen in der südkretischen Stadt Phaistos südlich des Mittelhofes des alten, nach dem Erdbeben von 1450 nicht mehr aufgebauten Palastes, neue Straßen und Tempel, darunter der Tempel der Göttin Rhea. Die Polis Phaistos beherrscht den Golf von Messara vom Kap Melissa bei Agio Pavlos bis zum Kap Lithino südlich von Matala. Die Grenze zur Hauptkonkurrentin, der Polis Gortyn, verläuft im Gebiet von Mires. | ||||
Dorisches Reich Kreta Kydonie (heute Chania) im Westen Kretas wird von Samos her neu kolonisiert. Später werden Siedler von Aigina folgen. | ||||
Dorisches Reich Kreta Die kretische Stadt Gortyn erlebt eine Blütezeit, da sie die wichtigste Stadt Kretas noch vor Knossos, Eleutherna, Kydonia und Lyktos ist. Mit 40.000 bis 80.000 Einwohnern gehört sie zu den bevölkerungsreichsten Städten Kretas. | ||||
Dorisches Reich Kreta In der kretischen Stadt Gortyn wird die "Große Inschrift von Gortyn", eine umfangreiche, in einem alt-dorischen Dialekt abwechselnd von links nach rechts und von rechts nach links geschriebene Inschrift, die sich an der Nordwand des Odeions befindet, aus 42 Steinblöcken besteht und als ältester Gesetzescodex Europas gilt, fertiggestellt. In diesem frühgriechischen Alphabet fehlen noch die Zeichen ? (Phi), ? (Chi), ? (Psi), ? (Zeta), ? (Eta) und ? (Omega). Erstaunlich liberal enthält der Text alle für das Gemeinleben wichtige Bestimmungen wie zum Beispiel ein Ehe- und Familienrecht. Kodifiziert sind Regelungen aus
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Dorisches Reich Kreta Nachdem bereits 525 BC erste Siedler aus Samos und Aigina die Gegend um Kydonia (heute Chania) im Westen Kretas neu kolonisierten, trifft nun eine zweite Einwanderungswelle von diesen beiden Inseln in Westkreta ein. Die Neusiedler übernehmen den aus der mykenischen Zeit überlieferten Namen Kydonia, der übersetzt „Quitte“ bedeutet. Die klassischen Münzen Kydonias zeigen die aus Vorderasien nach Europa eingeführte Frucht als Wappen der Stadt. | ||||
Dorisches Reich Kreta / Republik Athen Ein Angriff der Athener Flotte verheert während des Peloponnesischen Krieges das Küstengebiet von Kydonia (heute Chania) im Westen Kretas. Die Stadt kann jedoch von den Athenern nicht eingenommen werden. | ||||
Dorisches Reich Kreta / Königreich Sparta / Königreich Makedonien Sparta entsendet seine Soldaten gegen das mit Makedonien verbündete Kreta. | ||||
Dorisches Reich Kreta Phaistos wird Sitz eines kretischen Städtebundes. | ||||
Satrapie des Antigonos (Kreta) | ||||
Ptolemäisches Reich Ägypten (Kreta) | ||||
Kleinstaaten auf Kreta | ||||
Kleinstaaten auf Kreta / Königreich Makedonien
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Kleinstaaten auf Kreta / Phönizisches Reich Karthago Der ehemalige karthagische Anführer Hannibal erhält in der kretischen Polis Gortyn Asyl. Er ist hier als Berater willkommen, da Gortyn und Knossos als Verbündete Krieg gegen Kydonia (heute Chania) im Westen der Insel führen. | ||||
Kleinstaaten auf Kreta Kydonia (heute Chania) im Westen Kretas erobert egen Auseinandersetzungen um die Kontrolle über das Diktynnäische Heiligtum auf der Halbinsel Rodopou die Polis Polyrrhenia mit der Hafenstadt Phalasarna. | ||||
Kleinstaaten auf Kreta Phaistos, der Sitz des kretischen Städtebundes, wird von der Nachbar-Polis Gortyn unterworfen. | ||||
Kleinstaaten auf Kreta
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Römische Republik / Kleinstaaten auf Kreta Die Römische Republik unternimmt einen ersten Versuch, Kreta zu unterwerfen und seinem Staatswesen einzuverleiben. Viele Kreter haben die Insel verlassen, um in fremden Heeren als Söldner zu dienen. Besonders tun sich viele als Bogenschützen hervor. Rom sieht sich zur Intervention veranlasst, da immer wieder Piraten in kretischen Häfen Schutz erhalten. | ||||
Römische Republik / Kleinstaaten auf Kreta Es gelingt römischen Soldaten, einen Brückenkopf auf Kreta zu erobern und sich auf der Insel festzusetzen. Von hier aus bereiten die Römer die vollständige Eroberung Kretas vor. | ||||
Römische Republik (Provincia Romana Creta et Cyrene) | ||||
Römische Republik - (Provincia Romana Creta et Cyrene) Nach dreijährigem Kampf wird Kreta als letztes Gebiet Griechenlands zu einer römischen Provinz. Die Eroberung Kretas durch die Römer bedeutet das Ende der Bürgerkriege auf Kreta und den Beginn einer langen Friedenszeit mit wirtschaftlicher Blüte. Hauptstadt der neu geschaffenen Provincia Romana Creta et Cyrene wird Gortys (früher Gortyn), das ein Prätorium, den Amtssitz und das Wohnhaus des prokonsularischen Statthalters, erhält. Die Stadtstaaten (Poleis) Kretas werden von der römischen Verwaltung aufgelöst. Die bisher unabhängige Polis Argyroupoli im westlichen Kreta wird durch Quintus Caecilius Metellus eingenommen, wobei es zu erheblichen Zerstörungen in der Stadt kommt. Kydonia (heute Chania) im Westen Kretas erhält wegen seiner römerfreundlichen Haltung den Status einer "civitas libera" ("freien Stadt"), was bedeutet, dass die Stadt weiterhin Münzen prägen darf. Münzen aus Kydonia stellen beispielsweise eine Nymphe mit Kranz und den Heros Kýdon, gesäugt durch eine Hündin, dar. | ||||
Römische Republik - (Provincia Romana Creta et Cyrene) Knossos wird römische Kolonie unter der Bezeichnung "Colonia Iulia Nobilis". Die griechische und die römische Stadt liegen in unmittelbarer Nähe des Palastes. | ||||
Römische Republik - (Provincia Romana Creta et Cyrene) Da die Bewohner der Polis Argyroupoli im westlichen Kreta Konsul Octavianus (später Kaiser Augustus) unterstützten, erkennt dieser die Polis als "civitas libera" ("freie Stadt") an. | ||||
Imperium Romanum (Provincia Romana Creta et Cyrene) | ||||
Imperium Romanum (Provincia Romana Creta et Cyrene) Der bisherige Begleiter des Apostels Paulus landet vermutlich bei Kalí Limenés an der Südküste Kretas und beginnt damit, die christliche Botschaft auf der Insel zu verbreiten. Titus, der in den Briefen des Paulus mehrmals erwähnt wird, stammt vermutlich aus Korinth. Er zählt zu den sogenannten "Siebzig Jüngern", also zum engeren Kreis der direkten Nachfolger Jesu Christi. Mit großer Sicherheit war Titus vor seiner Bekehrung ein Heide. Er war der Begleiter des Paulus auf dem Apostelkonzil und war wohl auch an der Entschärfung einer Krise in der Gemeinde in Korinth beteiligt, als diese sich mit Paulus in einem heftigen theologischen Streit befand. Der christlichen Überlieferung zufolge lässt sich Titus in Gortyn auf Kreta nieder. Da er als ein Nachkomme des sagenhaften minoischen Königs Minos gilt und einer seiner Verwandten der römische Statthalter der Insel Rustillo ist, findet er schnell Eingang bei der Bevölkerung Kretas. | ||||
Imperium Romanum (Provincia Romana Creta et Cyrene) / Patrimonium Petri Titus, der in der Bibel als ein Schüler des Apostels Paulus bezeichnet wird, zu den "Siebzig Jüngern Jesu" zählt und der erste Bischof der christlichen Kirche auf Kreta wurde, stirbt im Alter von etwa 94 Jahren auf Kreta. Der gebürtige Korinther war wahrscheinlich etwa im Jahre 59 auf Kreta gelandet und hatte sofort mit der Verkündigung des Evangeliums auf der Insel begonnen. Er galt als Nachkomme des mythischen Königs Minos und stammte aus einer wohlhabenden Familie. Er reiste nach Jerusalem und wurde Zeuge der Leiden Christi. Später als Bischof von Kreta gründete er die neun Bistümer Knossos, Ierapitna, Kydonia, Hersonissos, Eleftherna, Lampi, Kisamos, Kantanos und Gortyna. Legenden zufolge brachte er in Gortys durch sein Wort einen heidnischen Tempel zum Einstutz und ließ hier eine Bischofskirche errichten, in der er nunmehr seine letzte Ruhestätte finden soll. | ||||
Imperium Romanum (Provincia Romana Creta et Cyrene) / Patrimonium Petri In der Nähe der Stadt Gortys erleiden infolge einer Christenverfolgung die sogenannten "Zehn Heiligen Bischöfe" den Märtyrertod. | ||||
Oströmisches Reich (Provincia Creta et Cyrene) | ||||
Oströmisches Reich (Provincia Creta et Cyrene) / Kalifat der Hafsiden Nach einem Aufstand im Emirat von Córdoba im heutigen Spanien flüchten einige Araber unter ihrem Führer Abu Hafs Omar und unternehmen einen Beutezug ins südliche Kreta. Eine Festsetzung auf der Insel gelingt den Arabern nicht. | ||||
Kalifat der Hafsiden (Kreta) | ||||
Kalifat der Hafsiden (Kreta) Aus Spanien geflohene Araber unter ihrem Anführer Abu Hafs Omar erobern die Insel Kreta vom Oströmischen Reich. Sie benennen die Stadt Kydonia in Alchanía um. | ||||
Kalifat der Hafsiden (Kreta) / Oströmisches Reich Oströmische Truppen versuchen vergeblich, die im Vorjahr von den Hafsiden besetzte Insel Kreta zurückzuerobern. | ||||
Kalifat der Hafsiden (Kreta) / Oströmisches Reich Oströmische Truppen versuchen zum zweiten Mal nach 825 vergeblich, die im Jahre 824 von den Hafsiden besetzte Insel Kreta zurückzuerobern. | ||||
Kalifat der Hafsiden (Kreta) / Oströmisches Reich Oströmische Truppen versuchen zum dritten Mal nach 825 und 826 vergeblich, die im Jahre 824 von den Hafsiden besetzte Insel Kreta zurückzuerobern. | ||||
Kalifat der Hafsiden (Kreta) / Oströmisches Reich Oströmische Truppen versuchen zum vierten Mal nach 825, 826 und 828 vergeblich, die im Jahre 824 von den Hafsiden besetzte Insel Kreta zurückzuerobern. | ||||
Oströmisches Reich (Provincia Creta et Cyrene) | ||||
Oströmisches Reich (Provincia Creta et Cyrene) / Kirchenstaat / Kalifat der Hafsiden Der oströmische Feldherr Nikephoros Phokas erobert die Insel Kreta zurück, die 137 Jahre lang von den Hafsiden in Besitz genommen wurde. Handakas (später Heraklion, heute Iraklo) wird neue Hauptstadt von Kreta. Die Verantwortlichen der Kirche entscheiden, dass die Gebeine des Missionars Titus, der vor 900 Jahren die christliche Botschaft auf die Insel brachte und der in der Bischofskirche von Gortys begraben wurde, in die neue Hauptkirche in Handakas überführt werden. Auch der Bischofssitz in Lappa (heute Argyroupoli) im westlichen Kreta wird nach Kalamona verlegt; das Gebiet von Argyroupoli erhält die Familie Chortatzis als Lehen. Viele Soldaten General Phokas' lassen sich auf Kreta nieder, und auch aus anderen Teilen des Reiches kommen neue griechische Siedler, die den Bevölkerungsverlust durch die Kriegsfolgen und Abwanderung während der Herrschaft der Araber ausgleichen. Oströmisches Reich (Provincia Creta et Cyrene) [[Oströmisches Reich (Provincia Creta et Cyrene) / Königreich Armenien (Drittes Königreich) / Königreich Shirak / Königreich Vaspurakan | ||||
Oströmisches Reich (Provincia Creta et Cyrene) Der oströmische Kaiser Alexios I. Komnenos beginnt mit der vermehrten Umsiedlung adliger Familien nach Kreta, denen großer Grundbesitz und bestimmte Privilegien übertragen werden. | ||||
Genuesischer Freibeuterbesitz Kreta | ||||
Genuesischer Freibeuterbesitz Kreta Nach der Einnahme Konstantinopels durch die Kreuzfahrer des venezianisch finanzierten Vierten Kreuzzuges unter der Führung des piemontesischen Markgrafen Bonifatius von Montferrat gerät Kreta in den Besitz Genuas. | ||||
Genuesischer Freibeuterbesitz Kreta / Republik Venedig Venezianische Truppen, genuesische Freibeuter und Teile der kretischen Bevölkerung kämpfen um die Vorherrschaft auf Kreta. Den mit Venedig rivalisierenden Genuesen gelingt es unter Enrico il Pescatore, Teile Kretas zu besetzen und gegen die Venezianer zu behaupten. | ||||
Republik Venedig - Herzogtum Kreta | ||||
Republik Venedig - Herzogtum Kreta / Genuesischer Freibeuterbesitz Kreta Der piemontesische Markgraf Bonifatius von Montferrat verkauft die 1204 erworbene Insel Kreta für 10.000 Silbermark an die Republik Venedig. Viele genuesische Freibeuter sind mit dem Verkauf der Insel nicht einverstanden und halten weiterhin einige Teile Kretas besetzt. | ||||
Republik Venedig - Herzogtum Kreta / Genuesischer Freibeuterbesitz Kreta Nachdem Venedig sich auch juristisch in den Besitz der Insel Kreta gebracht hat, beginnen seine Soldaten mit der Vertreibung der Genueser von der Insel. Die Insel hat gegenwärtig kaum mehr als 50.000 Bewohner. | ||||
Republik Venedig - Herzogtum Kreta / Genuesischer Freibeuterbesitz Kreta Venezianischen Truppen gelingt nach über zehnjährigem Ringen die vollständige Kontrolle über die Insel Kreta. Trotz ständiger Aufstände der einheimischen, griechischen Bevölkerung und Rückeroberungsversuchen des Lateinischen Kaiserreiches, dem Nachfolgestaat des Oströmischen Reiches, siedeln die neuen Herren der Insel zur Festigung ihrer Herrschaft Venezianer aus der Mutterstadt auf Kreta an. Es handelt sich verschiedenen Angaben zufolge um 3000 bis 10.000 Menschen, darunter auch Angehörige von Adelsfamilien. Die Stadt Ta Chania wird als "La Canea" anfänglich Verwaltungssitz des Exarchats Dorsoduro. Viele Venezianer siedeln sich dort an, zunächst auf dem nun Castel Vecchio genannten Kastelli-Hügel innerhalb der alten oströmischen Stadtmauern, später auch außerhalb der alten Befestigung im neu entstehenden Wohnviertel Vourgo. Es werden neue Brunnen und ein Aquädukt geplant, im Zentrum sollen herrschaftliche Gebäude für den venezianischen Adel entstehen. Auch werden die Straße La Corsa und die Kirchen Santa Maria und Duomo projektiert. Der griechisch-orthodoxen Bevölkerungsmehrheit der Insel Kreta steht eine katholische Gesellschaft der venezianischen Oberschicht gegenüber, bestehend aus Feudalherren sowie ziviler und militärischer Verwaltung. Deren Bischof wird in Venedig bestimmt, ebenso wie der militärische Befehlshaber, der Kastellan. Die vier obersten Räte von Kreta werden zunächst verpflichtet, in einem festen Turnus ihr zweites Amtsjahr als Rektoren von La Canea oder Retimo (heute Rethymno), zu verbringen, während jeweils zwei in Candia (heute Iraklio), amtieren. | ||||
Republik Venedig - Herzogtum Kreta Der Ort La Canea (heute Chania) im Westen Kretas gilt mit der Zunahme der Bevölkerung von jetzt an als Stadt. | ||||
Republik Venedig - Herzogtum Kreta / Republik Genua (Kreta) Söldner der Republik Kreta überfallen die Stadt La Canea im Westen Kretas und besetzen sie. Damit steht La Canea (heute Chania) wieder unter genuesischer Verwaltung. | ||||
Republik Venedig - Herzogtum Kreta / Republik Genua (Kreta) Venezianische Soldaten gelingt es, die Genuesen nach 22 Jahren der Besetzung La Caneas (heute Chania) im Westen Kretas wieder von der Insel zu vertreiben. Die Venezianer beginnen unverzüglich mit der Befestigung des um das Castel Vecchio herum erweiterte Stadtgebiet mit einer neuen Mauer. | ||||
![]() Die venezianische Siedlung Santa Trinita, die aus der griechischen Siedlung Agia Triada entstanden ist, erbaut die Kapelle Agios Georgios Galatas (siehe Bild), vermutlich oberhalb der ehemaligen Kirche der "Heiligen Dreifaltigkeit". | ||||
![]() In La Canea (heute Chania) wird zum ersten Mal ein Rektor (Stadtoberhaupt) von der dortigen Bevölkerung gewählt. Diese Wahl soll künftig in jedem Jahr stattfinden. Die wichtigen Posten des Leiters des Arsenals, Admiral genannt, werden jedoch an Venezianer vergeben, meist Adlige, doch gelegentlich auch Nichtadlige, was am zu niedrigen Gehalt liegt. Einige Kastellane besitzen Weingüter nahe der Stadt und streiten um deren Besitz. Komplizierte oder bedeutende Rechtsfälle werden in Venedig entschieden, weniger bedeutende vor Ort, wobei eine Kanzlei für den Schriftverkehr zur Verfügung steht, deren Vorstand aus Venedig geschickt wird. Das Gleiche gilt für Gerichts- und Palastschreiber. Die Kastellane der benachbarten Inseln, wie Cerigo, müssen am Ende ihrer Amtszeit in La Canea Bericht erstatten und sich einen Monat in der Stadt zur Verfügung halten. Ähnlich wie in Venedig sorgt eine Polizeitruppe unter Führung der "Domini de nocte" beziehungsweise "Domini de die" („Herren der Nacht“ / „Herren des Tages“) für Sicherheit auf den Straßen. Dort steht auch ein Gefängnis zur Verfügung. | ||||
![]() In La Canea (heute Chania) im Westen Kretas beginnen die Venezianer mit der Aufschüttung einer Mole, um einen Hafen zu errichten. Durch ihn soll La Canea zur wichtigsten ökonomischen und politischen Verbindung zwischen Kreta und Venedig werden. Chania soll das "Venedig Kretas" werden. Gesellschaftlich führte jedoch die Einsetzung des venezianischen Feudalsystems und der Versuch, die Orthodoxie entschieden einzuschränken, zu zahlreichen Aufstandsbewegungen. | ||||
![]() Zur Versorgung der Bevölkerung werden in La Canea (heute Chania) drei Speicher für Getreide gebaut. | ||||
![]() Die Feudalherren von Retimo und La Canea klagen gemeinsam in Venedig darüber, dass die Preise für ihren Weizen zu niedrig seien, und dies ihre Existenz gefährde. Doch Venedigs Wirtschaftspolitik ist so sehr auf die Mutterstadt fixiert, dass sie nicht fähig sind, ihr Erleichterungen für die Produzenten zu schaffen. Dies führt zu einer Abneigung vieler Menschen venezianischer Herkunft auf Kreta gegenüber ihrer Mutterstadt. | ||||
![]() In Ano Viannos im südöstlichen Kreta wird die Kirche Agia Pelagia erbaut, die mit Fresken ausgestattet ist. | ||||
Kretische Republik des Heiligen Titus | ||||
Kretische Republik des Heiligen Titus Die Verluste an Menschenleben anlässlich des Aufstandes der venezianischen Siedler auf Kreta führt zu einer starken Dezimierung der Bevölkerung. | ||||
Republik Venedig - Herzogtum Kreta | ||||
![]() Kreta besitzt eine Bevölkerung von 100.000 Menschen, von denen jeder Fünfte in einer Stadt wohnt. Damit hat sich die Bevölkerungszahl innerhalb von 200 Jahren verdoppelt. | ||||
![]() Die Kirche Agios Georgios in einem Tal unterhalb von Ano Viannos im südöstlichen Teil Kretas wird erbaut; sie enthält Fresken von Ioannis Moussouros. | ||||
![]() Die Kirche Agios Georgios in Embaros im südöstlichen Teil Kretas mit Fresken von Manuel Phokas wird fertiggestellt. | ||||
![]() Nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels kommen viele griechische Flüchtlinge nach Kreta, darunter Aristokraten, Geistliche und Künstler, die sich auf der Insel ansiedeln und der griechischen Kunst und Kultur zu einer neuen Blüte verhelfen werden. | ||||
![]() Der "Rat der Zehn" der Stadt La Canea (heute Chania) in Westkreta geht mit scharfen Mitteln gegen Giacomo Foscari vor, der mit dem Sultan des Osmanischen Reiches verschlüsselte Briefe ausgetauscht haben soll, worin er Mehmet aufforderte, eine Flotte nach La Canea zu schicken. | ||||
![]() Unter der Führung von Siphi Vlastos kommt es zu einer Verschwörung gegen Venedig in La Canea (heute Chania) in Westkreta. | ||||
![]() Kreta besitzt eine Bevölkerung von ungefähr 200.000 Menschen. Damit hat sich die Bevölkerungszahl innerhalb von 100 Jahren verdoppelt. | ||||
![]() Bei einem Brand der Hauptkirche von Kreta in Handakas (später Heraklion, heute Iraklo) kann nur das Haupt des Titus vor der Zerstörung bewahrt werden. Titus brachte fast 1500 Jahre zuvor das Evangelium auf die Insel. | ||||
![]() Der venezianisch-kretische Mathematiker und Philologe Francesco Barozzi erwähnt als erster Geschichtsschreiber die Abtei der Heiligen Irene im Nordwesten Kretas. Sie befindet sich in 260 Metern Höhe am Fuß des Berges Vrysinas, rund vier Kilometer südlich der Gemeinde Rethymno. | ||||
![]() ![]() Nachdem die Türken bereits einen großen Teil der Insel Kreta eroberten, entscheiden sich viele dort lebende Venezianer für einen Rückzug in die Heimat. Die Reliquie des Heiligen Titus, der im Jahre 59 das Evangelium nach Kreta brachte, nehmen sie mit nach Venedig. | ||||
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![]() Osmanische Kämpfer erobern die venezianische Befestigungsanlage auf Spinalonga, einer Insel, die Kreta im Nordosten vorgelagert ist. Der Name der Insel entspringt dem griechischen Satzfragment "stin Elounda", was "nach Elounda" bedeutet. Da die Venezianer diesen Ausdruck nicht verstanden, übertrugen sie ihn in ihre eigene Sprache und nannten die Insel "spina lunga" ("langer Dorn"), ein Name, wie er auch von der lokalen Bevölkerung gepflegt wurde. | ||||
![]() ![]() ![]() In Passarowitz, dem heutigen Požarevac in Serbien, wird zwischen dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Erzherzog von Österreich, Karl VI., und Giovanni II. Comaro, dem Dogen von Venedig einerseits sowie Sultan Ahmed III. andererseits ein Friedensvertrag geschlossen. Das Osmanische Reich tritt das Temescher Banat und die Kleine Walachei (im heutigen Rumänien) sowie Nordserbien mit Belgrad und einen Grenzstreifen in Nordbosnien an Österreich ab. Venedig muss auf die 1715 von den Türken eroberte Morea (Peloponnes) verzichten, behält aber die Festungen Butrinto, Parga, Prevesa, Vonitza auf dem griechischen und albanischen Festland, sowie die ionischen Inseln wie Korfu, Santa Maura (Lefkada), Cefalonia (Kefalonia) und Cerigo (Kythera). Die Insel Spinalonga bei Kreta wird ebenfalls dem Osmanischen Reich zugesprochen. Infolge des Friedensvertrages werden auch Handelsverträge abgeschlossen, nach denen osmanische Untertanen auf dem Gebiet der Monarchie Handelsfreiheit genießen. Etwa 600 christliche Bewohner von Spinalonga werden von den Osmanen verschleppt, die an ihrer Stelle dort Muslime ansiedeln. | ||||
![]() ![]() Die Brüder Grigori Grigorjewitsch Orlow und Fjodor Grigorjewitsch Orlow versuchen im Auftrag der russischen Kaiserin Katharina II. die griechischen Untertanen des Osmanischen Reiches zur Rebellion zu bewegen; die von ihnen angezettelten Erhebungen werden nach ihnen "Orlofika" genannt. Die Orlows treten mit Daskalogiannis (eigentlich Ioannis Vlachos), einem Reeder und Beamten aus Anapoli im Südwesten Kretas in Verbindung. Dieser beginnt mit der Organisierung eines Aufstandes in der Region Sfakia. | ||||
![]() 2000 Bewohner der südwestkretischen Region Sfakia beginnen einen von Daskalogiannis organisierten Aufstand gegen die osmanische Herrschaft auf der Insel, als an der Kirche Agios Georgios in Anopoli die griechische Fahne gehisst wird. Die Rebellen sind mit Waffen ausgestattet, die Daskalogiannis finanzierte. | ||||
![]() ![]() Der Kampf der Sfakioten gegen die osmanische Besetzung Kretas wird aussichtslos, da die russische Flotte, die in der Ägäis unter dem Kommando Grigori Orlows steht, nicht vor Kreta erscheint und es den Rebellen nicht gelingt, den Aufstand auszubreiten. Schließlich wird der Aufstand von den osmanischen Streitkräften brutal niedergeschlagen. Der Pascha von Chania stellt Ioannis Daskalogiannis Friedensverhandlungen in Aussicht. In der Hoffnung, das Leben seiner Mitkämpfer retten zu können, ergibt sich Daskalogiannis bei Frangokastello zusammen mit 70 Mitkämpfern den osmanischen Streitkräften. Daskalogiannis wird anschließend zum Tode verurteilt. | ||||
![]() Der Führer der Rebellenbewegung Kretas gegen die osmanische Besetzung, der sich im Frühjahr gemeinsam mit 70 Mitkämpfern ergeben hat und zum Tode verurteilt wurde, wird in Iraklion (heute Iraklio) hingerichtet. Der Pascha von Chania befiehlt, Ioannis Daskalogiannis die Haut bei lebendigem Leibe abzuziehen. Der Bruder des Verurteilten wird gezwungen, dieser Tortur beizuwohnen, und verliert hierüber seinen Verstand. | ||||
50px Osmanisches Reich (Kreta)
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50px Osmanisches Reich (Kreta) Die Verwaltung der Insel Kreta geht von der Hohen Pforte in Istanbul auf das Sultanat Ägypten über, das ein Teil des Osmanischen Reiches ist. Die 1821 begonnene Rebellion der Kreter gegen die osmanische Herrschaft wird niedergeschlagen. | ||||
50px Osmanisches Reich (Kreta) Das relativ milde ägyptische Regime über Kreta endet und die Zentralherrschaft in Istanbul übernimmt wieder die Vormacht über die Insel Kreta. | ||||
50px Osmanisches Reich (Kreta) Auf der Insel Kreta bricht ein Volksaufstand gegen die osmanische Herrschaft aus. Die Schutzmächte verbieten dem Königreich Griechenland jede Form von Einmischung in die Situation auf Kreta. | ||||
50px Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / 50px Kaisertum Österreich / ![]() ![]() Im Dardanellen-Vertrag der europäischen Großmächte mit dem Osmanischen Reich wird die Passage von Kriegsschiffen durch die Dardanellen verboten, ausgenommen sind türkische Kriegsschiffe und - im Kriegsfall - Schiffe der Verbündeten des Sultans. Der Vertrag schreibt fest, dass Kreta im Besitz des Osmanischen Reiches bleibt. Neue Hauptstadt Kretas wird Chania im Westen der Insel. | ||||
50px Osmanisches Reich (Kreta) Ein Volksaufstand der Kreter gegen die osmanische Herrschaft erschüttert wieder die Insel. Dem Königreich Griechenland ist es von den Westmächten verboten, einzugreifen. | ||||
50px Osmanisches Reich (Kreta) / 50px Königreich Griechenland Der ehemalige griechische König Othon I. von Griechenland finanziert aus dem Exil heraus mit seiner gesamten Jahresapanage eine Waffenlieferung an die Kreter, die sich gegen die osmanische Herrschaft auflehnen. Es beginnen neue Aufstände der Kreter gegen die osmanische Besetzung. Während der Aufstände wird die Abtei der Heiligen Irene im Nordwesten Kretas zerstört. Auch die Stadt Ano Viannos im südöstlichen Kreta, die bereits bei einem Aufstand im Jahre 1822 zerstört und anschließend wieder aufgebaut wurde, fällt den osmanischen Truppen erneut zum Opfer. Als in das Wehrkloster Arkadi bei Réthymnon türkische Verbände eindringen, sprengt sich der Abt mit den dort verschanzten Widerständlern unter der Parole "Freiheit oder Tod" in die Luft. | ||||
![]() Der Ort Argyroupoli im westlichen Kreta dient den aufständischen Kretern als Ort für ihre "Generalversammlung". | ||||
![]() Der Ort Argyroupoli im westlichen Kreta, in dem die aufständischen Kreter ihre "Generalversammlung" abhielten, wird von osmanischen Soldaten zerstört. | ||||
50px Osmanisches Reich (Kreta) Das osmanische Regime erlässt für die Insel Kreta ein "organisches Statut", in dem das Griechische als offizielle Sprache anerkannt wird und die Kreter im Gerichtswesen und in der Kommunalverwaltung proportional beteiligt werden. | ||||
![]() Bei einem erneuten Aufstand der Kreter gegen die osmanische Besetzung der Insel wird in Argyroupoli im westlichen Kreta eine osmanische Befehlsstelle zerstört. Anschließend fassen die Kreter hier einen Beschluss zur Vereinigung mit Griechenland, der jedoch noch nicht umsetzbar ist. | ||||
![]() ![]() ![]() Auf Einladung Fürst Otto von Bismarcks kamen die europäischen Diplomaten seit 13. Juni 1878 in Berlin zusammen und tagen in der Reichskanzlei. Außer den Vertretern der Großmächte und des Osmanischen Reiches sind auch je ein Vertreter Griechenlands, Rumäniens und Serbiens anwesend, die zwar kein Stimmrecht haben, aber je nach Geschick in informellen Gesprächen einige Vorteile für ihre Staaten erreichen konnten. Die Bulgaren, deren Staat noch nicht international anerkannt ist und die zum Zeitpunkt des Kongresses auch nicht über eine Regierung verfügen, sind in Berlin nicht vertreten. Der Kongress tagte bislang unter Bismarcks Vorsitz in zwanzig Vollsitzungen, zahllosen Kommissionsberatungen, internen Besprechungen und Arbeitsessen, für die der Hotelier August F. W. Borchardt opulente Büfetts anrichtete. Dafür zahlte ihm die Reichskasse pro Tag 500 Mark, was seine Ausgaben nach eigenen Angaben aber nicht deckte. Kongresssprache war Französisch, nur der britische Premierminister Disraeli beharrte darauf, Englisch zu reden. Bismarck entwarf die dichtgedrängten Tagesordnungen der Sitzungen und drängte auf rasche Erledigung, da seine angegriffene Gesundheit ihn zwinge, möglichst bald nach Bad Kissingen zur Kur abzureisen. Stockten die Verhandlungen über Punkte, die in London nicht hinreichend vorberaten waren, suchte er nach Kompromissen oder drohte mehr oder minder unverhohlen: Die osmanische Gesandtschaft, mit der er rüde umzugehen pflegte, empfing er beispielsweise einmal in voller Uniform einschließlich Pickelhaube. Gortschakows Hoffnung, Bismarck würde den russischen Aspirationen gegen die britischen Bedenken stärker zum Durchbruch verhelfen, erfüllten sich nicht. Allenfalls moralisch unterstützte der Reichskanzler die russische Position, die wegen gesundheitlicher Probleme Gortschakows hauptsächlich durch Botschafter Schuwalow vertreten wurde. Der Kongress bestätigte in seinen ersten sieben Vollsitzungen bis zum 26. Juni vielmehr weitgehend die Ergebnisse der Londoner Vorberatungen: Der Friede von San Stefano wurde beinahe gänzlich demontiert: Statt eines unter russischem Einfluss stehenden Großbulgariens (164.000 km²) wurde nun ein selbstregiertes, unter osmanischer Suzeränität bleibendes Fürstentum Bulgarien (64.000 km²) eingerichtet, dessen Gebiet auf das Territorium der ehemaligen osmanischen Donau-Provinz (das Gebiet zwischen der unteren Donau und dem Balkangebirge) und im Südwesten das Becken von Sofia bis hin zum Rila-Gebirge beschränkt war. Die Oberthrakische Tiefebene und die Rhodopen südlich des Balkan blieben als autonome Provinz Ost-Rumelien (Art. 13–22) innerhalb des Osmanischen Reiches. Der Generalgouverneur der Provinz wurde von der Hohen Pforte mit Zustimmung der Mächte für fünf Jahre ernannt (Art. 17). Makedonien wurde wieder der Hohen Pforte unterstellt und bleibt die zentrale Provinz Rumeliens. Die russische Besetzung des Gebietes wird von zwei Jahren auf neun Monate befristet (Art. 22).
Die Souveränität Montenegros (Art. 26–33), Serbiens (Art. 34–44) und Rumäniens (Art. 43–51) wird dagegen bestätigt. Letzteres muss zum Ausgleich für Russlands Machtverlust Gebiete im südlichen Bessarabien abtreten und wird mit dem nördlichen Teil der Dobrudscha einschließlich des wichtigen Schwarzmeerhafens Constan?a entschädigt. Vom 26. Juni an befassten sich die europäischen Staatsmänner in mehreren Sitzungen mit den neuen Grenzen der übrigen südosteuropäischen Staaten. Serbien erhält Gebietserweiterungen an seiner Südgrenze: Außer dem schon in San Stefano gewonnenen Gebiet um Niš wurden nun auch Pirot und Vranje serbisch. Montenegro wird um mehr als ein Drittel seiner Fläche vergrößert und bekam mit Bar erstmals einen Hafen; all dies ging auf Kosten des Osmanischen Reiches. Der griechische Außenminister Theodoros Deligiannis konnte die Zustimmung der Großmächte für Gebietserweiterungen an der griechischen Nordgrenze in Epirus und Thessalien erringen. Die genaue Grenzziehung sollten Griechenland und das Osmanische Reich später bilateral aushandeln. Österreich-Ungarn erhält, wie im Budapester Vertrag vom Januar 1877 vorgesehen, das Recht, Bosnien-Herzegowina zu besetzen, das eine Mischbevölkerung von orthodoxen Serben, katholischen Kroaten und Muslimen aufweist. Auch im Sandschak von Novi Pazar wird ihm der Unterhalt von Truppen zugestanden, der ansonsten aber beim Osmanischen Reich bleibt. Dies dient dem Zweck, eine südslawische und damit prorussische Machtbildung auf dem Balkan zu verhindern, wenn etwa Serbien und Montenegro sich vereinigen. Dementsprechend groß ist die Empörung der Serben. Auch die Osmanen protestieren, bekommen aber von Andrássy in einer geheimen Abmachung zugesichert, die Regierung in Wien sei bereit, diese Okkupation „als provisorisch zu betrachten“. Gegen Ende des Kongresses werden die russischen Territorialgewinne in Transkaukasien (Ardahan, Batumi und Kars) bestätigt und die finanziellen Folgen des Krieges (Entschädigungen, osmanische Staatsschulden) beraten. Außerdem beschließt der Kongress, dass auf Kreta ein Grieche als Gouverneur eingesetzt wird, der aber osmanischer Untertan sein muss. | ||||
![]() Obwohl Kreta jetzt über einen griechischen Gouverneur verfügt, der allerdings osmanischer Untertan ist, reißen die Massaker und Vergeltungsmaßnahmen der gleichermaßen fanatisierten Muslime und Kreter nicht ab. | ||||
![]() Das Dorf Agia Triada (Pyrgiotissa) im Süden Kretas wird von türkischen Soldaten ausgeraubt und zerstört. Die überlebenden Bewohner verlassen den Ort. Im Jahre 1834 lebten laut osmanischer Volkszählung hier sechs christliche Familien. | ||||
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![]() Auf der Insel Spinalonga, die seit 1718 von muslimischen Menschen bevölkert wurde, nachdem zuvor die griechische Bevölkerung von den Osmanen verschleppt wurden, wird zu einer Leprakolonie, sodass die muslimische Bevölkerung die Insel verlassen muss. Im Jahre 1881 zählte Spinalonga 1112 muslimische Einwohner. | ||||
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